Karl Altmutter
Karl Josef Altmutter (* 19. Jänner 1902 in Wien; † 30. Mai 1982 ebenda) war ein österreichischer Schriftsteller, Schullehrer und -direktor.[1]
Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Karl Altmutter wurde am 19. Jänner 1902 als Sohn des Fassbindergehilfen Johann August Altmutter (* 29. Juli 1858 in Krakau; † 23. August 1944 in Wien) und dessen Ehefrau Caroline Leopoldine (geborene Balogh; * 3. November 1866 in Budapest; † 23. August 1944 in Wien) in Wien-Rudolfsheim geboren und am 26. Jänner 1902 auf den Namen Karl Josef getauft.[2] Die Familie lebte zu dieser Zeit im Haus Neubaugürtel 37.[2] Seine Eltern hatten am 15. November 1885 in der Pfarre Wien-Mariahilf geheiratet.[2][3] Seine Großeltern väterlicherseits waren der Amtsdiener Josef Altmutter und dessen Ehefrau Florentine (geborene Pstrusińska); die Großeltern mütterlicherseits waren Schuhmacher Rudolf Balogh und seine Ehefrau Karoline (geborene Keppelhoffer).[2][3]
Er wuchs größtenteils mit älteren Geschwistern auf, darunter dem 1885 geborenen Johann,[4] dem 1891 geborenen Anton[5] oder dem 1898 geborenen August († 1978).[6] Bei der Pfingstkundgebung der christlich-deutschen Jugend im Mai 1920 hielt Altmutter eine Rede.[7][8] Nur ein Jahr später wurde er zum Bundesobmann des Christlichdeutschen Studentenbundes gewählt.[9][10]
Bald nach der Matura war er nach kurzem Studium als Parteisekretär im Burgenland tätig. Als Bezirkssekretär war er etwa 1924 bei der gründenden Versammlung des Burgenländischen Volksbildungsvereines zugegen.[11] Im selben Jahr heiratete der damalige Staatsbürgerschulprofessor aus Rust die aus Sauerbrunn stammende Josefine Littschauer.[12] In der Güssinger Zeitung veröffentlichte er unter anderem einen Beitrag über den Bahnbau im Südburgenland.[13] Für sein Werk Austro-Germania 28 erhielt er Anfang des Jahres 1928 einen mit 100 Schilling dotierten Anerkennungspreis der Kleinen Volks-Zeitung.[14]
Über Lehrertätigkeiten in Rust (bis 1930)[15] und Gaweinstal, wo er einen bei einem Motorradunfall verunglückten Lehrer ersetzte,[16] kam er nach Orth an der Donau, wo er Hauptschuldirektor war und den Titel Oberschulrat führte.[1] Während seiner Zeit Gaweinstal war er im Jahr 1934 eine der bevollmächtigten Personen, die die Volkszählung im Ort durchführten.[17] Nachdem er bereits im Jahr 1935 als Vortragender bei landwirtschaftlichen Fortbildungskursen mitgewirkt hatte,[18] gehörte er ab dem Folgejahr zum Lehrkörper der örtlichen gewerblichen Fortbildungsschule.[19] Bereits während der Zeit in Gaweinstal schrieb und gestaltete er Schultheaterstücke wie Durchgefallen oder Die schlimmen Buben der Schule.[20] Weiters wurde seine Gedichte teils von Schülern im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen vorgetragen.
Mit 42 Jahren verlor er seine Eltern bei einem Fliegerangriff auf Wien am 23. August 1944.[3] Nach dem Zweiten Weltkrieg fungierte er als Bezirksschulrat von Mistelbach und war zudem geschäftsführender Hauptbezirksparteiobmann der ÖVP.[21]
In der Ausgabe 1974 von Kürschners Deutschem Literatur-Kalender wurde er als Hauptschuldirektor im Ruhestand mit Wohnsitz in Wien verzeichnet.[22]
Am 30. Mai 1982 starb Altmutter 80-jährig in Wien-Hietzing und wurde am 8. Juni 1982 auf dem Hietzinger Friedhof (Gruppe 72, Reihe 10, Nummer 21) beerdigt.[23]
Literarisches Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Altmutter verfasste Lyrik, Balladen, Spruchdichtung, Laienspiele und Dramen. Beiträge von ihm erschienen in den Bänden VI (1951) und VIII (1953) der Österreichischen Lyrik.[22]
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Deutsches Literatur-Lexikon. Band 1. De Gruyter, Berlin 1968, ISBN 978-3-907820-01-8, S. 87.
- Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert. Band 1. De Gruyter, Berlin 1999, ISBN 978-3-908255-01-7, S. 194.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Werner Schuder (Hrsg.): Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 1963. 54. Jahrgang. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1963, S. 7, Eintrag „Altmutter, Karl“ (Digitalisat).
