In den letzten Jahren seines Bestehens wurde das LTG 63 schrittweise von Teilen seiner Aufgaben entbunden, sobald diese vom LTG 62 mit seinen Airbus A400M wahrgenommen werden konnten. Nach der Abgabe der Aufgabe des Lufttransports in Krisengebieten inklusive des politisch-parlamentarischen Bereichs im Jahr 2020 war die letzte verbliebene Aufgabe noch die Durchführung von Sondereinsätzen.
Lage des Fliegerhorsts Hohn Koordinaten: N54° 18′ 43″ E009° 32′ 17″
Das LTG 63 wurde am 15.September 1961 zunächst auf dem Heeresflugplatz Celle aufgestellt und mit der Nord 2501 Noratlas ausgerüstet. Im September 1967 wurde der Standort nach Hohn bei Rendsburg verlegt. Die zum LTG 63 gehörende Hugo-Junkers-Kaserne liegt ca. drei Kilometer entfernt in Krummenort. In den Jahren 1968 bis 1970 wurden die Noratlas durch Transall C-160 ersetzt.
Am 9. Februar 1975 wurde das Geschwader durch ein Unglück erschüttert, als eine C-160D mit dem Kennzeichen 50+63 beim Landeanflug auf den Flughafen Chania wegen eines Navigationsfehlers und bei dichtem Schneetreiben in einen Berg flog. Keiner der 42 Insassen – neben der Besatzung waren Angehörige des Flugabwehrraketenbataillons 39 auf dem Weg zu einer Übung nach Kreta mit an Bord – überlebte das Unglück.[3]
Im Frühjahr 1993 wurden Teile des aufgelösten Hubschraubertransportgeschwaders 64 (HTG64) aus Ahlhorn in das LTG63 eingegliedert. Dem LTG63 standen so zusätzlich 19 Bell UH-1D zur Verfügung. Die Hubschrauber der 2.Staffel verlegten zur Ausbildung über Wasser regelmäßig nach Borkum. Im Zuge der Aufstellung des Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) auf dem Fliegerhorst Holzdorf wurde die 2. Staffel des LTG 63 im Dezember 2010 aufgelöst und deren Hubschrauber an den neuen Verband abgegeben.[4]
Im Frühjahr 2013 verlegten Transall des Geschwaders zur Unterstützung der französischen Opération Serval, dem Kampfeinsatz gegen Islamisten in Nordmali, nach Westafrika.[5]
Zum 1. April 2014 wurde das Lufttransportgeschwader 63 (LTG 63) zum Ausbildungsverband erklärt. Die lehrgangsbezogene praktische und theoretische Transall-Ausbildung findet jetzt auf dem Fliegerhorst Hohn statt. Die Ausbildung auf dem Transall-C-160-Flugsimulator wird weiter am Fliegerhorst Wunstorf, aber unter der Verantwortung des LTG63, durchgeführt.[6]
Stand 2011 sollten der Militärflugplatz Hohn sowie die dazugehörige, wenige Kilometer entfernte Hugo-Junkers-Kaserne in Krummenort (Alt Duvenstedt) im Jahr 2019 mit der Einstellung des Flugbetriebs mit der Transall im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr vollständig aufgegeben werden.[7] Im Dezember 2015 wurde dann beschlossen, den Betrieb des Fliegerhorstes bis Ende 2021 fortzusetzen, da erst um dieses Jahr die Befähigung des Airbus A400M für den taktischen Lufttransport erwartet wird. Der Flugbetrieb der Transall wurde dazu ab Ende 2017 nach der Auflösung des Lufttransportgeschwaders 61 in Penzing[8] am Standort Hohn gebündelt.
Im Sommer 2019 feierte das Geschwader seine 400.000 Flugstunde mit der C-160D, in diesem Jahr betrieb das Geschwader noch 15 Transalls. Am 17. August trat die C-160 Transall mit dem Kennzeichen 50+40 eine zweitägige Abschiedstour an, die sie über mehrere Luftwaffenstandorte wieder zum Flugplatz Hohn führte. Diese letzte der einst 90 Maschinen wird im November als Denkmal in der Offizierschule der Luftwaffe in Roth bei Nürnberg aufgestellt.[9]
Das Lufttransportgeschwader 63 wurde nach der Außerdienststellung des Transportflugzeugs Transall am 15. Dezember 2021 offiziell aufgelöst. Seither dient der Standort Hohn als Ausweichflugplatz des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“[10]. Hierzu wird eine Flugplatzstaffel mit insgesamt 60 Dienstposten gegründet, die einen Betrieb für 40 Stunden in der Woche sicherstellen soll.[11]
Mit über 400 Exponaten präsentiert das Lufttransportgeschwader 63 seine Geschichte im Hörsaalgebäude der Hugo-Junkers-Kaserne. Gezeigt wird die Entwicklung des Luftwaffengeschwaders seit dem Gründungsjahr 1961, seiner Flugzeuge und weltweiten Hilfs- und Unterstützungsflüge in Katastrophen-, Krisen- und Kriegsgebiete. Ein Teil der Ausstellung befasst sich mit der Historie rund um den Flugplatz Hohn und der deutschen Einheit seit dem Mauerfall 1989. Die Sammlung kann nach telefonischer Vereinbarung besichtigt werden.[12]
Seit Drehbeginn für die Fernsehserie Die Rettungsflieger stellte das Geschwader einen SAR-Hubschrauber Typ Bell UH-1D und das entsprechende Personal. Die Verbandsabzeichen sind dort ebenfalls auf dem Hubschrauber wie auch den Uniformen der Darsteller zu sehen.
↑Tödliche Schleife. In: Der Spiegel. Nr.8, 1975 (online). Zitat: „Indizien deuten darauf hin, daß die 42 Toten von Kreta die Opfer eines Navigations-Irrtums der Crew wurden.“