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Leimea

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Die osttimoresische Gemeinde Ermera (Grenzen bis 2015)

Leimea (Leimean, Leimiam, Limian, Lei-Mean, Lermean, Lameão, Leymian, Lei-Mehan) war ein Reich in der osttimoresischen Gemeinde Ermera. Der Hauptort des Reiches befand sich in Hatupae (Hatopai), im heutigen Suco Leimea-Craic.[1]

Herrscher von Leimea
Herrscher Erwähnung
Dom Caetano Pereiraerwähnt 1769[1]
Dom Luiz Pereiraerwähnt 1815[1]

Leimea und Laclo (in Atsabe) werden in mündlichen Überlieferungen als Ursprung der Kemak bezeichnet, allerdings wurde noch vor der Kolonialzeit Tiarlelo in Atsabe das kulturelle und politische Zentrum, da dort der Koronel bote (Tetum: Liurai) lebte. Die Koronel bote dieser Familie werden aber in einigen mündlichen Überlieferungen als Usurpatoren bezeichnet, welche die Herrschaft von Laclo und Leimea übernahmen. Die Atsabe-Kemak dominierten die gesamten von den Kemak bewohnten Gebiete in Osttimor. Das betraf neben der Region von Atsabe, Gebiete im Norden des heutigen Bobonaro, im nördlichen Ainaro und im Gebiet von Suai.[2] Die Kemak-Reiche standen wiederum unter der Oberhoheit des Tokodede-Reichs von Maubara.[3.1] Bereits in einer Version der Legende der Gründung Maubaras werden die vier Herrscher von Atsabe, Leimea, Deribate und Mau-Ubo (Mahubo) als untergeordnete Herrscher aufgeführt.[3.2]

Im 17. Jahrhundert wurde Leimea als ein großes Reich beschrieben, das Wachs und Sandelholz produzierte. 1710 und 1727 zahlte es an die Portugiesen jeweils einen Tribut von 200 Pardau. 1733 entsandte Leimea an die portugiesische Siedlung in Lifau achtzig Picos Proviant und 20 Mann für die Garnison.[1] Leimea beteiligte sich zumindest zeitweise an der Cailaco-Rebellion (1719–1769) gegen die portugiesische Kolonialmacht.[4.1] Danach unterstützten sie wieder die Portugiesen.[4.2]

1850 beschreibt ein portugiesischer Bericht Leimea als kleines Reich, drei Tagesreisen entfernt von Dili, mit 688 Herdfeuern und 5500 Einwohnern. Der Herrscher zahlte als Tribut an Portugal 19.400 Reis.[1] Gouverneur Afonso de Castro (1859–1860; 1861–1863) ordnete 1860 Leimea der Militärkommandantur Cailaco zu[5] und erwähnt es auch in seiner Liste von 1868 als Reich, das von einem Liurai geführt wurde.[6][7]

Im Frühjahr 1867 erhob sich Leimea gegen die portugiesische Kolonialmacht. Gouverneur Francisco Teixeira da Silva (1865–1869) schlug den Widerstand in einem ungleichen Kampf nieder. In der 48 Stunden dauernden entscheidenden Schlacht mussten sich die Rebellen gegen eine an Feuerkraft überlegene Übermacht wehren. 15 Dörfer wurden eingenommen und niedergebrannt. Die Anzahl der Opfer unter den Timoresen ist nicht bekannt, die Portugiesen bezifferten ihre eigenen Verluste mit zwei Toten und acht Verwundeten. Das Territorium Leimeas wurde auf die benachbarten Reiche aufgeteilt.[4.3] Allerdings scheint Leimea wieder als Reich entstanden zu sein, denn 1883 wurde das Reich unter Gouverneur Bento da França Pinto de Oliveira (1882–1883) zur 3º Comando militar de Maubara zugeordnet.[5]

Laut Carlos Filipe Ximenes Belo soll Leimea erst unter Gouverneur José Celestino da Silva (1894–1908) wegen seiner andauernden Beteiligung an Aufständen endgültig aufgeteilt worden sein. Leimea Leten („Ober-Leimea“) kam zu Atsabe und Catraileten („Ober-Catrai“) zu Letefoho. Leimea-Craic („Unter-Leimea“) und Leimea-Sarinbalo befinden sich heute im Verwaltungsamt Hatulia.[1][8] Einwohner flohen nach Cailaco, Atabae und Westtimor.[1]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 Carlos Filipe Ximenes Belo: Os antigos reinos de Timor-Leste (Reys de Lorosay e Reys de Lorotoba, Coronéis e Datos), S. 131–132, Baucau: Tipografia Diocesana Baucau 2011.
  2. Andrea K. Molnar: Died in the service of Portugal: Legitimacy of authority and dynamics of group identity among the Atsabe Kemak in East Timor, Journal of Southeast Asian Studies, Singapore. 2005.
  3. Douglas Kammen: Three Centuries of Conflict in East Timor. Rutgers University Press, 2019, ISBN 978-0-8135-7412-7 (degruyter.com [abgerufen am 8. November 2025]).
    1. S. 55 & 188.
    2. S. 186.
  4. Geoffrey C. Gunn: History of Timor (Memento vom 24. März 2009 im Internet Archive)Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
    1. S. 42.
    2. S. 49.
    3. S. 86.
  5. 1 2 150 Anos da criação de distritos em Timor (Memento vom 11. Mai 2016 im Internet Archive)
  6. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história (Memento vom 13. November 2001 im Internet Archive)
  7. East Timor – PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR (Memento vom 21. Februar 2004 im Internet Archive)
  8. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)

Koordinaten:  52′ S, 125° 19′ O