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Kalar (Irak)

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کەلار
Kalar
Kalar (Irak)
Kalar (Irak)
Kalar
Koordinaten 34° 38′ N, 45° 19′ OKoordinaten: 34° 38′ N, 45° 19′ O
Basisdaten
Staat Irak
Region Autonome Region Kurdistan
Gouvernement as-Sulaimaniyya
Distrikt Distrikt Kalar
Höhe 225 m
Einwohner 147.530 (2024)
Blick auf Kalar von der Festung Scherwana
Blick auf Kalar von der Festung Scherwana
Blick auf Kalar von der Festung Scherwana

Kalar (kurdisch کەلار Kelar; arabisch كلار, DMG Kalār) ist eine Stadt in der Autonomen Region Kurdistan im Nordosten des Irak. Sie liegt im südlichen Teil des Gouvernements as-Sulaimaniyya am westlichen Ufer des Sirwan, des Oberlaufs des Diyala, und ist Verwaltungssitz des Distrikts Kalar sowie Zentrum der Region Garmiyan. Der Ort liegt rund 200 Kilometer nordöstlich von Bagdad.

Kalar liegt im Garmiyan-Gebiet, einer warmen und vergleichsweise trockenen Übergangszone zwischen den kurdischen Bergländern und den Ebenen des mittleren Irak. Der kurdische Name Garmiyan wird gewöhnlich mit „warmes Land“ oder „trockenes Land“ übersetzt und verweist auf das Klima der Region.[1]

Die moderne Geschichte Kalars ist eng mit dem kurdischen Dschaf-Stamm verbunden. Das wichtigste sichtbare Zeugnis dieser Phase ist die Festung Scherwana. Sie wurde nach gängigen Darstellungen 1866 auf Veranlassung von Muhammad Pascha Dschaf errichtet und bis 1874 fertiggestellt. Die Anlage diente zugleich als Wohnsitz und als Verwaltungs- beziehungsweise Kontrollpunkt der Dschaf-Führung in Garmiyan.[2][3] Die Festung verweist darauf, dass Kalar im 19. Jahrhundert kein bloßes Dorf, sondern ein politisch und strategisch bedeutsamer Ort im südlichen Kurdistan war. Von hier aus ließen sich Wege zwischen dem kurdischen Gebirgsland und den iranischen Grenzgebieten kontrollieren.

Im 20. Jahrhundert wurde Garmiyan zu einem wichtigen Raum der kurdischen politischen Mobilisierung. Die Region lag zwischen dem ölreichen Kirkuk-Gebiet, dem iranischen Grenzraum und den kurdischen Berggebieten. In den 1970er Jahren wurden Teile Garmiyans zu Stützpunkten kurdischer oppositioneller Gruppen, darunter der Patriotischen Union Kurdistans. In den 1980er Jahren war die Region von der repressiven Politik des Baath-Regimes betroffen.

Während der Anfal-Kampagne von 1988 wurden in Garmiyan zahlreiche Dörfer zerstört, Bewohner festgenommen und in Sammellager oder in die Wüste deportiert. Garmiyan war eines der Hauptgebiete der Operationen. Kalar wurde dadurch zu einem Aufnahmezentrum für Menschen aus zerstörten ländlichen Gebieten. Nach dem Golfkrieg 1991 und der Herausbildung der kurdischen Selbstverwaltung wurde Kalar Teil der Autonomen Region Kurdistan. Seitdem wuchs die Stadt stark und ist inzwischen eine Großstadt und wichtiges Regionalzentrum.

Die Stadt Kalar hatte 2024 genau 147.530 Einwohner und zählte damit zu den größten Städten der Autonomen Region Kurdistan.[4] Die meisten Bewohner der Stadt sind Kurden. Die Stadt bildet den Stammessitz der Dschaf.

Jahr Einwohnerzahl
2009 120.099
2024 147.530

Die Wirtschaft von Kalar stützt sich hauptsächlich auf die Landwirtschaft; die Einwohner bauen Getreide wie Weizen und Gerste sowie verschiedene Obst- und Gemüsesorten an. Darüber hinaus ist die Viehzucht in der Umgebung verbreitet. Dank ihrer strategisch günstigen Lage Nahe der iranischen Grenze profitiert die Stadt zudem vom Handel mit den benachbarten Regionen. Die Stadt ist Marktort für Dörfer und kleinere Städte des südlichen Gouvernements Sulaimaniyya. Der Ausbau öffentlicher Verwaltung und der Hochschullandschaft stärkte seit den 2000er Jahren die Dienstleistungsfunktion der Stadt.

In Kalar befindet sich die University of Garmian. Sie entstand 2010 aus vorherigen Hochschulstandorten und wurde als eigenständige öffentliche Universität der Region Garmiyan eingerichtet.[5]

Sehenswürdigkeiten

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Das bekannteste Bauwerk der Stadt ist die Festung Scherwana (kurdisch قەڵای شێروانە). Sie liegt auf einem Hügel am südlichen beziehungsweise südöstlichen Rand Kalars und wurde 1866 von Muhammad Pascha Dschaf begonnen. Der Bau und wurde 1874 abgeschlossen. Die Anlage diente dem Dschaf-Führer als Wohnsitz und als Verwaltungs- und Beobachtungspunkt über die umliegende Region.[3][2]

Neben der Festung Scherwana sind der Sirwan/Diyala, die Landschaften Garmiyans und mehrere archäologische Hügel in und um Stätten von Bedeutung.[6]

Einzelnachweise

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  1. (PDF) Geomorphology of Garmiyan Area Using GIS Technique, Kurdistan Region, Iraq. Archiviert vom Original am 29. August 2021; abgerufen am 27. Mai 2026 (englisch).
  2. 1 2 Historical monument of Sherwana Castle in Kalar. In: Kurdshop. 2. Juli 2024, abgerufen am 27. Mai 2026 (englisch).
  3. 1 2 The Kurdistan Region’s historic Pasha Palace and Sherwana Castle. In: Kurdistan24. 25. Oktober 2021, abgerufen am 27. Mai 2026 (englisch).
  4. Irak: Gouvernements & Städte - Einwohnerzahlen, Karten, Grafiken, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 27. Mai 2026.
  5. University of Garmian. Abgerufen am 27. Mai 2026 (englisch).
  6. Sirwan Regional Project. In: University of Glasgow. Abgerufen am 27. Mai 2026 (englisch).