- 1 2 3 4 Taufbuch Wien-15., Rudolfsheim, tom. IV, fol. 18 (Faksimile), abgerufen am 1. Oktober 2026
- 1 2 3 Trauungsbuch Wien-06., Mariahilf, tom. XV, fol. 91 (Faksimile), abgerufen am 1. Oktober 2026
- ↑ Taufbuch Wien-06., Mariahilf, tom. XXI, fol. 178 (Faksimile), abgerufen am 1. Oktober 2026
- ↑ Taufbuch Wien-07., Schottenfeld, tom. 1/87, fol. 58 (Faksimile), abgerufen am 1. Oktober 2026
- ↑ Taufbuch Wien-15., Fünfhaus, tom. 1/23, fol. 72 (Faksimile), abgerufen am 1. Oktober 2026
- ↑ Unsere Jugend am Werk. Gründung eines Reichsverbandes der christlich-deutschen Studentenbünde.. In: Wiener Neueste Nachrichten. Sonn- und Montagsblatt / Wiener Neueste Nachrichten. Unabhängiges Montagsblatt / Wiener Neueste Nachrichten. Unabhängiges Organ / Wiener Neueste Nachrichten. Montag-Frühblatt / Neues Montagblatt / Neues Montagblatt. Sport vom Sonntag / Wiener Montagblatt. Sport vom Sonntag, 24. Mai 1920, S. 5 (online bei ANNO).
- ↑ Die Jugend voran! Eine Pfingstkundgebung der christlichdeutschen Jugend. – Gründung eines Reichsverbandes der Studentenbünde.. In: Deutsches Volksblatt / Deutsches Volksblatt. Radikales Mittelstandsorgan / Telegraf. Radikales Mittelstandsorgan / Deutsches Volksblatt. Tageszeitung für christliche deutsche Politik, 25. Mai 1920, S. 2 (online bei ANNO).
- ↑ Vereinsnachrichten. Christlichdeutscher Studentenbund.. In: Deutsches Volksblatt / Deutsches Volksblatt. Radikales Mittelstandsorgan / Telegraf. Radikales Mittelstandsorgan / Deutsches Volksblatt. Tageszeitung für christliche deutsche Politik, 3. April 1921, S. 15 (online bei ANNO).
- ↑ Vereinsnachrichten. Christlichdeutscher Studentenbund.. In: Deutsches Volksblatt / Deutsches Volksblatt. Radikales Mittelstandsorgan / Telegraf. Radikales Mittelstandsorgan / Deutsches Volksblatt. Tageszeitung für christliche deutsche Politik, 24. Juli 1921, S. 14 (online bei ANNO).
- ↑ Aus der Heimat. Gründende Versammlung des Burgenländischen Volksbildungsvereines.. In: Burgenländisches Volksblatt, 20. April 1924, S. 3–4 (online bei ANNO).
- ↑ Aus der Heimat. Rust. (Vermählung).. In: Burgenländisches Volksblatt, 30. November 1924, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Karl Altmutter: Der Bahnbau im Südburgenlande. In: Güssinger Zeitung. 14. Jahrgang, Folge 11, 16. März 1924, S. 1–2 (Digitalisat).
- ↑ Der Preischor der „Volks-Zeitung“. Die Entscheidung der Juroren.. In: Kleine Volks-Zeitung, 29. Jänner 1928, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ ALTSEITE4 (Nr. 9). In: Burgenländische Lehrer-Zeitung. Vereinsblatt des Burgenländischen allgem(einen) Lehrerbundes / Mitteilungen des Burgenländischen allgemeinen Lehrerbundes/Lehrervereines (Vormals/vormals: „Burgenl(ändische) Lehrerzeitung“), Jahrgang 1930, S. 72 (online bei ANNO).
- ↑ Aus der Umgebung. Gaweinstal. (Von unserer Schule.). In: Bote aus Mistelbach. Zeitschrift für Politik, Volks- und Landwirtschaft, Gewerbe und Vereinsleben. Organ der Bezirks-Feuerwehr-Verbände Feldsberg, Laa, Mistelbach, Poysdorf und Zistersdorf / Mistelbacher Bote. Unabhängiges Wochenblatt für den Verwaltungsbezirk Mistelbach und für die Gerichtsbezirke Laa a(n) d(er) Thaya, Mistelbach und Poysdorf. Organ der Bezirks-Feuerwehr-Verbände und der Bezirksfeuerwehr-Unterstützungskassen / Mistelbacher Bote. Aeltestes Wochenblatt für den Verwaltungsbezirk Mistelbach und für die Gerichtsbezirke Laa a(n) d(er) Thaya, Mistelbach und Poysdorf, 26. September 1930, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Aus der Umgebung. Gaweinstal. (Volkszählung.). In: Bote aus Mistelbach. Zeitschrift für Politik, Volks- und Landwirtschaft, Gewerbe und Vereinsleben. Organ der Bezirks-Feuerwehr-Verbände Feldsberg, Laa, Mistelbach, Poysdorf und Zistersdorf / Mistelbacher Bote. Unabhängiges Wochenblatt für den Verwaltungsbezirk Mistelbach und für die Gerichtsbezirke Laa a(n) d(er) Thaya, Mistelbach und Poysdorf. Organ der Bezirks-Feuerwehr-Verbände und der Bezirksfeuerwehr-Unterstützungskassen / Mistelbacher Bote. Aeltestes Wochenblatt für den Verwaltungsbezirk Mistelbach und für die Gerichtsbezirke Laa a(n) d(er) Thaya, Mistelbach und Poysdorf, 27. April 1934, S. 6 (online bei ANNO).
