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Losinger Marazzi

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(Weitergeleitet von Losinger Construction)

Die Losinger Marazzi AG ist eine Schweizer Immobilienentwicklerin und Totalunternehmung mit Sitz in Bern sowie Zweigniederlassungen in Basel, Crissier, Fribourg, Luzern, Plan-les-Ouates und Zürich.[1] Sie ist ein Tochterunternehmen des international tätigen französischen Grosskonzern Bouygues und ausschliesslich im Bereich Hochbau tätig. Die Entwicklung und Realisierung neuer Gebäude, die städtebauliche Erneuerung von Quartieren, die Renovation von Bestandsbauten, Klimaresilienz und Nachhaltigkeit sowie ein Angebot, das über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie nachhaltigen Mehrwert schafft, stehen dabei im Fokus.

Die Losinger Marazzi AG zählt nach eigenen Angaben schweizweit über 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von rund 800 Millionen Franken.

Drei Bauunternehmen, welche Namen ihrer Gründer tragen, stehen am Anfang: Losinger, Marazzi, und Bouygues.[2][3] Die heutige Losinger Marazzi AG vereint die beiden Schweizer Traditionsunternehmen Losinger & Cie. und Marazzi Holding AG unter französischem Dach: 1990 übernimmt der Bouygues-Konzern die Aktienmehrheit der Losinger AG[4] und kauft 2006 über ebendiese Schweizer Tochtergesellschaft das Berner Familienunternehmen Marazzi Holding AG.[5]

Das Unternehmen entstand 1917, als die beiden Brüder Oskar und Eugen Losinger ein Ingenieurbüro eröffneten und zunächst Naturstrassen und Wege für die Landwirtschaft bauten. 1920 gründeten sie daraus die Firma Losinger & Cie. in Burgdorf, die 1922 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Oskar Losinger leitete hierbei die Zürcher Filiale und führte zwischen 1921 und 1923 den ersten Grossauftrag aus, einen 3,3 Kilometer langen Kraftwerkstollen in Klosters. Dieser Einstieg in den Tiefbau trug massgeblich zur Entwicklung der Firma bei. Nach dem frühen Tod von Oskar Losinger führte sein Bruder das Unternehmen ab 1924 allein weiter und baute es – unter anderem dank dem Bau von Nationalstrassen – mit einem breiten Netz von Niederlassungen zu einem der bedeutendsten Bauunternehmungen der Schweiz aus.

Zu den wichtigsten Tätigkeitsbereichen und Projekten zählten Brücken- und Verkehrsbauten, wie unter anderem die Lorrainebrücke in Bern, die Bahnlinie Požarevac-Kučevo in Serbien, die Grindelwald-First-Bahn, der Flughafen Zürich in Kloten, sowie Kraftwerkbauten, darunter auch die Staumauern bzw. -dämme der Grande Dixence, die höchste Gewichtsstaumauer der Welt.[6]

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verlagert sich das Schwergewicht vom Strassen- und Brückenbau zum Bau militärischer Anlagen und nach dem Krieg expandiert die Familienfirma im Grosskraftwerkbau.

1956 wird das Vorspannsystems VSL entwickelt und mit weiteren Spezialbautechniken, wie beispielsweise der Hebetechnik mit den selbstentwickelten Litzenhebern, seit den 1960er Jahren von Losinger weltweit angewendet. So wurde Losinger eines der weltgrössten Spezialunternehmen für Spannbetontechnik.

1959 trat mit Vinzenz Losinger die zweite Generation in das Unternehmen ein; ab 1962 übernahm er die Geschäftsführung. Unter seiner Leitung wurde die Losinger AG 1968 an der Börse kotiert und entwickelte sich dank Bauleistungen aller Art zur grössten, weltweit tätigen Schweizer Baufirma. In den 1970er Jahren ging die schweizerische Bautätigkeit zurück, was Losinger mit verstärkten Auslandaktivitäten kompensierte. Durch massive Verluste bei der amerikanischen Tochtergesellschaft VSL Corporation geriet die Losinger-Gruppe jedoch in finanzielle Schwierigkeiten. 1980 zählte das Unternehmen 5'400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 650 Millionen Schweizer Franken. 1983 übernimmt die US-Firma Enserch die Aktienmehrheit.

