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Jörg Spitz

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Jörg Spitz (* 1943[1] in Schlangenbad) ist ein deutscher Nuklearmediziner, außerplanmäßiger Professor für Nuklearmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Sachbuchautor. Seit den 2000er Jahren beschäftigt er sich vor allem mit Präventionsmedizin und der gesundheitlichen Bedeutung von Vitamin D.

Spitz studierte Humanmedizin an der Philipps-Universität Marburg, in Innsbruck und an der Universität Bonn und promovierte anschließend an der Universität Bonn im Fach Nuklearmedizin.[2]

Seine Ausbildung zum Facharzt für Nuklearmedizin absolvierte Spitz an den Universitäten Köln und Würzburg, wo er anschließend auch als Assistenzarzt tätig war. Danach wechselte er als Oberarzt für Nuklearmedizin an das Städtische Klinikum Bamberg.[2]

Von 1979 bis 2004 war Spitz Chefarzt des Instituts für Nuklearmedizin am Städtischen Klinikum Wiesbaden.[2] Während dieser Zeit habilitierte er sich an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 1997 erhielt er dort eine außerplanmäßige Professur für Nuklearmedizin.[3]

Nach dem Ende seiner Tätigkeit am Klinikum Wiesbaden absolvierte Spitz 2004/2005 Weiterbildungen in Ernährungsmedizin und Präventionsmedizin.[3]

2005 gründete Spitz die Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention und verlagerte seinen Tätigkeitsschwerpunkt zunehmend auf Gesundheitsvorsorge und Prävention.[2]

2009 gründete er die gemeinnützige Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention (DSGiP).[4]

In den folgenden Jahren organisierte Spitz Kongresse zu Vitamin D und anderen Themen der Präventionsmedizin. 2014 gründete er die Akademie für menschliche Medizin (AMM) und war an der Durchführung des erstmals 2014 veranstalteten „Kongresses für menschliche Medizin“ in Frankfurt am Main beteiligt.[3]

2015 wurde Spitz zum Präsidenten der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) berufen. Das Amt übte er bis Januar 2023 aus; anschließend schied er auch aus dem Vorstand der Gesellschaft aus.[5][6]

Vitamin D und öffentliche Rezeption

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Ein Schwerpunkt von Spitz’ publizistischer Tätigkeit ist die Versorgung der Bevölkerung mit Vitamin D und deren mögliche gesundheitliche Bedeutung.

Eine unzureichende Versorgung großer Teile der Bevölkerung wird auch in Untersuchungen staatlicher beziehungsweise staatlich beauftragter Institutionen seit Jahren beschrieben. Nach Daten des Robert Koch-Instituts liegen in Deutschland bei 56 Prozent der Erwachsenen die Vitamin-D-Werte unterhalb des für eine ausreichende Versorgung im Hinblick auf die Knochengesundheit zugrunde gelegten Bereichs.[7] Der im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit erstellte Österreichische Ernährungsbericht 2012 kam zu dem Ergebnis, dass rund 40 Prozent der untersuchten Erwachsenen keinen ausreichend hohen Vitamin-D-Status aufwiesen.[8] Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen gibt an, dass in den Wintermonaten rund 60 Prozent der Bevölkerung unzureichend mit Vitamin D versorgt sind.[9]

Spitz misst einer unzureichenden Vitamin-D-Versorgung jedoch eine über die Knochengesundheit hinausgehende Bedeutung bei. Zur Begründung verweist er unter anderem auf Vitamin-D-Rezeptoren in zahlreichen Geweben und die daraus abgeleitete Bedeutung von Vitamin D für unterschiedliche körperliche Prozesse. Er vertritt die Auffassung, dass eine ausreichende Versorgung zur Prävention verschiedener Erkrankungen beitragen könne.[10]

Weitergehende Schlussfolgerungen zur präventiven Wirkung einer Vitamin-D-Supplementierung wurden in Wissenschafts- und Gesundheitsmedien kritisch diskutiert. SWR Wissen wies 2023 darauf hin, dass statistische Zusammenhänge zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und verschiedenen Erkrankungen nicht ohne Weiteres einen ursächlichen Zusammenhang belegen und der Nutzen einer Supplementierung für zahlreiche postulierte präventive Wirkungen nicht eindeutig nachgewiesen sei.[11] Bereits 2021 hatte das Wissenschaftsformat Quarks den Vitamin-D-Thesen von Spitz eine Folge der Reihe Quarks Science Cops unter dem Titel Wundermittel Vitamin D? Der Fall Spitz gewidmet.[12]

