Ein Schwerpunkt der Kritischen Justiz lag von Anfang an in der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit in Gesellschaft, Rechtswissenschaft und Justiz. Martin Borowsky zeigte allerdings in einem Aufsatz, der in der KJ 2022 erschien, dass Hans Gustav Joachim in seiner 1939 erschienenen Dissertation nationalsozialistisches Gedankengut verarbeitet hatte. Joachim war in den Jahren 1959 bis 1961 Richter am Bundesarbeitsgericht gewesen. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte im Jahr 1978 darüber berichtet.[7][8][9]
Die Zeitschrift enthält Aufsätze und Berichte aus allen Rechtsgebieten und informiert über die derzeitigen Rechtsentwicklungen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Betrachtung des gesellschaftlichen Hintergrunds sowie des ökonomischen und politischen Kontextes. Die Zeitschrift wendet sich nicht nur an Juristen, sondern auch an die Angehörigen anderer Fachrichtungen.[10] Die Kritische Justiz ist demokratischen Werten verpflichtet.
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Rudolf Walther beschrieb die Zeitschrift in einem Bericht für die taz als „ein Relikt der 68er-Bewegung“, das es verstanden habe, sich „generationenübergreifend zu erneuern“.[11]Alexandra Kemmerer bescheinigte der Kritischen Justiz anlässlich deren 50. Geburtstag in der FAZ, sie habe einen „Generationswechsel vollzogen, ihr Themenspektrum [...] erweitert, [sei] internationaler und vielstimmiger geworden“.[12]
Helena Flam:Der Deutsche Juristinnenbund und die Zeitschrift „Kritische Justiz“: Für Frauen-, Bürger- und Arbeiterrechte sowie eine kritische Öffentlichkeit und demokratische Justiz. In: Juristische Expertise zwischen Profession und Protest. Nomos, Baden-Baden 2020, ISBN 978-3-8487-6586-7, S.100–137, doi:10.5771/9783748906629-100 (nomos-elibrary.de).
Alexandra Kemmerer:Progressiv, substantiell, originell. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 17.Juli 2019, S.N3 (Ressort Geisteswissenschaften).; online unter dem Titel „Ohne den Unsinn der Radikalität“.
↑Alexandra Kemmerer:Unselds öffentliches Recht. Wie das "Kursbuch für Juristen" scheiterte. In: Zeitschrift für Ideengeschichte. BandXIV, Nr.3. C.H. Beck, München 2020, S.91–102.
↑Alexandra Kemmerer:Praktiker des Wortes. Fritz Bauer und die Kritische Justiz. In: Katharina Rauschenberger / Sybille Steinbacher (Hrsg.): Fritz Bauer und "Achtundsechzig". Wallstein, Göttingen 2020, ISBN 978-3-8353-3845-6.
↑Rainer Erd:Der Glaube an die Untadeligkeit. Die „Kritische Justiz“ untersucht die nationalsozialistische Vergangenheit eines ihrer Gründungsmitglieder. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29.Dezember 2022, S.6 (im Ressort Staat und Recht).
↑Kritische Justiz. Startseite; abgerufen am 6. September 2010: „Die Zeitschrift ‚Kritische Justiz‘ wendet sich an JuristInnen, Jura-StudentInnen, ReferendarInnen, Rechts- und SozialwissenschaftlerInnen, GewerkschaftssekretärInnen, SozialarbeiterInnen, PädagogInnen, ÖkonomInnen, UmweltwissenschaftlerInnen.“