1990 wurde die Aktienmehrheit (85 %) der Losinger AG der französischen Bouygues-Gruppe verkauft. Im Jahr darauf trat Vinzenz Losinger aus der Firma aus. Bouygues richtete das Unternehmen neu aus, indem es den Spezialitätenbereich VSL International aus der Losinger-Gruppe ausgliederte und ins internationale Geschäft integrierte sowie Losinger auf den Schweizer Markt fokussierte.[7]

Marazzi Generalunternehmung AG

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Marazzi wurde 1907 durch den italienischen Einwanderer Lorenzo Marazzi als Baugeschäft im bernischen Signau gegründet. In der Folge wandelte er die Firma zusammen mit seinem Sohn Hugo in die Kollektivgesellschaft Lorenzo Marazzi + Sohn um. Nach dem Tod des Vaters übernahm Hugo Marazzi 1953 die ehemaligen Werkanlagen in Signau als Filiale und wandelte das Unternehmen 1963 in die Aktiengesellschaft Marazzi + Co. AG um, woraus 1978 die Marazzi AG wurde. 1972 gründeten Hugo Marazzi und sein Sohn Bruno, der seit 1971 im Unternehmen tätig war, die Marazzi Generalunternehmung AG in Bern. Diese übernahm Bauaufträge aller Art von der vollständigen Planung bis zur Ausführung von Bauten. Zudem bewirtschaftet sie Liegenschaften durch Kauf/Verkauf, Vermietung und Verwaltung. 1989 verlegte Marazzi den Unternehmenssitz nach Muri bei Bern. Die einzelnen Unternehmen der Gruppe wurden 1993 unter der Marazzi Holding AG zusammengefasst.

Im Sommer 2006 übernahm Losinger Construction die traditionsreiche Marazzi-Gruppe, die als juristisch eigenständiges Unternehmen innerhalb der Losinger-Gruppe bestehen blieb.[5] Wichtigster Bereich der Marazzi Holding stellte die Marazzi Generalunternehmung AG dar. Einzig die Geschäftsaktivitäten sowie die Mitarbeitenden der Marazzi Bauunternehmung AG wurden auf Anfang 2008 an die Frutiger AG in Thun veräussert.

Losinger Marazzi AG

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Ab Mitte 2011 trägt das Unternehmen offiziell den Namen Losinger Marazzi AG.[8] Am 1. Januar 2015 wurde Pascal Bärtschi, Bauingenieur ETH, zu dessen CEO ernannt. Er trat die Nachfolge von Pascal Minault an, der nach sechs Jahren an der Spitze der Losinger Marazzi AG zum CEO von Bouygues Entreprises France-Europe, einer Division von Bouygues Construction, ernannt wurde.[1] Diese umfasst die französischen und europäischen Tochtergesellschaften im Bau- und Immobilienbereich, zu denen auch die Losinger Marazzi AG gehört. Bouygues Construction zählt rund 32 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 60 Ländern und erzielte 2023 einen Umsatz von 9,8 Milliarden EUR.[9] Damit ist es nach eigenen Angaben eines der führenden Unternehmen in den Bereichen Hoch- und Tiefbau.

Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat bei Losinger Marazzi nach eigenen Angaben oberste Priorität.[10] Das Unternehmen hat bereits zwei Mal (2012, 2018) den alle fünf Jahre verliehenen Suva-Preis für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz erhalten.[10]

2017 feierte die Losinger Marazzi AG ihr 100-Jahr-Jubiläum.[2]

Tätigkeitsgebiet

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Die Losinger Marazzi AG setzt Projekte im Bereich Hochbau für private, institutionelle Investoren und die öffentliche Hand um. Es werden entweder Bestandsgebäude renoviert bzw. umgenutzt oder Neubauten entwickelt und realisiert. Die Dienstleistungen Immobilien- bzw. Landanbindung, Immobilien- und Arealentwicklung, Projektplanung und -realisierung, Nutzersuche sowie Betrieb und Unterhalt – unter anderem in Zusammenarbeit mit der ebenfalls zur Bouygues-Gruppe gehörenden Equans Switzerland AG[11] (ehem. Bouygues Energies & Services InTec AG) –, decken den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie ab.[12] Themen wie die Optimierung und Verdichtung des Wohnraums, die Schaffung von qualitativ hochwertigem Lebens- und Arbeitsraum sowie Klimaresilienz und Nachhaltigkeit stehen im Zentrum. Losinger Marazzi hat das schweizweit erste 2000-Watt-Areal realisiert, industrialisiert seine Prozesse laufend, um Ressourcen zu schonen, baut ganze Quartiere aus Holz, setzt CO2-bindenden Beton ein[13], engagiert sich im Bereich Kreislaufwirtschaft[14] und realisiert eines der ersten Plusenergiequartiere der Schweiz.[15] Das SBTi-zertifizierte Unternehmen[16] verpflichtet sich nach eigenen Angaben in Anlehnung an die Klimastrategie 2050 des Bundes, bis 2030 im Vergleich zu 2021 die CO2-äquivalenten Emissionen in seinen Projekten (Scope 3) um 30 % zu reduzieren. Zudem sollen die direkten Emissionen (Scopes 1 & 2) um 40 % reduziert werden.[16]

Die Losinger Marazzi AG entwickelt und realisiert schweizweit Bauprojekte für unterschiedlichste Nutzungen:[17]

Bildung/Forschung/Kultur

  • Rolex Learning Center, Lausanne (VD)
  • Stiftung Jan Michasky, Montricher (VD)
  • EXPLORiT, Yverdon-les-Bains (VD)

Sport

  • Stade de Suisse, Bern (BE)
  • Alaïa Bay, Sion (VS)

Büro

  • Prime Tower und City West, Zürich (ZH)
  • Espace Post, Wankdorf-City, Bern (BE)

Industrie

  • Blumenbörse West, Kerzers (FR)
  • SPARK, Plan-les-Ouates (GE)
  • Quarz’Up, Vernier (GE)

Nachhaltige Quartiere und Areale

  • Im Lenz, Lenzburg (AG): 2000-Watt-Areal, Minergie-Standard
  • Erlenmatt West, Basel (BS): erstes 2000-Watt-Areal in Betrieb, Minergie, Photovoltaik
  • Greencity Quartier, Zürich Süd (ZH): Erstes 2000-Watt-Areal in Entwicklung der Schweiz
  • Tramdepot Burgernziel, Bern (BE): 2000-Watt-Areal, Minergie-ECO
  • Églantine, Morges (VD): 2000-Watt-Areal, Minergie-ECO
  • Nidfeld, Kriens (LU): 2000-Watt-Areal, Minergie-P-ECO, Zertifikat Natur & Wirtschaft

Nachhaltige Projekte

  • Aarerain, Worblaufen (BE): Erstes Plusenergiequartier des Kanton Bern
  • BERN 131, Bern (BE): Holz-Hybridbau, SNBS-Zertifikat «Gold»
  • Weidmatt, Liestal/Lausen (BL): Holzbau, Zertifikat Natur & Wirtschaft, Minergie-ECO
  • Kantonale Verwaltung am Seetalplatz, Luzern (LU): Minergie-P-ECO, SNBS-Zertifikat «Gold»
  • Plaines du Loup (PUB), Lausanne (VD): 2000-Watt-Areal, Minergie-P-ECO
  • Quai Vernets, Genf (GE): 2000-Watt-Areal, Nature en ville, Zertifikat Natur & Wirtschaft
  • Arbora, Crissier (VD): Minergie, BiodiverCity, WELL Community