Veröffentlichungen (Auswahl)

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  • mit Johannes F. Coy, Freerk T. Baumann und Anna Cavelius: Die 8 Anti-Krebs-Regeln. Gesund im Einklang mit unseren steinzeitlichen Genen. Gräfe und Unzer, München 2011, ISBN 978-3-8338-2134-9.
  • mit William B. Grant: Vitamin D – Das Sonnenhormon. Kompakt-Ratgeber. Warum die Sonne so wichtig für uns ist – Wie Sie Ihren Vitamin-D-Vorrat auftanken. Mankau, Murnau am Staffelsee 2014, ISBN 978-3-86374-178-5.
  • mit Hardy Walle und Uwe Gröber: Diabetes adé – Mach einfach mit! Das Buch für Diabetiker – und alle, die es nicht werden wollen. S. Hirzel, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-7776-2549-2.
  • mit Sebastian Weiss: Superhormon Vitamin D. So aktivieren Sie Ihren Schutzschild gegen chronische Erkrankungen. Gräfe und Unzer, München 2022, ISBN 978-3-8338-8207-4.
  • mit William B. Grant: Krebszellen mögen keine Sonne. Vitamin D – der Schutzschild gegen Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen. 5., aktualisierte und überarbeitete Auflage, Mankau, Unterammergau 2025, ISBN 978-3-86374-764-0.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen

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  • mit I. Lauer, K. Tittel und H. Wiegand: Scintimetric evaluation of remodeling after bone fractures in man. In: Journal of Nuclear Medicine. Band 34, Nr. 9, 1993, S. 1403–1409.
  • mit Uwe Gröber, Jörg Reichrath, Klaus Kisters und Michael F. Holick: Vitamin D: Update 2013: From rickets prophylaxis to general preventive healthcare. In: Dermato-Endocrinology. Band 5, Nr. 3, 2013, S. 331–347, doi:10.4161/derm.26738.
  • mit Razegheh Akhbarizadeh, Sina Dobaradaran, Torsten C. Schmidt und Iraj Nabipour: Worldwide bottled water occurrence of emerging contaminants: A review of the recent scientific literature. In: Journal of Hazardous Materials. Band 392, 2020, 122271, doi:10.1016/j.jhazmat.2020.122271.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Prof. Dr. med. Jörg Spitz, Mankau Verlag, abgerufen am 6. September 2026.
  2. 1 2 3 4 Curriculum Vitae Prof. Dr. Jörg Spitz, Universitätsmedizin Mainz, abgerufen am 6. September 2026.
  3. 1 2 3 Prof. Dr. med. Jörg Spitz, S. Hirzel Verlag, abgerufen am 6. September 2026.
  4. ↑ Die Stiftung, Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention, abgerufen am 6. September 2026.
  5. ↑ Neuer Präsident der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr gewählt, GfBK, 1. Juli 2015.
  6. ↑ Jahresbericht 2023, Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr, S. 3.
  7. ↑ Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D, Robert Koch-Institut, Stand 18. März 2025, abgerufen am 6. September 2026.
  8. ↑ Österreichischer Ernährungsbericht 2012, Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien, im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, abgerufen am 6. September 2026.
  9. ↑ Empfehlungen zu Vitamin D, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, abgerufen am 6. September 2026.
  10. ↑ Jörg Spitz: Vitamin D 2021 – mehr als nur Prävention. In: Zeitschrift für Orthomolekulare Medizin. Band 19, Nr. 4, 2021, S. 14–16, doi:10.1055/a-1696-1090.
  11. ↑ Vitamin-D-Präparate – Wem nützen sie wirklich?, SWR Wissen, Stand 20. Januar 2023, abgerufen am 6. September 2026.
  12. ↑ Wundermittel Vitamin D? Der Fall Spitz, Quarks, 13. März 2021, abgerufen am 6. September 2026.