Das Kombinat wurde als Nachfolger der VVB Lacke und Farben, die es seit 1948 gab, im Jahr 1979 gegründet. Der Stammbetrieb der VVB war die Lackfabrik Leipzig, die aus einem Unternehmen aus dem 19.Jahrhundert hervorgegangen war. Lacufa hatte das Logo der VVB in nur leicht abgewandelter Form übernommen (stilisiertes „LF“ ohne Schrift). Das neue Kombinat war in der DDR Monopolist für sämtliche Lacke und Farben für Anwendungen in der Industrie, dem Handwerk und dem privaten Bereich.[2] Hierzu zählten beispielsweise Baufarben, Korrosionsschutzanstriche, Schiffsfarben, Straßenmarkierungen und Druckfarben sowie Automobil-, Industrie-, Möbel- und Elektroisolierlacke.[3] Das Kombinat unterstand dem Ministerium für Chemische Industrie. Weitere zentralgeleitete Kombinate im Zuständigkeitsbereich dieses Ministeriums sind in der Liste von Kombinaten der DDR aufgeführt.
Im Ergebnis der Wende und der anschließenden Wiedervereinigung wurde das Kombinat 1990 aufgelöst und seine Betriebe wurden privatisiert. Für diesen Übergangsprozess entstand die Lacufa AG mit Sitz in Berlin, welche mehrere Standorte des ehemaligen Kombinats umfasste und im Jahr 1992 von den Deutschen Amphibolin-Werken und der Lankwitzer Lackfabrik übernommen wurde.[4][5]
VEB Kali-Chemie Berlin, (Stammbetrieb), hatte unter anderem einen Produktionsstandort mit einer nahen Abfallhalde im Ortsteil Berlin-Niederschöneweide, der auf eine Lackfabrik aus dem 19.Jahrhundert zurückging.[7]
↑„Die Wirtschaft – Unabhängige Wochenzeitung für Wirtschaft, Handel und Finanzen“ (Hrsg.): Kombinate: Was aus ihnen geworden ist. Reportagen aus den neuen Ländern. Verlag Die Wirtschaft, München 1993, ISBN 3-349-01041-5, S. 377–381. (Anhang: Zentralgeleitete Kombinate der Industrie und des Bauwesens nach Ministerien, Stand 30. Juni 1990, basierend auf Zahlen des statistischen Betriebsregisters der DDR).
↑ddr-werbefiguren-welt.de: Lacufa, abgerufen am 7. Februar 2025.
↑Dirk-Henner Wellershoff:Die Transformation der Lacufa. In: Transformation des Kombinats Lacke und Farben. Empirische Transformationsforschung. Hrsg.: Deutscher Universitätsverlag. Wiesbaden 1998 (springer.com).
↑Liste der privatisierten Unternehmen der Treuhandanstalt Liste der Treuhandunternehmen in: Zusammenstellung der beim Versorgungsträger für die Zusatzversorgungssysteme zu den ehemaligen Betrieben und Einrichtungen der DDR vorhandenen Unterlagen bei Deutsche Rentenversicherung (in archive.org)