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Lo Crestià

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Seite von Terç del Crestià nach dem Manuskript 1792 der nationalen Bibliothek Madrids

Lo Crestià (auf Deutsch „Das Christliche“) war eine Enzyklopädie auf Katalanisch, die von dem König Peter IV. von Aragon gefördert wurde. Sie wurde von Francesc Eiximenis[1] zwischen 1379 und 1392 geschrieben. Der erste Band und die erste Hälfte vom Dotzè (zwölfter Band) wurden von dem deutschen Drucker Lambert Palmart in Valencia 1483 und 1484 veröffentlicht.

Nach Curt Wittlin sollte es Lo Cristià genannt werden.[2] Am Anfang sollte es aus dreizehn Bänden bestehen. Diese Bände sollten „insgesamt alle Grundlagen des Christentums“ enthalten, damit die Untersuchung der Theologie zwischen den Laien gefördert wurde. Heutzutage kann man behaupten, dass es eine Enzyklopädie des mittelalterlichen Lebens ist. Lo Crestià gilt als ein universales Werk, das eine wichtige Etappe der Geschichte der abendländischen Literatur kennzeichnet: Das ist die letzte wichtige mittelalterliche Summa Theologica, und es ist auch eines der ersten Werke der europäischen didaktischen und theologischen Literatur, das nicht mehr auf Latein, sondern in einer einheimischen, der katalanischen Sprache geschrieben wurde.

Das Projekt dieses Werks wird im Abschnitt 4 der Einleitung für das ganze Lo Crestià dargestellt[3]:

  • Das erste Buch sollte eine allgemeine und apologetische Einleitung für Christentum gewesen sein.
  • Das zweite Buch sollte auf die Versuchung bezogen werden.
  • Das dritte Buch sollte auf das Böse und die verschiedenen Arten von Sünden bezogen werden.
  • Das vierte Buch sollte auf die Freiheit des Mannes bezogen werden, um Gutes oder Böses zu tun. Es geht auch um die Hilfe Gottes dem Mann, um Gutes anstatt Böses zu tun.
  • Das fünfte Buch sollte auf die drei theologischen Tugenden bezogen werden: Glauben, Hoffnung und Liebe.
  • Das sechste Buch sollte auf die vier Kardinaltugenden bezogen werden: Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung.
  • Das siebte Buch sollte auf die zehn Gebote bezogen werden.
  • Das achte Buch sollte auf die Ordnung der Sachen und der Lebewesen nach der mittelalterlichen Weltanschauung bezogen werden.
  • Das neunte Buch sollte auf die Menschwerdung Gottes bezogen werden.
  • Das zehnte Buch sollte auf die sieben Sakramenten bezogen werden.
  • Das elfte Buch sollte auf die verschiedenen Arten von Klerus bezogen werden.
  • Das zwölfte Buch sollte auf die Regierung der Gesellschaft bezogen werden.
  • Das dreizehnte Buch sollte auf Eschatologie und die Endzeit bezogen werden. Es geht auch um die Preise oder Bestrafungen, die man nach der mittelalterlichen Weltanschauung am Ende der Welt bekommen wird.

Aus den am Anfang geplanten dreizehn Bänden wurden nur vier Bände geschrieben: Die drei ersten Bände setzen sich mit Themen von Theologie und Sittlichkeit auseinander. Der zwölfte Band handelt von der Regierung der Republik. Nichtsdestoweniger werden die Mehrheit der Themen der nicht geschriebenen Bücher von Lo Crestià durch andere Werke von Eiximenis verstreut.

Der erste Band (oder Primer del Crestià) wurde zwischen 1379 und 1381 geschrieben. Er ist eine allgemeine Einleitung für die christliche Religion, die auch apologetisch gegen Islam und Judentum ist. Er ist in vier Teile aufgeteilt und enthält 376 Abschnitte nebst fünf einleitenden von dem ganzen Lo Crestià Abschnitten. Deshalb hat er insgesamt 381 Abschnitte. König Peter IV. von Aragon hatte ein großes Interesse daran, dass dieses Werk schnell beendet wurde. Deswegen befahl er, dass Eiximenis keine Erlaubnis haben musste, nach außerhalb seines Klosters zu gehen, „fins que la dita obra haja perfecció“ (bis dass dieses Werk ganz vollkommen wird).[4]

Der zweite Band (oder Segon del Crestià) wurde zwischen 1382 und 1383 geschrieben. Es handelt von der Versuchung und enthält 240 Abschnitte und eine Analyse des Problems der Versuchungen.

Der dritte Band (oder Terç del Crestià) wurde 1384 geschrieben. Er enthält insgesamt 1060 Abschnitte und ist in zwölf Teile gegliedert. Hier werden die Begriffe von Böse und Sünde erforscht. Es gibt eine sehr detaillierte Vorstellung der sieben Todsünden und der Sünden der Zunge. Einige Themen des zweiten Bandes werden hier erweitert.[5] Dieser Band enthält den Teil Com usar bé de beure e menjar (Wie man gut das Essen und das Trinken benutzen kann). Obwohl dieser Teil keine Rezepte enthält, ist er nützlich, um die Gastronomie dieser Zeit zu kennen. Zum Beispiel bezieht er sich auf die Bedienung, das Protokoll und die moralischen Regeln des Moments des Essens.[6]

Der zwölfte Band (oder Dotzè del Crestià) wurde zwischen 1385 und 1392 geschrieben. Dieses Traktat enthält insgesamt 907 Abschnitte, die in acht Teile aufgeteilt werden. Hier werden die Grundlagen der Regierung der Städte und der Gemeinden erklärt.

Digitale Auflagen von Lo Crestià

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  • [1] Erste Hälfte (Abschnitte 1–523) vom Terç del Crestià (BNC, ms. 457).
  • [2] Primer del Crestià (Valencia, Lambert Palmart, 1483).
  • [3] Erste Hälfte (Abschnitte 1–473) vom Dotzè del Crestià (Valencia, Lambert Palmart, 1484).

Lo Crestià auf den digitalisierten gesamten Werken

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Einzelnachweise

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  1. Lo Crestià (Memento des Originals vom 26. Oktober 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.escriptors.cat. Artikel der Webseite der Associació d'Escriptors en Llengua Catalana (Gesellschaft von Schriftstellern in katalanischer Sprache); auf Katalanisch.
  2. Curt Wittlin. „Era Cristià Lo Crestià de Francesc Eiximenis? Història d’un error de Paleografia“. Caplletra, 48. Frühling 2010. 163-77 (auf Katalanisch)
  3. Eiximenis, Francesc. Lo Crestià. Barcelona. Ed. 62 / La Caixa. 1983. S. 41. Auswahl von Albert Hauf. (auf Katalanisch)
  4. Einleitung für Lo Crestià (auf Katalanisch). Biblioteca Valenciana Digital (Digitale valencianische Bibliothek).
  5. Lo Crestià. (Artikel in der Großen katalanischen Enzyklopädie). (auf Katalanisch)
  6. Francesc Eiximenis. Història de la nostra gastronomia (PDF; 98 kB) Artikel von Juan A. Fernández, der auf die S. 18 von Sóller am 29. Mai 2010 veröffentlicht wurde (auf Katalanisch)