Kirche Klein Engersen

Die evangelische Kirche Klein Engersen ist eine im Kern spätromanische Saalkirche im Ortsteil Klein Engersen von Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Kalbe-Kakerbeck im Kirchenkreis Salzwedel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Der Reformationsradweg, ein thematischer Radweg mit Station an dieser Kirche, soll zur touristischen Erschließung der Region beitragen.[1]
Geschichte und Architektur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kirche ist eine spätromanische Saalkirche aus teils unregelmäßigen, lagig versetzten Feldsteinquadern mit eingezogenem quadratischem Chor aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Über dem Westteil des Schiffes erhebt sich ein quadratischer Backsteinturm des 19. Jahrhunderts mit Zeltdach; die westliche Giebelwand ist in Feldstein ausgeführt. Im Westen und Norden des Schiffes ist das Mauerwerk vollkommen unregelmäßig.
Das stichbogige Westportal ist neuzeitlich. Kleine längsrechteckige Schallöffnungen sind in den Wänden des Turmoberteils eingelassen. Die Korbbogenfenster wurden vermutlich im 18. Jahrhundert eingebrochen. An der Südseite gibt es im Chor eine schmale rundbogiger Pforte; der Bogen des Portals an der Schiffssüdseite wird durch ein Fenster geschnitten.
Im Innern ist das Bauwerk flach gedeckt. Schiff und Chor sind durch einen im Kämpferbereich stark erweiterten Bogen getrennt. Die Dreiseitempore und das Gestühl stammen vermutlich aus dem 18. Jahrhundert.
Eine Instandsetzung des baufälligen Turms wurde in den Jahren 2009/10 vorgenommen. Dabei wurden abgängige Mauerwerkspartien durch Vernadelung gefestigt.[2]
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 98031 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt eingetragen.[3]
Ausstattung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Hauptstück der Ausstattung ist ein Kanzelaltar mit klassizistischen und neugotischen Elementen aus dem Jahr 1837. Ein Leuchter stammt aus dem Jahr 1700.[4] Ein steinerner Taufstein in achteckiger Kelchform ist in Minuskelinschrift auf das Jahr 1514 datiert.
Die neuromanische Orgel ist ein Werk der Firma Robert Voigt in Stendal vom Ende des 19. Jahrhunderts.
Eine altmärkische Bauernfahne stammt aus dem Jahr 1675 und wurde in den Jahren 1870/80 restauriert. Von den zwei Glocken des Jahres 1917 ist heute nur noch eine Bronzeglocke mit 90 cm Durchmesser der Firma Ziegner (Salzwedel) erhalten.[5]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ute Bednarz (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 473 (dehio.org).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Website des Reformationsradwegs mit Innenpanorama der Kirche
- ↑ Conny Kaiser: „… sonst kommt uns der Turm entgegen“. In: az-online.de. Altmark Zeitung, 8. Juni 2010, abgerufen am 23. September 2026.
- ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 23. September 2026 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 4009).
- ↑ Dorfkirche Kl. Engersen – Altmark. In: outdooractive.com. Abgerufen am 23. September 2026.
- ↑ Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen in der südwestlichen Altmark. Geschichte – Architektur – Ausstattung. 1. Auflage. Lukas Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-86732-405-2, S. 136–139.
Koordinaten: 52° 37′ 23,4″ N, 11° 21′ 46,7″ O