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Karl Picard

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Karl Picard, auch: Carl, (* 10. März 1845 in Schlotheim, Schwarzburg-Rudolstadt; † 31. Mai 1913 in Sondershausen, Schwarzburg-Sondershausen) war ein deutscher Paläontologe, Botaniker, Geologe, Mineraloge, Lehrer und Rektor der Bürgerschule in Sondershausen.[1] Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet K.Picard.[2]

Ammoniten der Gattung Balatonites, 1896.

Nach dem Schulbesuch in Sondershausen und einer Lehrerausbildung[3] wurde Picard 1866 Lehrer in Badra. Zum April 1881 nach Sondershausen versetzt,[4] wurde er schnell ein sehr aktives Mitglied mehrerer naturkundlich orientierter Vereine. Gleich Ende 1881 wurde er zum ordentlichen Mitglied des Fürstlichen Alterthumsvereins von Sondershausen ernannt. Ab 1889 war er Mitglied im Verein zur Beförderung der Landwirthschaft in Sondershausen, ab Mai 1892 als Schriftführer im Vorstand.[5] Aus diesen Tätigkeiten gingen auch Publikationen hervor. Er ging zum 1. Juli 1908 in den Ruhestand.[6]

Überwiegend jedoch befasste er sich mit Fossilien des Muschelkalks in Thüringen (Schwarzburg-Sondershausen, Rudolstadt) und auch mit Paläobotanik.[7] Seine Sammlung wird im Schlossmuseum Sondershausen aufbewahrt.[8]

Von ihm stammen einige Erstbeschreibungen, darunter die Seelilie Holocrinus beyrichi (Picard, 1883) und die Kopffüßer Balatonites sondershusanus[9][10] und Balatonites spinosus, zwei Ammoniten. Er beschäftigte sich auch mit Orchideen, die von ihm beschriebene Art Ophrys ambusta K.Picard stellte sich jedoch als eine lokale Form der Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera L. syn. muscifera Huds.) heraus.[11][12]

Er erhielt das Schwarzburgische Ehrenkreuz IV. Klasse und die goldene Medaille für Verdienst um Kunst und Wissenschaft am Bande.[13]

Karl Picard war mit Dorothee geb. Werner verheiratet. Der Geologe Edmund Picard war ein Sohn.

Er ist nicht mit dem leitenden Geologiedirektor am Geologischen Landesamt von Schleswig-Holstein Karl Picard (1916–1984) zu verwechseln.

  • Ueber eine neue Crinoiden-Art aus dem Muschelkalk der Hainleite bei Sondershausen. In: Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft. Bd. 35, 1883, S. 199–202, Tafel IX.
  • Ueber die geologische Beschaffenheit des Kyffhäuser-Gebirges. In: Irmischia 5. Jg. 1885, S. 53–57.
  • Ueber Ophiuren aus dem oberen Muschelkalk bei Schlotheim in Thüringen. In: Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft. Bd. 38, 1886, S. 876–882, Tafel XXVIII.
  • Ueber zwei interessante Versteinerungen aus dem Untern Muschelkalk von Sondershausen. In: Zeitschrift für Naturwissenschaften. Bd. 60, 1887, S. 72–79.
  • Ueber einige seltenere Petrefacten aus Muschelkalk. In: Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft. Bd. 41, 1889, S. 635–640, Tafel XXVI.
  • Ueber die geognostischen Verhältnisse der Unterherrschaft des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen. Sondershausen: Eupel 1890. (43 Seiten. Separatdruck aus: Verhandlungen des Vereins zur Beförderung der Landwirthschaft zu Sondershausen. Jg. 51, 1890.)
  • Ueber Balatonites sondershusanus n. sp. In: Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft. Bd. 44, 1892, S. 483–487, Tafel XXIV.
  • Ein Beispiel neuzeitlicher Arbeitstheilung auf dem Gebiete der Naturforschung. In der Rubrik Kleines Feuilleton in Der Deutsche. Zeitung für Thüringen und den Harz vom 7. Oktober 1896, 2. Seite, 8. Oktober, 3. Seite, 9. Oktober, 2. Seite, und 10. Oktober, 2. Seite.
  • Ueber Cephalopoden aus dem unteren Muschelkalk bei Sondershausen. In: Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft. Bd. 51, 1899, S. 299–309, Tafel XVI.
  • Ein altes Stadtrecht von Schlotheim. In: Neue Mitteilungen aus dem Gebiet historisch-antiquarischer Forschungen. Bd. 21, 1903, S. 105–153.
  • Die geognostischen Verhältnisse der Oberherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen […]. Sondershausen: Eupel 1905. (36 Seiten.)
  • Ueber eine neue Ophrys-Form. In: Zeitschrift für Naturwissenschaften. Bd. 77, 1905, S. 359–364 und Tafel IV.
  • Campylosepia elongata n. sp. In: Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft. Bd. 62 (1910), 1911, S. 359–361.

Einzelnachweise und Anmerkungen

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  1. In: Der Deutsche. Todesanzeige und Nachruf, Nr. 126, 2. Juni 1913; Nachruf der Schule, Nr. 127, 3. Juni 1913; Standesamtsmeldung, Nr. 159, 10. Juli 1913 als Karl Hermann Emil Richard Picard.
  2. Picard, Karl (fl. 1905). International Plant Names Index (IPNI).
  3. Schulamtskandidat ab März 1864 (Der Deutsche. Sondershäuser Zeitung vom 19. März 1864, S. 265).
  4. Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen vom 26. April 1881, S. 197, 1. Spalte.
  5. Verhandlungen des Vereins zur Beförderung der Landwirthschaft zu Sondershausen. Jg. 53, 1892/1893. Sondershausen 1893, S. V und 2.
  6. Amtliche Mitteilung und Ruhestands-Nachruf in Der Deutsche. Zeitung für Thüringen und den Harz vom 2. Juli 1908, 3. Seite, 1. Spalte, bzw. 8. Juli, 2. Seite, 2. Spalte.
  7. Erste Anregungen kamen vermutlich von seinem Vater E. Picard, Stadtschreiber in Schlotheim, der sich mit Versteinerungen befasste. Er war darüber mit Christian Giebel und Karl Chop in Kontakt und publizierte selbst. (Zeitschrift für die Gesammten Naturwissenschaften. Bd. 8, 1856, S. 423; Bd. 9, 1857, S. 127; Bd. 11, 1858, S. 425–436.)
  8. Sammlungen des Schlossmuseums Sondershausen: Paläontologie. Webseite der Stadt Sondershausen.
  9. Balatonites sondershusanus. Index to Organism Names (ION).
  10. Ueber Balatonites sondershusanus n. sp. 1892.
  11. Ueber eine neue Ophrys-Form, 1905.
  12. Ophrys insectifera L. The Plant List. Version 1.1. (2013).
  13. Der Deutsche. Zeitung für Thüringen und den Harz vom 7. August 1896, 4. Seite, 2. Spalte, bzw. 7. August 1902, 4. Seite, 1. Spalte.