MRE-Netzwerk
Ein MRE-Netzwerk ist eine regional organisierte Gruppe zum Austausch verschiedener Institutionen des Gesundheitswesens über multi-resistente Erreger sowie zur Erarbeitung lokaler Strategien der epidemiologischen Überwachung des Aufkommens und der Ausbreitung solcher Keime. Die Gründung der MRE-Netzwerke, die es in jedem deutschen Bundesland gibt, geht auf eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesgesundheitsbehörden im Jahr 2006 zurück. Dementsprechend werden die einzelnen MRE-Netzwerke der Bundesländer, unabhängig von ihrer dortigen Struktur, in der Regel von regionalen Gesundheitsämtern geleitet.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu den häufigsten Komplikationen, die einen Patienten im Krankenhaus oder anderen medizinischen und pflegerischen Einrichtungen betreffen, gehören Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE). Im Jahr 2006 legte die AG Infektionsschutz der von der Gesundheitsministerkonferenz beauftragten Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesgesundheitsbehörden ein Strategiepapier vor, in dem ein deutschlandweites Netz von Arbeitsgruppen zum Austausch über die Verbreitung des Multiresistenten Staphylococcus aureus.[1] Später wurde die Zuständigkeit auf weiter resistente und andere problematische Erreger ausgedehnt.
Struktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt derzeit mehr als 100 MRE-Netzwerke in Deutschland. Ihre Arbeit wird in der Regel auf Landesebene koordiniert, aber es gibt auch Gruppen, die länderübergreifend arbeiten:
Baden-Württemberg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bayern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- LARE Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft resistente Erreger, ein in 2008 gegründetes landesweites Netzwerk, unter Leitung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit[3]
Berlin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- MRE-Netzwerk Berlin und MRE Netzwerk Krankenhaushygiene der Berliner Bezirke, angesiedelt am Gesundheitsamt des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg[4]
Brandenburg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hygiene Netzwerk Brandenburg, ein regional organisiertes Netzwerk, das sich aus den Landesregionen Nord (vier Landkreise), Süd (drei Landkreise und die kreisfreie Stadt Cottbus), Ost (drei Landkreise und die kreisfreie Stadt Frankfurt an der Oder) und West (drei Landkreise und die kreisfreien Städte Potsdam und Brandenburg) zusammensetzt[5]
Bremen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- MRE-Netzwerk Land Bremen, wurde im Jahr 2009 als MRSA-Netzwerk Land Bremen gegründet und 2014 umbenannt, wobei sich auch die Kompetenzen auf weitere Erreger erweiterten[6]
Hamburg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- MRE-Netzwerk Hamburg, im Jahr 2011 gegründet und durch das Gesundheitsamt Nord geleitet[7]
Hessen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- MRE-Netzwerk Rhein-Main, umfasst neben sechs Landkreisen auch die Großstädte Frankfurt am Main, Wiesbaden und Offenbach am Main und wird von neun Gesundheitsämtern koordiniert[8]
- MRE-Netzwerk Rhein-Neckar, ein länderübergreifendes Netzwerk von Institutionen aus mehreren Landkreisen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg
- MRE-Netzwerk Nord- und Osthessen, wurde im Jahr 2012 gegründet und wird durch das Gesundheitsamt Kassel moderiert[9]
- MRE-Netzwerk Mittelhessen, umfasst sechs Landkreise und die Gießener Justus-Liebig-Universität.[10] Das Netzwerk koordiniert sich mit den anderen hessischen MRE-Netzwerken auf einer jährlich stattfindenden Fachtagung.
