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LSWR-Klasse D15

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LSWR D15 class
LSWR‑Klasse D15 Nr. 464
LSWR‑Klasse D15 Nr. 464
LSWR‑Klasse D15 Nr. 464
Nummerierung: LSWR/SR: 463–472
BR: 30463–30472
Anzahl: 10
Hersteller: Eastleigh Works
Baujahr(e): 1912–1913
Ausmusterung: 1951–1956
Bauart: 2’B n2
2’B h2
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Kuppelraddurchmesser: 2032 mm
Laufraddurchmesser: 2032 mm
Anfahrzugkraft: Nassdampf: 95 kN
Heißdampf: 85 kN
Kesselüberdruck: Nassdampf:
13,8 bar (200 psi)
Heißdampf:
12,4 bar (180 psi)
Steuerungsart: Walschaerts (innen)
Zylinderanzahl: 2 (innen)
Zylinderdurchmesser: 19 ½ in (495 mm), später 20 in (508 mm)
Kolbenhub: 26 in (660 mm)
Tenderbauart: bei Ablieferung:
4‑achsiger
Drehgestelltender
später:
3‑achsiger Tender
Wasservorrat: Drehgestelltender:
20,5 m³ (4500 gal)
3-achisg:

15,9 m³ (3500 gal)
Brennstoffvorrat: Drehgestelltender:
4 t Kohle
3-achsig:
3–4 t
Konstrukteur: Dugald Drummond
Letzte Drummond‑Konstruktion; von Robert Urie mit Überhitzer ausgerüstet

Die Klasse D15 war eine Baureihe von zehn AmericanDampflokomotiven der London and South Western Railway (LSWR). Sie wurde 1912–1913 in den Eastleigh‑Werkstätten gebaut und war die letzte Konstruktion von Dugald Drummond. Die Lokomotiven galten als besonders wirtschaftlich und zuverlässig und wurden später von der Southern Railway (SR) sowie ab 1948 von der British Railways übernommen.

Nach mehreren wenig erfolgreichen Ten-Wheeler‑Entwürfen (F13, E14, G14 und P14) kehrte Drummond 1911 überraschend zum bewährten American‑Layout zurück. Die erste D15 verließ im Februar 1912 die Werkstätten in Eastleigh, die letzte im Dezember desselben Jahres.[1.1] Drummond starb im November desselben Jahres, während die Serie im Bau war. Die Lokomotiven erhielten die Nummern 463 bis 472.

Die D15‑Lokomotiven erwiesen sich als leistungsfähig und sparsam. Sie wurden vor allem auf den Schnellzugsdiensten nach Bournemouth und Portsmouth eingesetzt. Viele Lokführer bevorzugten sie gegenüber Drummonds-Ten-Wheelern, da sie weniger Kohle, Wasser und Öl verbrauchten und einfacher zu warten waren.

Nach dem Zusammenschluss der britischen Bahnen im Jahre 1923 erhielten die Lokomotiven die Nummern E463 bis E472, wobei das E in der Regel an den Maschinen nicht angebracht war. Bis zur Einführung der SR-Klasse West Country und Battle of Britain im Jahre 1945 waren D15‑Maschinen auch regelmäßig auf dem Dienst von Brighton nach Plymouth anzutreffen. Alle Lokomotiven wurden 1948 von den British Railways übernommen. Zwischen 1951 und 1956 wurden alle zehn Lokomotiven ausgemustert und verschrottet. Keine Maschine blieb erhalten.

Die D15-Lokomotiven wurden als einfache Zweizylinder-Nassdampflokomotiven mit innenliegenden Zylindern und Walschaerts-Steuerung gebaut. Der Kessel basierte auf demjenigen der LSWR-Klasse T7 und verfügte über eine lange Feuerbüchse mit geneigtem Rost, was eine höhere Kessellage erforderte. In der Feuerbüchse waren wie bei Drummonds Ten-Wheelern zusätzliche Wasserrohre ähnlich einem Thermosiphon angeordnet. In der Rauchkammer war ein Dampftrockner der Bauart Drummond angeordnet. Der Kesseldruck betrug bei den Nassdampfmaschinen 200 psi (13,8 bar).

Nach Drummonds Tod rüstete Robert Urie die Klasse mit Eastleigh‑Überhitzern aus, wobei die Wasserrohre in der Feuerbüchse entfernt wurden.[2] Ab ca. 1926 folgten Maunsell‑Überhitzer.[3] Bei den Lokomotiven mit Überhitzern wurde der Kesseldruck auf 180 psi (12,4 bar) herabgesetzt, was mit einer geringen Zugkraftreduktion von 95 kN auf 85 kN einherging. Der Zylinderdurchmesser betrug anfangs 19½ in (495 mm), wurde jedoch später auf 20 in (508 mm) erhöht.

Die D15 verfügte über einen Abdampf‑Speisewasservorwärmer im Schlepptender. Das Wasser wurde mit zwei Duplex-Pumpen, die stehend vor der Feuerbüchse angeordnet waren in den Kessel gepumpt. Ursprünglich waren die Lokomotiven mit dem Watercart-Drehgestelltender von Drummond gekuppelt, der 4 t Kohle und 4.500 Gallonen (20,5 m²) Wasser fasste. Ab 1923 wurden diese durch dreiachsige Tender mit 3.500 Gallonen (15,9 m²) ersetzt, die von K10‑ und L11‑Lokomotiven übernommen wurden.

  • Bradley, D. L.: LSWR Locomotives: The Drummond Classes. Railway Correspondence and Travel Society.
  • Haresnape, Brian: Drummond Locomotives: A Pictorial History. Ian Allan Publishing.
Commons: LSWR-Klasse D15 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. SR Drummond "D15" Class 4-4-0. In: BR Database. Abgerufen am 5. Januar 2025 (englisch).
    1. Fleet
  2. Ernest Leopold Ahrons: The British steam railway locomotive, 1825-1925. Locomotive Pub. Co.; Spon & Chamberlain, London; New York 1927, S. 355 (englisch, archive.org [abgerufen am 5. Januar 2026]).
  3. Charlie Verrall: LSWR D15 Class 465 at Nine Elms. 12. Mai 2020, abgerufen am 5. Januar 2026.