Khatyrkit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und entwickelt prismatische Kristalle von bis zu 400μm Länge. Er findet sich zudem eng verwachsen mit Cupalit in Form kleiner Körner. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf den Oberflächen der stahl- bis gelblichgrauen Kristalle und Körner einen metallischen Glanz.
Khatyrkit wurde erstmals im Meteoriten Khatyrka nachgewiesen, dessen Bruchstücke 1979 im Fluss Chatyrka (englischKhatyrka) im Autonomen Kreis der Korjaken im fernen Osten Russlands gefunden wurden. Benannt wurde das Mineral von dessen Erstbeschreibern von L. W. Rasin, N. S. Rudaschewskij und L. N. Wjalsow (russischЛ. В. Разин, Н. С. Рудашевский, Л. Н. Вяльсов) nach der namensgebenden ultramafischen Gesteinszone Khatyrka.[4]
Rasin, Rudaschewskij und Wjalsow sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1983 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1983-085[1]), die den Khatyrkit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde anschließend 1985 im russischen Fachmagazin Sapiski Wsessojusnogo Mineralogitscheskogo Obschtschestwa (russischЗаписки Всесоюзного Минералогического Общества) veröffentlicht. Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Khatyrkit lautet „Ktk“.[2]
Bereits in der veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Khatyrkit zur Mineralklasse der „Elemente“ und dort zur Abteilung der „Metalle und intermetallische Legierungen (ohne Halbmetalle)“, wo er zusammen mit Aluminium und Cupalit die unbenannte Gruppe I/A.03 bildete.
Die seit 2001 gültige und von der IMA verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Khatyrkit ebenfalls in die Abteilung der „Metalle und intermetallische Verbindungen“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, die entsprechend ihrer verwandten Eigenschaften in Metallfamilien eingeteilt wurden. Khatyrkit ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Kupfer-Cupalit-Familie“ zu finden, wo er zusammen mit Anyuiit und Novodneprit die unbenannte Gruppe 1.AA.15 bildet.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Khatyrkit in die Klasse und dort in die gleichnamige Abteilung der „Elemente“ ein. Hier ist er zusammen mit Cupalit in der unbenannten Gruppe 01.01.15 innerhalb der Unterabteilung „Elemente: Metallische Elemente außer der Platingruppe“ zu finden.
Khatyrkit findet man in alluvialen Lagerstätten, die bei der Auswaschung von Serpentinit entstanden sind. Es ist vergesellschaftet mit Cupalit und anderen Zink-Aluminium-Legierungen.
Außer an seiner Typlokalität im gleichnamigen Meteoriten fand sich das Mineral bisher nur noch im Wadi Deiat im Gouvernement Rotes Meer in Ägypten und im Mikrometeoriten KT01, der im Bundesstaat asch-Schamaliyya in Sudan entdeckt wurde (Stand 2025).[8]
Л. В. Разин, Н. С. Рудашевский, Л. Н. Вяльсов:Новые природные интерметаллические соединения Алюминия, Меди и Цинка – Хатыркит CuAl2, Купалит CuAl и Алюминиды ҷинка – из гипербазитов дунит-гарцбургитовой формации. In: Записки Всесоюзного Минералогического Общества. Band114, Nr.1, 1985, S.90–100 (russisch, rruff.info[PDF; 1,4MB; abgerufen am 10.Oktober 2025] englische Übersetzung: L. V. Razin, N. S. Rudashevskij, L. N. Vyalsov: New natural intermetallic compounds of aluminum, copper and zinc – khatyrkite CuAl2, cupalite CuAl and zinc aluminides – from hyperbasites of dunite-harzburgite formation. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva.).
Frank C. Hawthorne, Michael Fleischer, Edward S. Grew, Joel D. Grice, John L. Jambor, Jacek Puziewicz, Andrew C. Roberts, David A. Vanko, Janet A. Zilczer:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band71, Nr.9–10, 1986, S.1277–1282;hier:1278, Khatyrkite, Cupalite, unnamed ZnAl2 unnamed Zn2Al (englisch, rruff.info[PDF; 626kB; abgerufen am 10.Oktober 2025]).
1234Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.36 (englisch).
123456
Khatyrkite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 49kB; abgerufen am 10.Oktober 2025]).
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.