Die Techne Kirow GmbH, ehemals Kirow Ardelt GmbH, ist ein Maschinenbauunternehmen in Leipzig. Das Unternehmen ist Weltmarktführer für Eisenbahnkrane und Schlackentransporter. Kirow Leipzig ist Teil der Techne Sphere Leipzig GmbH (vormals Kirow Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Holding KG, kurz Kirow-Gruppe, bis 2018 Kranunion Beteiligungsgesellschaft mbH).
Die Techne Kirow GmbH gliedert sich in die Betriebsstätte Leipzig (Kirow) sowie die Zweigniederlassung in Ulm.
Zum 30. Juni 2021 gehörten der Belegschaft 140 Mitarbeiter (davon ein Geschäftsführer) an. Die Mitarbeiter erwirtschafteten 2023/2024 einen Umsatz von 48 Millionen Euro.[1]
Kirow Leipzig ist Weltmarktführer für Eisenbahnkrane und Schlackentransporter. Hermann Simon erwähnt Kirow in seinem gleichnamigen Buch als Beispiel für einen „Hidden Champion“.[2]
Die Techne Kirow GmbH ist an folgenden Unternehmen beteiligt. Die Prozentwerte in Klammern nennen den Anteil, den die Kirow Ardelt GmbH am 31. Dezember 2023 an diesen Unternehmen besaß.[1]
Aktie über 200 RM der Peniger Maschinenfabrik und Eisengießerei AG vom 7. Dezember 1928 mit Stempelaufdruck der neuen Firma Peniger Maschinenfabrik und Unruh & Liebig AGDas Betriebsgelände in Leipzig-Lindenau um 1930
1880 gründete der Ingenieur Karl Richard Liebig sein Unternehmen als Technisches Bureau und Maschinenbauanstalt in Leipzig zur Herstellung von Handaufzügen und Kranausrüstungen. Nach dem Eintritt von Gustav Unruh, einem Experten für Stetigförderer, erfolgte 1887 die Umbenennung in Unruh & Liebig. Ab 1899 gehörte das Unternehmen zur Peniger Maschinenfabrik und Eisengießerei AG (als sogenannte Abteilung Unruh & Liebig). Am 6. Dezember 1937 wurde die Firma in Peniger Maschinenfabrik und Unruh & Liebig AG geändert.[3]
1964 wurden zunächst der VEB Leipziger Aufzugsbau und 1971 der VEB Förderanlagenbau, Werk Lindenau in das Kombinat eingegliedert. Letztere wurde 1880 als Grohmann & Frosch, Eisenhochbau Leipzig gegründet und 1948 in VEB Leipziger Stahlbau- und Verzinkerei umbenannt.
Nach der Wende und der Privatisierung der DDR-Wirtschaft erhielt das Unternehmen 1995 den Namen Kirow Leipzig AG und gehört zur Gruppe des Oberhausener Familienunternehmens Koehne. 1997 übernahm Kirow die Vulkan Kocks GmbH und deren TochtergesellschaftKranbau Eberswalde GmbH. Das Unternehmen nannte sich nun Kirow Leipzig KE Kranbau Eberswalde GmbH. Kirow Leipzig und der Kranbau Eberswalde gehörten beide bis 1990 zum Kombinat TAKRAF und waren somit zusammen mit Kocks Krane in Bremen bis 2018 in der Kranunion (früher Kirow-Gruppe) erneut unter einem Dach vereint.
Am 6. Juli 2006 übernahm die KIROW Leipzig KE Kranbau Eberswalde GmbH 51 Prozent der Anteile an der LEOLINER Fahrzeug-Bau Leipzig GmbH (seit 1. Oktober 2007 HeiterBlick GmbH), einem Hersteller für Straßenbahntriebwagen mit Sitz in Leipzig. Die HeiterBlick GmbH wurde zusammen mit den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) als Joint Venture betrieben.[4] Am 23. Dezember 2010 wurde die Privatisierung abgeschlossen, indem Kirow sämtliche Anteile an der Gesellschaft übernahm.[5]
2007 erfolgte die Gründung der Ardelt Russland OOO in Sankt Petersburg, einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach russischem Recht, an der Kirow Leipzig alle Anteile hält. Auf der Hauptversammlung am 16. Juni 2008 wurde die Änderung der Firma von Kirow Leipzig KE Kranbau Eberswalde GmbH in Kirow Ardelt GmbH beschlossen. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 2. Juli 2008.[6] Auf der Gesellschafterversammlung am 3. Januar 2023 wurde die weitere Änderung der Firma in TECHNE KIROW GmbH beschlossen. Diese Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 10. Januar 2023.[6]
Außenansicht des Werks I des VEB Schwermaschinenbau S. M. Kirow Leipzig (1953)
Der Transport und die Bereitstellung von Weichen(elementen) kann durch den WeichentransportwagenSwitch Tilter erfolgen, der die breite Weiche tief und diagonal im Lademaß unterbringt.
Armin Müller: Institutionelle Brüche und personelle Brücken. Werkleiter in Volkseigenen Betrieben der DDR in der Ära Ulbricht. (Dissertation, Universität Konstanz, 2005) (= Wirtschafts- und sozialhistorische Studien, Band 15.) Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2006, ISBN 3-412-31005-0. (zur Zeit von 1945 bis 1970)
↑Hermann Simon: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer. Campus, Frankfurt a. M. 2007, ISBN 978-3-593-38380-4. S. 17.