Karl Osolin
Karl Osolin (* 7. November 1902 in Cēsis , Litauen; † 4. September 1944 im KZ Dachau) war ein Offizier der Roten Armee und führendes Mitglied der antifaschistischen Widerstandsgruppe „Brüderliche Zusammenarbeit der Kriegsgefangenen“ (BSW).
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Osolin stammte aus einer lettischen Arbeiterfamilie und war Tischler. 1918 kämpfte er als Freiwilliger in der Roten Armee im Bürgerkrieg und wurde 1919 Mitglied der KPdSU. 1925 besuchte er die Fliegerschule Leningrad und war 1930 Major einer Fliegereinheit im Fernen Osten. 1938 wurde er während der Stalinschen Säuberungen kurzzeitig inhaftiert, danach aber wieder rehabilitiert.
Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion wurde Osolin in einem Luftkampf abgeschossen und schwer verwundet. Er wurde am 19. August 1941 verhaftet und kam über das Kriegsgefangenenlager Łódź in das Kriegsgefangenenlager München-Riem und anschließend in das Münchner Kriegsgefangenenlager Schwanseestraße, wo er zusammen mit Josef Feldmann Leiter der BSW wurde. Im Mai 1943 wurde Osolin wegen der Verteilung von Flugblättern zusammen mit anderen Mitgliedern verhaftet, zuerst im Stalag VII B Memmingen inhaftiert. Anfang Juli 1943 konnte er zusammen mit zwölf weiteren Offizieren flüchten, diese wurden aber kurze Zeit später wieder ergriffen werden und in das Arbeitskommando 3370 in Wildpoldsried, das so genannte „Russenlager“ verbracht, wo sie mit 21 Tagen Arrest bestraft wurden.[1] Osolin setzte dort seine Anwerbetätigkeit fort und konnte fünfzig neue Mitglieder für die BSW gewinnen.[2] Ende Februar 1944 verschleppte ihn die Gestapo in das KZ Dachau. Er wurde schwer gefoltert und verstarb im September 1944 an den Folgen der Misshandlungen.[3]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ II. Weltkrieg: Einzelschicksale im Allgäu. In: allgaeuerwegbegleiter.jimdofree.com. 27. Oktober 2025, abgerufen am 31. Oktober 2026 (deutsch).
- ↑ Moosburg Online: Stalag VII A (Sowjetische Kriegsgefangene). Abgerufen am 3. November 2026.
- ↑ Joachim Schröder: Osolin, Karl. In: nsdoku.lexikon. NS-Dokumentationszentrum München, 16. Januar 2025, abgerufen am 31. Oktober 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Osolin, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | lettischer Offizier der Roten Armee und Widerstandskämpfer |
| GEBURTSDATUM | 7. November 1902 |
| GEBURTSORT | Cēsis, Litauen |
| STERBEDATUM | 4. September 1944 |
| STERBEORT | KZ Dachau |