Manfred Scherrer
Manfred Scherrer (* 6. Mai 1940 in Neuwied) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (SPD).
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Besuch der Volks- und der Handelsschule durchlief Scherrer eine Ausbildung zum Buch- und Tiefdrucker sowie zum Kaufmann. Nach einer Tätigkeit als Sachbearbeiter beim Mittelrhein-Verlag[1] machte er sich als Verlagskaufmann selbständig und wurde Mitinhaber einer Verlags- und Werbeagentur.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Scherrer trat 1962 der SPD bei und wurde 1969 in den Neuwieder Stadtrat gewählt, wo er zeitweise den Fraktionsvorsitz innehatte[2]. In seiner Zeit im Stadtrat wurde die Stadt Neuwied im Rahmen der Kommunalreform erheblich vergrößert.[3] Außerdem gehörte er zu den Gegnern des AKW Mülheim-Kärlich.[2][4]
Daneben war er Vorsitzender des Juso-Kreisverbands Neuwied, des SPD-Unterbezirks Neuwied/Altenkirchen und des SPD-Stadtverbands Neuwied.
Von 1975 bis 1987 gehörte er dem rheinland-pfälzischen Landtag an. Dort war er Schriftführer und Mitglied des Sozial- und Gesundheitsausschusses. Vom 21. Mai 1985 bis zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Landtag war er Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr. Am 17. Februar 1987 schied er aus dem Landtag aus, für ihn rückte Fritz Petsch nach.
Bei der Bundestagswahl 1987 wurde er über die Landesliste Rheinland-Pfalz der SPD in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis zum 31. August 1990 angehörte. Im Bundestag war Scherrer Ordentliches Mitglied des Ausschusses für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau.
1990 wurde Scherrer, als Nachfolger des verstorbenen Karl-Heinz Schmelzer, zum Oberbürgermeister der Stadt Neuwied gewählt. In seiner Amtszeit wurde der Betrieb des AKW Mülheim-Kärlich gerichtlich endgültig untersagt.[4] Im Jahr 2000 schied Scherrer aus dem Amt des Oberbürgermeisters aus.
Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2009 wurde Scherrer zum Ehrenmitglied der Stadtvertretung von Güstrow ernannt, einer Partnerstadt Neuwieds.[5]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rudolf Vierhaus, Ludolf Herbst (Hrsg.), Bruno Jahn (Mitarb.): Biographisches Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages. 1949–2002. Bd. 2: N–Z. Anhang. K. G. Saur, München 2002, ISBN 3-598-23782-0, S. 736.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Datenhandbuch des Deutschen Bundestages
- Manfred Scherrer in der Rheinland-Pfälzischen Personendatenbank, abgerufen am 29. April 2026.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Kurzbiografie - Startseite - Rhein-Zeitung. 5. Mai 2020, abgerufen am 29. April 2026.
- 1 2 Rückblick auf damalige RZ-Berichte: Bürger von Unsicherheit befallen - Kreis Neuwied - Rhein-Zeitung. 26. April 2016, abgerufen am 29. April 2026.
- ↑ Rainer Claaßen: „50 Jahre Neu-Neuwied“: Manfred Scherrer und Dieter Rollepatz erinnern sich an eine notwendige Zweckehe - Kreis Neuwied - Rhein-Zeitung. 27. Dezember 2020, abgerufen am 29. April 2026.
- 1 2 Ulf Steffenfauseweh: Der letzte Blick auf das Mahnmal der Unvernunft: Alt-OB Manfred Scherrer erinnert sich an Anti-AKW-Kampf - Kreis Neuwied - Rhein-Zeitung. 9. August 2019, abgerufen am 29. April 2026.
- ↑ Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Stadtvertretung Güstrow an Oberbürgermeister a. D. der Stadt Neuwied am Rhein, Herrn Manfred Scherrer. 14. März 2009, abgerufen am 29. April 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Scherrer, Manfred |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (SPD), MdL, MdB |
| GEBURTSDATUM | 6. Mai 1940 |
| GEBURTSORT | Neuwied |