- ↑ Aus der Umgebung. Gaweinstal. (Landwirtschaft.). In: Bote aus Mistelbach. Zeitschrift für Politik, Volks- und Landwirtschaft, Gewerbe und Vereinsleben. Organ der Bezirks-Feuerwehr-Verbände Feldsberg, Laa, Mistelbach, Poysdorf und Zistersdorf / Mistelbacher Bote. Unabhängiges Wochenblatt für den Verwaltungsbezirk Mistelbach und für die Gerichtsbezirke Laa a(n) d(er) Thaya, Mistelbach und Poysdorf. Organ der Bezirks-Feuerwehr-Verbände und der Bezirksfeuerwehr-Unterstützungskassen / Mistelbacher Bote. Aeltestes Wochenblatt für den Verwaltungsbezirk Mistelbach und für die Gerichtsbezirke Laa a(n) d(er) Thaya, Mistelbach und Poysdorf, 29. November 1935, S. 6 (online bei ANNO).
- ↑ Aus der Umgebung. Gaweinstal. (Gewerbliche Fortbildungsschule.). In: Bote aus Mistelbach. Zeitschrift für Politik, Volks- und Landwirtschaft, Gewerbe und Vereinsleben. Organ der Bezirks-Feuerwehr-Verbände Feldsberg, Laa, Mistelbach, Poysdorf und Zistersdorf / Mistelbacher Bote. Unabhängiges Wochenblatt für den Verwaltungsbezirk Mistelbach und für die Gerichtsbezirke Laa a(n) d(er) Thaya, Mistelbach und Poysdorf. Organ der Bezirks-Feuerwehr-Verbände und der Bezirksfeuerwehr-Unterstützungskassen / Mistelbacher Bote. Aeltestes Wochenblatt für den Verwaltungsbezirk Mistelbach und für die Gerichtsbezirke Laa a(n) d(er) Thaya, Mistelbach und Poysdorf, 16. Oktober 1936, S. 6 (online bei ANNO).
- ↑ Aus der Umgebung. Gaweinstal. (Veranstaltungen der Volks- und Hauptschule.). In: Bote aus Mistelbach. Zeitschrift für Politik, Volks- und Landwirtschaft, Gewerbe und Vereinsleben. Organ der Bezirks-Feuerwehr-Verbände Feldsberg, Laa, Mistelbach, Poysdorf und Zistersdorf / Mistelbacher Bote. Unabhängiges Wochenblatt für den Verwaltungsbezirk Mistelbach und für die Gerichtsbezirke Laa a(n) d(er) Thaya, Mistelbach und Poysdorf. Organ der Bezirks-Feuerwehr-Verbände und der Bezirksfeuerwehr-Unterstützungskassen / Mistelbacher Bote. Aeltestes Wochenblatt für den Verwaltungsbezirk Mistelbach und für die Gerichtsbezirke Laa a(n) d(er) Thaya, Mistelbach und Poysdorf, 9. Juli 1937, S. 6 (online bei ANNO).
- ↑ Krise im Mistelbacher Gemeinderat. In: Wiener Zeitung, 7. August 1946, S. 2 (online bei ANNO).
- 1 2 3 Werner Schuder (Hrsg.): Kürschners Deutscher Literatur-Kalender. 56. Jahrgang 1974. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1973, S. 11, Eintrag „Altmutter, Karl“ (Digitalisat).
- ↑ Karl Altmutters Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 1. Oktober 2026
- ↑ 8. Schöne Literatur. In: Österreichische Bibliographie / Österreichische Bibliografie, Jahrgang 1950, S. 3 (Nr. 21) (online bei ANNO).
- ↑ 8. Schöne Literatur. In: Österreichische Bibliographie / Österreichische Bibliografie, Jahrgang 1950, S. 5 (Nr. 17) (online bei ANNO).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Altmutter, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Altmutter, Karl Josef (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Schriftsteller, Schullehrer und -direktor |
| GEBURTSDATUM | 19. Januar 1902 |
| GEBURTSORT | Wien, Österreich-Ungarn |
| STERBEDATUM | 30. Mai 1982 |
| STERBEORT | Wien, Österreich |