Myssowka (Kaliningrad)
Siedlung
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| Jahr | Einwohner[7] | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1816 | 709 | [8] |
| 1852 | 987 | [9] |
| 1861 | 1.019 | im Dezember[4] |
| 1910 | 887 | |
| 1925 | 944 | |
| 1933 | 927 | |
| 1939 | 885 | |
| 2002 | 367 | |
| 2010 | 329 |
Amtsbezirk Karkeln (1874 bis 1945)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Amtsbezirk Karkeln bestand in den Jahren 1874 bis 1945. Anfangs gehörten ihm zehn Gemeinden an, am Ende waren es noch sieben:[5]
| Name | Änderungsname 1938 bis 1946 | Russischer Name | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Ackelingken | Ackeln | Rownoje | |
| Derwehlischken | 1932 nach Kallningken eingegliedert | ||
| Kallningken | Herdenau | Prochladnoje | |
| Karkeln | Myssowka | ||
| Lukischken | Lucken | Krugljanka | 1936 nach Kallningken eingegliedert |
| Parungaln | 1931 nach Karkeln eingegliedert | ||
| Pustutten | Antonswiese | Beresino | |
| Tramischen | Trammen | Rasdolnoje | |
| Wirballen | Warten | Perechwatnoje | |
| Wittken | Lipki |
Am 1. Januar 1945 bildeten den Amtsbezirk noch die Gemeinden: Ackeln, Antonswiese, Herdenau, Karkeln, Trammen, Warten und Wittken.
Kirche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Siehe den Hauptartikel → Kirche Karkeln
Kirchengebäude
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine erste Kirche wurde in Karkeln 1680 als ein Gebäude aus Holz und Lehm errichtet[10]. Doch diese brannte nieder, und so errichtete man 1722 ein neues Gotteshaus[11], zunächst ein Feldsteinbau ohne Turm, dann 1898/99 erweitert mit Chor, Sakristei, Emporen und einem Turm im neugotischen Stil[12].
Im Jahre 1949 brannte der Turm der Kirche, die allerdings nicht ohne Beschädigungen durch den Krieg gekommen war, aus. Als 1959 nach einem Deichbruch das ganze Land überschwemmte, riss man die Kirche nieder und verwendete die Steine zur Auffüllung der Ausspülungen. Auf dem Platz der Kirche steht heute ein Clubhaus.
Kirchengemeinde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ursprünglich war die Karkelner Kirche eine Filialkirche der Kirche Ruß (der Ort heißt heute litauisch: Rusnė). Im Jahre 1644 wurde der Ort selbständig mit der Gründung einer eigenen Kirchengemeinde[13] mit vier Kirchspielorten[14]. Zwischen 1711 und 1847 war Karkeln allerdings wieder eine Filialgemeinde, zunächst zur Kirche Schakuhnen (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Schakendorf, heute russisch: Lewobereschnoje), dann ab 1834 zur Kirche Kallningken (1938 bis 1946: Herdenau, russisch: Prochladnoje). Im Jahre 1919 wurde die zu diesem Zeitpunkt längst wieder eigenständige Pfarrei Karkeln vom Kirchenkreis Heydekrug (heute litauisch: Šilutė) in den Kirchenkreis Niederung (Elchniederung) überstellt. Im Jahre 1925 zählte Karkeln 1.189 Gemeindeglieder.
Heute liegt Myssowka im Einzugsgebiet der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Slawsk (Heinrichswalde), die zur Propstei Kaliningrad[15] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland gehört.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter des Ortes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Georg Heinrici (* 14. März 1844 in Karkeln), deutscher evangelischer Theologe († 1915)
Mit dem Ort verbunden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- August Heinrici (1812–1881), späterer Superintendent von Gumbinnen, war von 1843 bis 1845 Hilfsprediger an der Karkelner Kirche
- Johann Luther (1861–1932), deutschbaltischer lutherischer Theologe, war von 1918 bis 1926 Pfarrer an der Kirche Karkeln
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Karkeln war im Frühjahr 1939 u. a. Kulisse für den Spielfilm Die Reise nach Tilsit. Zahlreiche Außendrehs wurden hier absolviert, wodurch dem früheren ostpreußischen Ort ein kleines filmisches Denkmal gesetzt wurde.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- in der Reihenfolge des Erscheinens
- Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 164–165.
- August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 525.
- Kühnast: Nachrichten über Grundbesitz, Viehstand, Bevölkerung und öffentliche Abgaben der Ortschaften in Littauen nach amtlichen Quellen. Band 2, Gumbinnen 1863, S. 14–15.
- Eduard Grigoleit: Haffbad Karkeln, das „Kurische Venedig“. Tilsit 1927
- Kreisgemeinschaft Elchniederung: Die Kirchengemeinde Karkeln, Kreis Elchniederung. Diepholz 2003
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mysovka – Karkeln (ostpreussen.net) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2022. Suche im Internet Archive )
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Таблица 1.10 «Численность населения городских округов, муниципальных районов, муниципальных округов, городских и сельских поселений, городских населенных пунктов, сельских населенных пунктов» Программы итогов Всероссийской переписи населения 2020 года, утвержденной приказом Росстата от 28 декабря 2021г. № 963, с данными о численности постоянного населения каждого населенного пункта Калининградской области. (Tabelle 1.10 „Bevölkerungsanzahl der Stadtkreise, munizipalen Rajons, Munizipalkreise, städtischen und ländlichen Siedlungen [insgesamt], städtischen Orte, ländlichen Orte“ der Ergebnisse der Allrussischen Volkszählung von 2020 [vollzogen am 1. Oktober 2021], genehmigt durch die Verordnung von Rosstat vom 28. Dezember 2021, Nr. 963, mit Angaben zur Zahl der Wohnbevölkerung jedes Ortes der Oblast Kaliningrad.)
- ↑ Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 65.
- ↑ Oeffentlicher Anzeiger zum Amtsblatt der Königl. Regierung zu Gumbinnen. Nr. 49, 6. Dezember 1843, S. 549.
- 1 2 3 Kühnast: Nachrichten über Grundbesitz, Viehstand, Bevölkerung und öffentliche Abgaben der Ortschaften in Littauen nach amtlichen Quellen. Band 2, Gumbinnen 1863, S. 14
- 1 2 Rolf Jehke, Amtsbezirk Karkeln
- ↑ Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR „Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad“ vom 17. November 1947)
- ↑ ab 1910 Volkszählungsdaten
- ↑ Alexander August Mützell, Leopold Krug (Hrsg.): Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Zweiter Band. G–Ko. Bei Karl August Kümmel, Halle 1821, S. 300 (Digitalisat – Z. 960).
- ↑ Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 279.
- ↑ Karkeln bei wiki-de
- ↑ Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2: Bilder ostpreußischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 93, Abb. 375
- ↑ Foto der Kirche um 1900
- ↑ Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3: Dokumente, Göttingen 1969, S. 483
- ↑ Kirchspiel Karkeln bei Kreisgemeinschaft Elchniederung ( vom 7. Januar 2014 im Internet Archive)
- ↑ Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad ( vom 29. August 2011 im Internet Archive)