Renovation/Umnutzung/Stadterneuerung

  • Schönburg, Bern (BE)
  • Spenglerpark, Münchenstein (BL)
  • Centre Rhône Fusterie, Genf (GE)
  • Côté Parc, Genf (GE)
  • Coop Caroline, Lausanne (VD)
  • LG Areal (Zählerweg und in der Gartenstadt 2a), Zug (ZG)

Gesundheit:

  • Spital Limmattal + Pflegezentrum, Schlieren (ZH)
  • Maison de la Santé, Porrentruy (JU)
  • Biopôle I, Lausanne (VD)
  • Biopôle ll, Lausanne (VD)
  • Biopôle III, Lausanne (VD)
  • Biopôle IV, Lausanne (VD)

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Medienmitteilung: Pascal Bärtschi, neuer CEO der Losinger Marazzi AG. Losinger Marazzi, abgerufen am 6. Dezember 2024.
  2. 1 2 100 Jahre Losinger Marazzi 1917-1967. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  3. 100 Jahre Losinger Marazzi 1967-2017. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  4. 1 2 Staatsarchiv Losinger. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  5. 1 2 Neuer Schweizer Bauriese in französischer Hand. In: NZZ. Abgerufen am 6. Dezember 2024. Grenzüberschreitende Konzentration im Bausektor. In: Swissinfo. Abgerufen am 6. Dezember 2024. Bouygues wird Nummer zwei nach Implenia. In: Finanz und Wirtschaft. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  6. Grande Dixence. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  7. Unternehmensmagazin Challenges. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  8. Handelsregisterauszug Losinger Marazzi AG. In: Schweizerisches Handelsamtsblatt (SHAB). Abgerufen am 6. Dezember 2024. Handelsregisterauszug Losinger Marazzi AG. In: Zefix. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  9. Bouygues Construction Website. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  10. 1 2 Sécurité et Santé au travail: Losinger Marazzi exemplaire! Medienmitteilung. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  11. Equans Switzerland. In: Equans. Abgerufen am 6. Dezember 2024. Handelsregisterauszug Equans Switzerland AG. In: Zefix. Abgerufen am 6. Dezember 2024. Bouygues finalise l’acquisition d’Equans. In: Bouygues Energies & Services. Abgerufen am 6. Dezember 2024 (französisch).
  12. Stadterneuerung. In: Losinger Marazzi. Abgerufen am 6. Dezember 2024. Klimaresilienz und Nachhaltigkeit. In: Losinger Marazzi. Abgerufen am 6. Dezember 2024. Schaffung Mehrwert. In: Losinger Marazzi. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  13. Baublatt: Losinger Marazzi verwendet CO2-bindenden Beton. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  14. Madaster Schweiz launcht Schweizer Lösung für Kreislaufwirtschaft in der Baubranche. (PDF) In: Madaster. Abgerufen am 6. Dezember 2024. Forschung zur Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Erfolg. In: Universität Luzern – Laboratory for Circular Economy (LACE). Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  15. Plusenergiequartier Aarerain. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  16. 1 2 Losinger Marazzi setzt Klimastrategie in ihren Projekten um. (PDF) In: Losinger Marazzi. Abgerufen am 6. Dezember 2024. Losinger Marazzi ist die erste Immobilienentwicklerin und Totalunternehmung in der Schweiz mit einer SBTi-zertifizierten Klimastrategie. In: Losinger Marazzi. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  17. Losinger Marazzi. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
Losinger Marazzi AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1917
Sitz Bern, Schweiz Schweiz
Leitung Pascal Bärtschi
(CEO), Pascal Bärtschi
(VR-Präsident)
Mitarbeiterzahl über 750 (2024)
Umsatz rund 800 Mio. CHF (2016)
Branche Bauwesen, Immobilienentwicklerin, Totalunternehmer
Website www.losinger-marazzi.ch