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Marc André (Humidorbauer)

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Marc André (geboren in Stuttgart) ist ein deutscher Humidorbauer, Fachautor und Unternehmer. 1998 gründete er in Stuttgart das Unternehmen Der Humidor, das sich auf die Herstellung maßgefertigter Zigarrenhumidore sowie eigener elektronischer Befeuchtungssysteme spezialisiert hat. In der Zigarrenbranche wird er als „Humidorpapst" bzw. englisch „Humidor Pope" bezeichnet.

Leben und Werdegang

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André wuchs in Stuttgart auf und entdeckte nach eigener Aussage das Zigarrenrauchen als Student beim Skifahren in der Schweiz.[1] Da er den damaligen Marktpreis für qualitativ hochwertige Humidore – rund 800 Euro – nicht aufwenden wollte, baute er sich einen aus dem Nachttisch seiner Großmutter. Dabei stellte er fest, dass als Auskleidungsmaterial Spanische Zeder (Cedrela odorata) erforderlich ist – nicht, wie er zunächst annahm, Zedernholz aus Spanien.[1]

Den Grundstein für sein Unternehmen legte ein Bestellfehler: Statt der beabsichtigten 35 Kilogramm lieferte eine brasilianische Firma dreieinhalb Tonnen Zedernholz nach Stuttgart – genug für rund tausend Humidore. André nahm das als Anlass für eine Marktanalyse und kam zu dem Schluss, dass ein Großteil der verfügbaren Importhumidore aus minderwertigem Material gefertigt und mit unzureichenden Befeuchtungssystemen ausgestattet war.[1]

1998 gründete er Der Humidor, zunächst als Versandhandel für Humidor-Selbstbaubedarf: Spanisches Zedernholz, Beschläge, passive Befeuchtungssysteme und Hygrometer.[2] Da die verfügbaren elektronischen Befeuchtungssysteme seinen Anforderungen nicht genügten, entwickelte er eigene Systeme der YTERBIUM-Serie.[2]

Mit wachsendem Qualitätsanspruch seiner Kundschaft entstand 2006 die eigene CENTURY-Humidorlinie. Im selben Jahr wurde eine Produktionszweigstelle im Schwarzwald als Partnerbetrieb eingebunden.[2] Ab 2010 beliefert Der Humidor auch gewerbliche Kunden – Hotels, Gastronomie, Zigarrenfachgeschäfte sowie Hersteller und Importeure.[2]

Standorte und Fertigung

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Die Serienfertigung der CENTURY-Humidore erfolgt in einer Schreinerei im Schwarzwald, wo vier Mitarbeiter die Humidore überwiegend in Handarbeit fertigen. Als Materialien kommen mehrlagiges Massivholz oder massives Tannenholz für den Außenkorpus zum Einsatz, innen ausgekleidet mit Spanischer Zeder und, zum Schutz des Deckblatts der Zigarren vor direktem Holzkontakt, mit Saapeli-Mahagoni furniert. Die Scharniere größerer Schränke bestehen aus vier Millimeter starkem Edelstahl, die Türen werden mit Edelstahlrahmen gegen Verziehen gesichert.[1]

Die Werkstatt für Sonderanfertigungen, Möbelumbauten und die Fertigung sämtlicher elektronischer Befeuchtungssysteme befindet sich seit 2012 in Korntal-Münchingen, wo sich auch ein Showroom befindet, der nach Terminvereinbarung besichtigt werden kann.[2] Alle Produkte werden nach Unternehmensangaben zu 100 Prozent in Deutschland hergestellt.[3]

Nach Angaben des Magazins Der Feinschmecker entfallen rund 80 Prozent des Umsatzes auf Privatkunden.[1] Im B2B-Segment zählen das Hotel Kempinski in München und das Hotel Adlon in Berlin (Zigarrenshop Noblego) zu den Referenzkunden, außerdem mehrere Casa del Habanos sowie Tabakfachgeschäfte in Deutschland und Österreich. Darüber hinaus wurden Sonderanfertigungen für Staatsjachten des Herrscherhauses von Oman ausgeführt.[1] Ein Tischhumidor wurde für die Marke Buena Vista der deutschen Manufaktur Arnold André gestaltet; ein Verwandtschaftsverhältnis zu Marc André besteht nicht.[1]

