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Kinabalu-Ratte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kinabalu-Ratte

Kinabalu-Ratte (Rattus baluensis)

Systematik
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)
Tribus: Rattini
Rattus-Gruppe
Gattung: Ratten (Rattus)
Art: Kinabalu-Ratte
Wissenschaftlicher Name
Rattus baluensis
(Thomas, 1894)

Die Kinabalu-Ratte (Rattus baluensis) ist ein auf Borneo endemisches Nagetier in der Gattung der Ratten. Sie zählt zu einer Artengruppe, die nach der Hausratte benannt ist, und ihr nächster Verwandter ist vermutlich die Malaiische Feldratte (Rattus tiomanicus).[1]

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 158 bis 188 mm, einer Schwanzlänge von 175 bis 205 mm und einem Gewicht von durchschnittlich 108 g ist die Art eine mittelgroße Ratte. Es sind 30 bis 35 mm lange Hinterfüße vorhanden. In das helle, rehkitzfarbene Fell der Oberseite sind einige schwarze Haare eingemischt, die zu den Flanken hin weniger werden. Die Unterseite ist gelbbraun mit grauen Nuancen, was die Art von der Sumatra-Bergratte (Rattus korinchi) unterscheidet, die unterseits hellgrau ist. Auf den Füßen gibt es je einen dunkelbraunen Strich auf zwei Mittelfußknochen. Typisch sind runde Ohren mit kurzen Haaren, gebogene Krallen an den Füßen und ein durchgängig brauner Schwanz. Von den paarig angeordneten Zitzen der Weibchen liegen zwei auf der Brust, zwei kurz dahinter, vier auf dem Bauch und zwei im Leistenbereich.[2]

Verbreitung und Lebensweise

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Diese Ratte lebt in der Umgebung des Berges Kinabalu im malaysischen Teil der Insel Borneo. Dort lebt sie in Höhen zwischen 1500 und 3800 Meter, in Bergwäldern, Flächen mit verstreuten Zwergbäumen oberhalb der Waldgrenze und Buschflächen.[3]

Von der Kinabalu-Ratte ist bekannt, dass sie an der Kannenpflanze Nepenthes rajah leckt, wenn sie dort ihren Kot hinterlässt. Die Pflanze profitiert davon, da sich im Kot meist halbverdaute Kleintiere befinden. Die Ratte ist nachtaktiv und bewegt sich auf dem Boden.[2]

Die Kinabalu-Ratte ist anpassungsfähig und es sind keine Bedrohungen bekannt. Die höheren Lagen sind schwer zugänglich für Menschen, was einen Schutz darstellt. Die IUCN listet die Art als nicht gefährdet (least concern).[3]

Einzelnachweise

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  1. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Rattus baluensis).
  2. a b Don E. Wilson, Thomas E. Lacher Jr., Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 7 - Rodents II. Lynx Edicions, 2017, ISBN 978-84-16728-04-6, S. 836 (englisch, Rattus baluensis).
  3. a b Rattus baluensis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016. Eingestellt von: Aplin, K., 2016. Abgerufen am 4. Oktober 2025.