- MRE-Netzwerk Südhessen, umfasst vier Landkreise sowie die Stadt Darmstadt und gründete sich im Jahr 2012[11]
Mecklenburg-Vorpommern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- MRE-Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern, das größte MRE-Netzwerk des Bundeslandes ist als gemeinnütziger Verein unter dem Namen KOMPASS e. V. strukturiert und vereint drei Landkreise[12]
- Rostocker Initiative multiresisente und Problemerreger (ROSIMP), ist an der Universität Rostock angesiedelt[13]
Niedersachsen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nordrhein-Westfalen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- MRE-Netzwerk Rhein-Ahr, kooperiert mit dem Universitätsklinikum Bonn und fasst die Netzwerke von insgesamt sieben Landkreisen zusammen – zwei davon aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz, zudem die der Städte Köln, Bonn, Leverkusen und Euskirchen[16]
- MRE-Netzwerk Ostwestfalen-Lippe, wurde 2009 gegründet, koordiniert die Netzwerkarbeit in sechs Landkreisen sowie der Stadt Bielefeld und kooperiert seit 2021 mit der Medizinischen Fakultät Ostwestfalen-Lippe der Universität Bielefeld[17]
Schleswig-Holstein
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gemeinsam gegen multiresistente Erreger in Schleswig Holstein, MRE Netzwerk Schleswig Holstein koordiniert mehrere MRE-Netzwerke auf kommunaler Ebene, beispielsweise die „Arbeitsgemeinschaft Multiresistente Erreger“ in Kiel oder das MRE Netzwerk Stormarn, das durch den Fachdienst Gesundheit des Landkreis Stormarn geleitet wird[18]
Sachsen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sachsen-Anhalt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Thüringen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Koordination
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mitglieder der Netzwerke sind Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken sowie ambulante Pflege- und Rettungsdienste, Arztpraxen, Pflegeheime und ambulante medizinische Einrichtungen. Die Koordination der MRE-Netzwerke ist Aufgabe des öffentlichen Gesundheitsdienstes und obliegt somit in der Regel den jeweiligen kommunalen Gesundheitsämtern. Die einzelnen Leitungen der verschiedenen Netzwerke sprechen sich auf Bundesebene ab, wobei ihre Arbeit vom Robert Koch Institut unterstützt wird.[1]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Anna Stolliaroff-Pépin, Mardjan Arvand, Martin Mielke: "Bericht zum Treffen der Moderatoren der regionalen MRE-Netzwerke am Robert Koch Institut", Epidemiologisches Bulletin 2017, 41. Jahrgang, Seite 465–470
- ↑ Profil des MRE-Netzwerks Baden-Württemberg auf der Website des Gesundheitsamtes Baden-Württemberg, aufgerufen am 29. April 2025
- ↑ Website der LARE auf der Website des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, aufgerufen am 29. April 2025
- ↑ Die Berliner MRE-Netzwerke auf der Website der Stadt Berlin, aufgerufen am 29. April 2025
- ↑ Das Hygiene Netzwerk Brandenburg auf der Website des Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG), aufgerufen am 29. April 2025
- ↑ Profil des MRE-Netzwerks Land Bremen auf der Website der Freien und Hansestadt Bremen, aufgerufen am 29. April 2025
- ↑ Profil des MRE-Netzwerks Hamburg, auf der Website der Freien und Hansestadt Hamburg, aufgerufen am 29. April 2025
- ↑ Website des MRE-Netzwerks Rhein-Main, aufgerufen am 29. April 2025
- ↑ Website des MRE-Netzwerks Nord- und Osthessen, aufgerufen am 29. April 2025
- ↑ Website des MRE-Netzwerks Mittelhessen, aufgerufen am 29. April 2025
- ↑ Website des MRE-Netzwerks Südhessen, aufgerufen am 29. April 2025
- ↑ Website des MRE-Netzwers Mecklenburg-Vorpommern, aufgerufen am 29. April 2025
- ↑ Profil der Rostocker Initiative mulriresistente Erreger auf der Website des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Vorologie und Hygiene, aufgerufen am 30. April 2025
- ↑ Website der MRE-Netzwerke in Niedersachsen, aufgerufen am 30. April 2025
- ↑ Profil des MRE-Netzwerk Delmenhorst auf der Website der Stadt Delmenhorst
- ↑ Website des MRE-Netzwerks Rhein-Ahr, aufgerufen am 30. April 2025
- ↑ Profil des MRE Netzwerks Ostwestfalen-Lippe auf der Website der Universität Bielefeld, aufgerufen am 30. April 2025
- ↑ Profil des MRE-Netzwerks Stormarn auf der Website des Kreis Stormarn, aufgerufen am 30. April 2025
- ↑ Übersicht der regionalen MRE-Netzwerke auf dem digitalen Gesundheitsportal des sächsischen Sozialministeriums, aufgerufen am 30. April 2025
- ↑ Übersicht der regionalen MRE-Netzwerke in Sachsen-Anhalt auf der Website des Landesamtes für Verbraucherschutz des Landes Sachsen-Anhalt, aufgerufen am 30. April 2025
- ↑ MRE-Netzwerke in Thüringen auf der Website des Landesamtes für Verbraucherschutz des Landes Thüringen, aufgerufen am 30. April 2025