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MICOTRA

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
MICOTRA-Garnitur: E.190 der FUC mit Gepäck- und Reisezugwagen der ÖBB (Bahnhof Udine)

MICOTRA (auch MI.CO.TRA; Akronym für italienisch Miglioramento Collegamenti Transfrontalieri, deutsch etwa Verbesserung der grenzüberschreitenden Verbindungen) ist ein grenzüberschreitendes Schienenverkehrsangebot zwischen Österreich und Italien. Es verbindet Villach mit Italien durch zwei tägliche Zugpaare. An Werktagen verkehren die Züge über das Kanaltal bis Udine, an Wochenenden werden die Verbindungen bis Triest durchgebunden.

Betrieben werden die MICOTRA-Züge in Kooperation zwischen den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der italienischen Bahngesellschaft Ferrovia Udine-Cividale (FUC).

Das Angebot richtet sich verstärkt an den Radtourismus entlang des Alpe-Adria-Radwegs. Entsprechend des hohen Fahrradaufkommens, insbesondere in den Sommermonaten, werden planmäßig ein bis zwei Gepäckwagen mit je 100 Stellplätzen mitgeführt.

Die grenzüberschreitende Bahnverbindung zwischen Villach und Udine wurde im Jahr 2009 eingestellt und im Jahr 2012 im Rahmen des EU-geförderten Interreg-IV-Projekts „MICOTRA“ wieder aufgenommen. Der zunächst bis Juni 2013 angesetzte Testbetrieb wurde mit rund 1,3 Millionen Euro von den Projektpartnern finanziert, wovon etwa 1 Million Euro durch die Europäische Union bereitgestellt wurde. Ziel des Projekts war die langfristige Wiederherstellung des grenzüberschreitenden Regionalverkehrs sowie die Verbesserung der Erreichbarkeit der Region für Pendler und Touristen.[1]

Ab dem 2. Juni 2018 wurde die Verbindung an Wochenenden und Feiertagen bis nach Triest durchgebunden.[2]

Die Fahrgastzahlen entwickelten sich in den ersten Betriebsjahren positiv. Während im Jahr 2013 rund 60.000 Fahrgäste gezählt wurden, stieg die Zahl bis 2017 auf über 85.000 an. Auch der Fahrradtransport nahm deutlich zu: von etwa 6.800 beförderten Fahrrädern im Jahr 2013 auf rund 17.500 im Jahr 2017.[3]

Während in Italien die Verbindungen als Regionalzug geführt werden, sind sie in Österreich als Schnellzug klassifiziert. Für den grenzüberschreitenden Verkehr ist eine Reservierung für Fahrräder Pflicht, jedoch zusätzlich zum regulären Fahrradticket kostenlos.[4]

Die Züge bestehen in der Regel aus zwei RIC-Großraumwagen sowie einem Gepäckwagen der ÖBB, in der Sommersaison zwischen April und Oktober wird der Zug um jeweils einen zusätzlichen Wagen erweitert. Die Traktion erfolgt durch eine Mehrsystemlokomotive der Baureihe E.190 der Ferrovie Udine Cividale.[5]

Die Wagen müssen gemäß italienischer Vorschriften mit einer Brandbekämpfungsanlage ausgestattet sein, zudem benötigen sie eine seitenselektive Türsteuerung. Die Wagen erhielten ab 2025 ein verändertes Außendesign, das die Landesflaggen Kärntens und Friaul-Julisch Venetien zeigt.[3][6]

Einzelnachweise

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  1. Bahn: Verbindung Villach - Udine steht wieder. ORF Kärnten, 11. Juni 2012, abgerufen am 25. April 2026.
  2. Kärnten: ÖBB steigern grenzüberschreitenden Nahverkehr. Kleine Zeitung, 1. Juni 2018, abgerufen am 25. April 2026.
  3. 1 2 Roland Fercher: MICOTRA – ein Vorbild für grenzüberschreitenden Verkehr. Abgerufen am 25. April 2026.
  4. Rail & Bike. Abgerufen am 25. April 2026.
  5. vagonWEB » Řazení vlaků » 2026 » ÖBB D » D 1820 MICOTRA. Abgerufen am 25. April 2026.
  6. https://www.vagonweb.cz/razeni/vlak.php?zeme=%C3%96BB&cislo=1820&rok=2025