Lawrence Leuschner
Lawrence Leuschner (* 1982[1]) ist ein deutscher Unternehmer.
Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leuschner ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines syrischen Vaters. Sein Vater arbeitete als Mechaniker und führte später eine eigene Tankstelle und dann einen Auto- und Lkw-Verleih. Im Alter von sechs Jahren zog Leuschner mit seiner Mutter nach Hofheim am Taunus. Sein Stiefvater war Inhaber eines Import-Exportunternehmens und Leuschner begann, die ausrangierten Waren aus der Firma auf dem Flohmarkt zu verkaufen.[2][3][4][5]
Als Leuschner mit 17 Jahren von einem Schüleraustausch aus den USA zurückkehrte, verkaufte er weiter Gebrauchtartikel, vornehmlich auf eBay. Nachdem er zehn Jahre Gebrauchtwaren auf Flohmärkten und bei eBay verkauft hatte, gründete er im Jahr 2004 gemeinsam mit Freunden die Trade-a-game GmbH, ein Online-Unternehmen für den Verkauf gebrauchter Videospiele.[5][6] Die Investorenansprache erfolgte, während Leuschner von 2003 bis 2004 seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr ableistete. Sein Studium des internationalen Betriebsrechtes in Wiesbaden[1] brach er ab, um sich vollständig dem Aufbau der Trade-a-game GmbH zu widmen.
ReBuy
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Dokumentarfilm Eine unbequeme Wahrheit von Al Gore inspirierte Leuschner, als Unternehmer „zu einer besseren Welt“ beizutragen und das Produktsortiment von Trade-a-game zu erweitern[7] mit dem Ziel, einen Marktplatz für sämtliche gebrauchte Elektrogeräte aufzubauen. 2009 wurde die Trade-a-game GmbH in ReBuy umbenannt und zu einem Marktplatz für weitere gebrauchte Medien und technische Geräte wie Bücher, CDs, DVDs, Smartphones, Laptops und Tablets erweitert.[5]
Unter Leuschners Leitung wurde ReBuy zu einem europäischen Online-Marktplatz für gebrauchte Elektrogeräte mit rund vier Millionen Kunden ausgebaut. Das Unternehmen verlängerte die Haltbarkeit von ca. 100 Millionen Produkten durch Reparatur und Instandsetzung.[2] Finanziert wurde ReBuy von mehreren europäischen Wagniskapitalgesellschaften, darunter Iris Capital und Capnamic.[8] Nach mehr als fünfzehn Jahren der Geschäftsleitung von Trade-a-game und ReBuy entschied Leuschner 2017, ein Sabbatical zu nehmen. Zu der Zeit war ReBuy profitabel; das Unternehmen beschäftigte mehr als 600 Mitarbeitende und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von über 100 Millionen Euro.[2][5][9][8][10]
Tier Mobility
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während des Sabbaticals verbrachte Leuschner einige Zeit in Süd- und Mittelamerika, wo er unmittelbar mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert wurde. Er kehrte mit der Idee zurück, einen Sharing-Anbieter für nachhaltige E-Mikromobilität zu gründen,[3][11][12] sodass er im Oktober 2018 gemeinsam mit Matthias Laug und Julian Blessin den Anbieter für geteilte Mikromobilität Tier Mobility mit Sitz in Berlin gründete. Seitdem ist er CEO des Unternehmens.[13] Unter Leuschners Führung sammelte das Unternehmen in verschiedenen Finanzierungsrunden mehr als 400 Mio. US-Dollar ein.[14][15][16]
Blue Impact
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2020 gründete Leuschner den Venture-Capital-Fonds Blue Impact. Dieser investiert in Impact-Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, Technologien gegen den Klimawandel zu entwickeln, die Gesundheitsversorgung zu verbessern, die Demokratie zu stärken, eine ganzheitliche Ernährung oder nachhaltige Verkehrsmittel fördern.[6]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Jochen Knoblach: „Den Klimawandel aufzuhalten, ist meine Bestimmung“. In: Berliner Zeitung. 1. Oktober 2020, abgerufen am 28. Januar 2026.
- 1 2 3 ReBuy-Gründer Lawrence Leuschner steigt aus. In: Gründerszene. 6. November 2017, abgerufen am 28. Juli 2019.
- 1 2 TIER Mobility Are Set To Change Transport. 15. Januar 2019, archiviert vom am 15. Juli 2019; abgerufen am 28. Juli 2019 (englisch).
- ↑ Redaktion Merkurist: Lawrence Leuschner: Über Weltreisen und Hofheim als Startup-Hochburg. 15. April 2018, ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 28. Juli 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
- 1 2 3 4 From flea markets to an online garage sale. In: The Local. 24. November 2014, abgerufen am 28. Juli 2019 (englisch).
- 1 2 John Puthenpurackal: TIER-Gründer: Der Kosmos von Unternehmer Lawrence Leuschner. In: BILD. 14. Juli 2020, abgerufen am 21. April 2021.
- ↑ Tier Mobility CEO on electric scooter boom: ‘I’m very surprised at the speed we are going’. In: VentureBeat. 12. Dezember 2019, abgerufen am 21. April 2021 (englisch).
- 1 2 Rebuy – Capnamic Ventures. Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 28. Juli 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
- ↑ reBuy - Our investments. Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 28. Juli 2019 (englisch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
- ↑ Tier, the Berlin-based e-scooter rental startup, unveils new hardware and announces it’s reached 2M rides. In: TechCrunch. Abgerufen am 28. Juli 2019 (englisch).
- ↑ Niklas Wirminghaus: Die E-Tretroller-Welle rollt an. In: Capital. 17. Juli 2019, abgerufen am 29. Juni 2023.
- ↑ Lawrence Leuschner: Rebuy Ade: Surfen la Panamericana - Vom Gründer zum Abenteurer. In: BerlinValley. 30. August 2018, archiviert vom am 16. Juli 2019; abgerufen am 28. Juli 2019.
- ↑ Sam Shead: SoftBank-backed Tier plans to charge its e-scooter batteries in local shops. In: CNBC. 10. Februar 2021, abgerufen am 21. April 2021 (englisch).
- ↑ Tier Mobility, the European e-scooter rentals startup, adds another ~$40M to its Series B. In: TechCrunch. Abgerufen am 21. April 2021 (englisch).
- ↑ E-scooter startup Tier raises $250 million round led by SoftBank Vision Fund 2. In: TechCrunch. Abgerufen am 21. April 2021 (englisch).
- ↑ TIER Mobility. Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 21. April 2021 (englisch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Leuschner, Lawrence |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Unternehmer |
| GEBURTSDATUM | 1982 |