Produktentwicklungen

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YTERBIUM-Serie (1998–2012)

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Von 1998 bis 2012 entwickelte und fertigte André elektronisch geregelte Befeuchtungssysteme der YTERBIUM-Serie als Eigenentwicklung, da ihm die am Markt verfügbaren Systeme hinsichtlich Funktion und Luftleittechnik unzureichend erschienen. 2012 wurden sie durch die mikroprozessorgesteuerten Systeme der HUMINATOR-Serie abgelöst.[2]

CENTURY-Humidore (seit 2006)

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Die CENTURY-Serie umfasst Tisch-, Schubladen- und Schrankhumidore in verschiedenen Größen: vom CENTURY Legion (50–60 Zigarren) über den CENTURY Centurion (rund 200 Zigarren) und den CENTURY Imperator (rund 450 Zigarren) bis zum CENTURY Cabinet mit einem Fassungsvermögen von bis zu 2.000 Zigarren (ab rund 3.750 Euro).[1] Leitprinzip der Konstruktion ist nach Unternehmensangaben die optimale Luftzirkulation und Feuchteverteilung. Charakteristisch ist ein patentiertes Unterteilungssystem mit magnetischen Stiften, die senkrecht auf dem Boden positioniert werden und Zigarrensorten auf Abstand halten, ohne eine feststehende Trennwand zu benötigen – so bleibt die Luftzirkulation im gesamten Humidor ungehindert.[1][3]

HUMINATOR (seit 2012)

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Der HUMINATOR ist ein netzstrombetriebenes, elektronisch geregeltes Befeuchtungssystem, das per Ventilator befeuchtete Luft durch den Humidor leitet. Das System verfügt über die Zertifizierungen CE, FCC und Naval USA.[4] Eine integrierte Intervall-Umluftfunktion sorgt auch dann für Luftbewegung im Humidor, wenn keine aktive Befeuchtung stattfindet. Der HUMINATOR wird unter anderem von Heinemann Duty Free (Flughäfen), Villiger, MIGROS und Davidoff eingesetzt.[4]

HYDROCASE (seit 2005)

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Der HYDROCASE ist ein batteriebetriebenes Befeuchtungssystem für Tischhumidore bis zu einem Volumen von rund 12–15 Litern (etwa 150 Zigarren). Das System misst die Luftfeuchtigkeit kontinuierlich und reguliert über einen automatischen Schieber sowie einen eingebauten Lüfter die Feuchteabgabe. In der 2023 überarbeiteten Professional Edition lässt sich die Zielfeuchte im Bereich von 64 bis 76 Prozent einstellen.[5]

MACHT (seit 2023)

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MACHT (Marc André Cigar Humidifying Technology) ist ein elektronisches Befeuchtungssystem für Tischhumidore bis zu einem Volumen von 35 Litern (rund 300 Zigarren), das nach rund dreijähriger Entwicklungszeit im Sommer 2023 auf den Markt gebracht wurde.[6] Das System besteht aus zwei magnetisch gekoppelten, schwarz eloxierten Aluminiumgehäusen: einem Technikmodul, das dauerhaft im Humidor verbleibt, und einem Tankmodul, das zur Nachbefeuchtung entnommen wird. Der Präzisionssensor misst die relative Luftfeuchtigkeit alle zehn Sekunden im Bereich von 20 bis 90 Prozent. Eine optional zuschaltbare Umluftfunktion soll Feuchtenester und Trockenzonen verhindern. MACHT kann sowohl als Befeuchter als auch – durch Einsetzen eines Entfeuchterkissens – als Entfeuchter betrieben werden, was laut Hersteller insbesondere in Regionen mit dauerhaft erhöhter Umgebungsluftfeuchtigkeit relevant ist. Die Stromversorgung erfolgt wahlweise über Netzteil, Powerbank oder einen integrierten Akku.[6]

