sichtbar: X = smaragdgrün; Y = gelbgrün; Z = grünlichgelb
Mariinskit (IMA-Symbol Mii[2]) ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ mit der Summenformel BeCr2O4 und damit chemisch gesehen ein Beryllium-Chrom-Oxid. Das Mineral kann chemisch auch als Berylliumchromat(III) bzw. Berylliumchromit angesehen werden[4] und ist zudem das Chromanalogon von Chrysoberyll (BeAl2O4) sowie das Berylliumanalogon von Chromit (FeCr2O4).
Mariinskit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, konnte bisher jedoch nur in Form unregelmäßiger Körner von 0,01 bis 0,3 Millimeter Größe von dunkelgrüner bis smaragdgrüner Farbe bei hellgrüner Strichfarbe gefunden werden. In einigen Fällen fanden sich auch pseudohexagonale Kristallformen, die denen von Chrysoberyllzwillingen ähneln. Das Mineral ist meist durchscheinend und nur in dünnen Schichten durchsichtig. Die Kristallflächen weisen einen starken, glasähnlichen Glanz auf.
Erstmals entdeckt wurde Mariinskit in der Smaragd-Lagerstätte „Mariinskoye“ bei Malyschewa in der russischen Oblast Swerdlowsk (Ural). Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch L. A. Pautow, M. P. Popow, Ju. W. Jerochin, W. W. Chiller, W. Ju. Karpenko (russischЛ. А. Паутов, М. П. Попов, Ю. В. Ерохин, В. В. Хиллер, В. Ю. Карпенко), die das Mineral nach dessen Typlokalität benannten.
Das Mineralogenteam sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 2011 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 2011-057[1]), die den Mariinskit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung erfolgte 2012 im russischen Fachmagazin Sapiski Wsessojusnogo Mineralogitscheskogo Obschtschestwa (russischЗаписки Всесоюзного Минералогического Общества) und im Jahr darauf im englischsprachigen Fachmagazin Geology of Ore Deposits.
Die von der Mineraldatenbank „Mindat.org“ weitergeführte Strunz-Klassifikation ordnet den Mariinskit in die Abteilung der „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall:Sauerstoff=3:4 und vergleichbare“ (englischMetal : Oxygen = 3 : 4 and similar) und dort in die Unterabteilung „Mit kleinen und mittelgroßen Kationen“ (englischWith small and medium-sized cations), wo er zusammen mit Chihmingit und Chrysoberyll eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 4.BA.05 bildet[7] (vergleiche dazu die oben genannte, voraussichtliche Eingruppierung in der 9. Auflage der Strunzschen Mineralsystematik).
Л. А. Паутов, М. П. Попов, Ю. В. Ерохин, В. В. Хиллер, В. Ю. Карпенко:Мариинскит BeCr2O4 – новый Минерал – Хромовый Аналог Хризоберилла. Band141, Nr.6, 2012, S.43–62 (russisch, rruff.info[PDF; 2,3MB; abgerufen am 30.Dezember 2022] englische Übersetzung: L. A. Pautov, M. P. Popov, Y. V. Erokhin, V. V. Khiller, V. Y. Karpenko: Mariinskite, BeCr2O4, a new mineral, chromium analogue of chrysoberyl. In: Zapiski Rossiiskogo Mineralogicheskogo Obshchetstva.).
L. A. Pautov, M. P. Popov, Yu. V. Erokhin, V. V. Khiller, V. Yu. Karpenko:Mariinskite, BeCr2O4, a New Mineral, Chromium Analog of Chrysoberyl. In: Geology of Ore Deposits. Band55, Nr.8, 2013, S.648–662, doi:10.1134/S1075701513080096 (englisch, rruff.info[PDF; 4,1MB; abgerufen am 30.Dezember 2022]).
Dmitriy Belakovskiy, G. Diego Gatta, Fernando Cámara:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band99, Nr.1, 2014, S.246–247, doi:10.2138/am.2014.629 (englisch, pubs.geoscienceworld.org[PDF; 4,7MB; abgerufen am 30.Dezember 2022]).
1234N. A. Yamnova, Sergey M. Aksenov, L. A. Pautov, Mikhail P. Popov, Yuriy Viktorovich Erokhin:Specific features of cation distribution in the crystal structure of mariinskite BeCr2O4 (Derivative of olivine-type structure). In: Crystallography Reports. Band59, 2014, S.30–35, doi:10.1134/S1063774514010192 (englisch, online verfügbar bei researchgate.net[PDF; 414kB; abgerufen am 30.Dezember 2022]).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.