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Karl Prestele

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Karl Prestele. Ölgemälde von Ulrich Christoph Eipper, 1984
Karl Prestele im Jahr 1984. Ölgemälde von Ulrich Christoph Eipper

Karl Prestele (* 3. Oktober 1901 in München; † November 1992 in Eberfingen) war ein Komponist, Pianist, Organist, Dirigent und Lehrer.

Geboren als Sohn eines Baumeisters und Architekten, besuchte Karl Prestele das humanistische Wilhelms-Gymnasium in München. Von 1920 bis 1923 studierte er Theatergeschichte an der Hochschule für Musik und Theater München danach Musiktheorie und Klavier an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Walter Braunfels, Satztechnik und Dirigieren wieder in München bei Hermann Wolfgang von Waltershausen, daneben Cembalo, Cello, Orgel, Horn, Waldhorn (er musizierte als Hornist im Orchester unter Arturo Toscanini), und Oboe. Privatunterricht erhielt er zusammen mit Rudolf Moralt bei Richard Strauss in Garmisch. Er war als Korrepetitor von Chor und Gesangssolisten tätig, zeitweise als Kapellmeister an der Bayerischen Staatsoper in München. Er schloss Bekanntschaft mit Karl Elmendorff, Karl Böhm und Bruno Walter, Freundschaft verband ihn mit dem Dirigenten Hans Knappertsbusch. Von 1941 bis 1945 leistete er Kriegsdienst in Russland und Italien. Seine erste Frau verstarb 1943 bei einem Luftangriff auf Darmstadt. Er lebte nach dem Zweiten Weltkrieg in Wasserburg am Bodensee und ab 1972 in Eberfingen mit seiner Tochter Isabel. In den 1950er Jahren gehörte er zu den Mitaufbauern der neugegründeten Musikschule Lindau und war dort als Klavier- und Theorielehrer (Klavierlehrer von Martin Walser und dessen Frau Katharina Neuner-Jehle) tätig. Er gründete ein Klaviertrio mit der Literaturwissenschaftlerin und Cellistin Erika Wentzlaff-Eggebert und war als Organist und Chorleiter (Kirchenchor Lindau-Aeschach) tätig. Seine zweite Frau verstarb 1964.[1]

Karl Presteles Frühwerk verbrannte durch Kriegseinwirkung. Sein erhaltenes Œuvre umfasst Werke für Klavier, Orgel (z. B. Toccata, Choralfantasie über „Wachet auf ruft uns die Stimme“) Orchester (z. B. "Sancho Pansa", 1931, Suite für Orchester in 5 Sätzen), Chor, Oper ("Der Komödiant", 1933–48; "Alte Landsknechte",1940, eine Münchausen-Legende, aufgeführt mit dem Dresdener Kreuzchor unter Rudolf Mauersberger, „Schattenspiele“, nach der Moritat Schneiders Höllenfahrt und Puppenspielen von Franz von Pocci (1807–1876) und Heinrich Hoffmann (1809–1894) für Sopran, Tenor, Chor, Holzbläser, Klavier, Schlagzeug); Variationen über ein Thema von J. S. Bach für Holzbläser und Klavier (1922), Sakralmusik: Psalm 129/130 "De profundis clamavi" für Bläser, vier Vokalsolisten und vierstimmigen Chor (uraufgeführt in München durch Ludwig Berberich); a-capella Messe in f-moll, 1937; Kantanten (z. B. Wasserburger Festkantate 1984), Messgesänge, Motetten ("Traum ist unser Leben", 1930); lateinische Messe für Chor („Missa cum 5 vocibis in honorem Beatae Virginis“, 1936); deutsche Messe für Chor in g-moll; „Veni Creator Spiritus“ für gemischten Chor, Trompete, Horn, zwei Posaunen und Orgel, 1946; Requiem für Orgel, Orchester und Bass-Solo, 1933; Requiem für 4-stimmigen gemischten Chor und Orgel, 1946; diverse Choräle für Frauenchor, Männerchor, gemischten Chor, Turmmusik, 1940; Suite für Streichquartett, 1940; Trio für Klarinette, Viola und Klavier, Sextett für Violine, Viola, Kontrabass, Harfe, Klarinette und Bassetthorn; Septett, 1930, Stücke für Orgel, Cello, sowie Lieder für Mezzosopran, Bariton, Alt auf Gedichte von Annette von Droste-Hülshoff, Johann Gottfried Herder, Hans Ludwig Held, Ellie Braunfels, Siegfried von Vegesak und seiner Mutter Crescentia Prestele.[2] Die Überarbeitung der ersten Fassung der Oper Der Komödiant (1934–40), erfolgte bis 1948. Die große Kasperle-Oper, deren Aufführung er noch erhoffte, erfolgte bislang nicht.[3]

  • Unveröffentlichtes Werkverzeichnis bis 1941 der Mutter Karl Presteles, Crescentia Prestele. Wiedergabe laut Konzertprogramm 17. November 2001, Kath. Kirche Eberfingen, 18. November 2001 Dom St. Blasien
  • Reiner Bölhoff: Komponist und Komödiant: der "urbayrische" Musiker Karl Prestele im Schwarzwald. In: Konzertprogramm 17. November 2001, Kath. Kirche Eberfingen, 18. November 2001 Dom St. Blasien (Klaus Kunzmann, Hrsg.)
  • Ulrich Christoph Eipper: Menschenbild-Meinungsbild. 1996

Einzelnachweise

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  1. Reiner Bölhoff: Komponist und Komödiant: der "urbayrische" Musiker Karl Prestele im Schwarzwald. In: Konzertprogramm 17. November 2001, Kath. Kirche Eberfingen, 18. November 2001 Dom St. Blasien (Klaus Kunzmann, Hrsg.)
  2. Werkverzeichnis bis 1941 der Mutter Karl Presteles, Crescentia Prestele.
  3. Ulrich C. Eipper, Menschenbild-Meinungsbild. 1996