Publizistische Tätigkeit

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Von 2005 bis zur Einstellung des Titels 2015 veröffentlichte André 34 Fachartikel in der deutschen Zeitschrift CigarClan zu den Themen Humidor und Zigarrenlagerung. Seit 2008 schreibt er regelmäßig für das internationale Branchenmagazin Cigar Journal, wo bis 2026 insgesamt 18 Beiträge archiviert sind.[7] Die Themenschwerpunkte umfassen Humidorkonstruktion, Cigar Aging, Befeuchtungssysteme, Verpackungseinflüsse auf die Lagerung sowie Anzündtechnik. Zu den archivierten Artikeln zählen unter anderem „Vom richtigen Anzünden" (2022), „1 Vitola, 3 Lagerungsarten" (2021), „Was tun bei Schimmel im Humidor?" (2017) sowie die zweiteilige Reihe „How to Build Your Own Walk-In Humidor".[7]

Für das Magazin Alles André des Zigarrenherstellers Arnold André (kein Verwandtschaftsverhältnis) verfasste André eine vollständige Humidor-Bauanleitung mit Materialliste, die als PDF-Download veröffentlicht wurde.[8] Er betreibt außerdem einen eigenen YouTube-Kanal mit Tutorial-Reihen zur Zigarrenlagerung.[9]

Parallel zur publizistischen Tätigkeit hält André Vorträge und Seminare zu Zigarrenlagerung, Humidorkonstruktion, Befeuchtungstechnik und Cigar Aging auf Branchenveranstaltungen sowie Spezialtastings.[2]

Im Cigar Journal bezeichnete Autor Peter Gaudenzi Marc André im Oktober 2025 als „Humidor Pope" und beschrieb das MACHT-System als „a world first, the likes of which has never been seen before".[10] Die Bezeichnung „Humidorpapst" kursiert in der deutschsprachigen Branchenpresse seit den 2010er-Jahren.[10]

Das Magazin Der Feinschmecker beschrieb André als „bekanntesten Humidorfachmann Deutschlands" und porträtierte ihn unter dem Titel „Humidore aus edlen Hölzern".[1]

Das Regionalnetzwerk Inventio Region Stuttgart porträtierte seine Werkstatt 2024 unter dem Titel „Edles Understatement – Mooreiche, Makassar, Zwetschge".[11]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 „Humidore aus edlen Hölzern". Der Feinschmecker. https://www.feinschmecker.de/geniessen/humidore-aus-edlen-hoelzern
  2. 1 2 3 4 5 6 7 „Über DER HUMIDOR". Der Humidor by Marc André. Abgerufen am 28. Mai 2026. https://www.humidor.de/ueber-uns/
  3. 1 2 „Marc André Humidore – Made in Germany". Der Humidor by Marc André. Abgerufen am 28. Mai 2026. https://www.humidor.de/marc-andre-humidore/
  4. 1 2 „Elektronische Humidorbefeuchter – Der HUMINATOR und mehr". Der Humidor by Marc André. https://www.humidor.de/elektronische-befeuchtungssysteme/
  5. „HYDROCASE Professional Edition". Der Humidor by Marc André. https://www.humidor.de/hydrocase/
  6. 1 2 „MACHT-Befeuchtungssystem". Der Humidor by Marc André. https://www.humidor.de/macht/
  7. 1 2 Marc André: Autorenseite. Cigar Journal (2008–2026). https://www.cigarjournal.com/de/author/marc-andre/
  8. „Humidor Bauanleitung". Alles André – Zigarren-Magazin (Hrsg.: Arnold André). Veröffentlicht am 20. November 2013. https://www.alles-andre.de/zigarren-magazin/alles-andre-magazin-themen/humidor-bauanleitung/
  9. YouTube-Kanal „Der Humidor by Marc André". https://www.youtube.com/channel/UCpPI7E0T2uEPiL2-j19Xjqw
  10. 1 2 Gaudenzi, Peter (7. Oktober 2025). „The ‚Humidor Pope' Introduces His Latest Innovation: MACHT". Cigar Journal. https://www.cigarjournal.com/the-humidor-pope-introduces-his-latest-innovation-macht/
  11. „Edles Understatement – Mooreiche, Makassar, Zwetschge". Inventio Region Stuttgart. http://inventio.region-stuttgart.de/aktuelles/edles-understatement-mooreiche-makassar-zwetschge/6957.html