Junkers und die Flugmotorenwerke Ostmark bauten von Mitte 1942 bis zum Kriegsende über 9000 Motoren, die in den wichtigsten Kampfflugzeugen der deutschen Luftwaffe wie der Ju88, Ju188 sowie der Fw190D verwendet wurden.
Der Jumo-213-Motor gehörte zu den besten deutschen 12-Zylinder-Flugmotoren und erreichte eine Literleistung von 50PS, die beim Einsatz von leistungssteigernden Zusatzeinspritzungen auf bis zu 60PS gesteigert werden konnte. Die Verbesserung gegenüber dem Vorgänger Jumo211 wurde durch eine optimierte Bauweise und eine Drehzahlanhebung um fast 500min−1 auf 3200min−1 im Dauerbetrieb erreicht.
Der Jumo 213 war ein V-Motor mit „hängenden“ Zylindern (Kurbelwelle oben, auch „A-Motor“ genannt) ausgeführt; die Kühlung erfolgte mit einem Glykol-Wasser-Gemisch bei einer zulässigen Betriebstemperatur von etwa 120°C. Die Leistungsregulierung erfolgte durch ein von Junkers entwickeltes Einhebelbediengerät, das automatisch Ladedruck, Laderumschaltung und ähnliche Parameter steuerte.
Jumo 213
Die Motoren konnten mit der Wasser-Methanol- (MW-50) oder GM-1-Einspritzung (Sauerstoffträger Distickstoffmonoxid) ausgerüstet werden. Die MW-50-Anlage brachte eine Mehrleistung von etwa 300PS unterhalb der Volldruckhöhe, die GM-1 bis zu 400PS oberhalb der Volldruckhöhe. Der Jumo 213 besaß einen automatischen Einstufen-Zweiganglader, die Versionen E und F sogar einen Zweistufen-Dreiganglader. Die Volldruckhöhen der Lader lagen bei 5500 bis 6000m für Jumo213A/C und 9600m für Jumo213E/F. Neben der guten Höhenleistung zeichneten sich die Jumo-213-Motoren vor allem durch einen niedrigen spezifischen Kraftstoffverbrauch aus. Dieser lag je nach Baureihe bei Marschflug zwischen 258 und 274g/kWh (190 bis 202g/PSh).
Viele Flugzeugentwürfe der letzten Kriegsjahre waren auf diesen Motor ausgerichtet. Die Produktion größerer Stückzahlen begann aber erst 1944, so dass viele Prototypen auf andere Motoren ausweichen mussten. Die Serienfreigabe des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) erfolgte bereits nach einer sehr kurzen Entwicklungszeit und Testphase. Die ersten Versuchsmotoren hatten lediglich fünf 100-Stunden-Vollgasläufe absolviert.
Kyrill von Gersdorff, Kurt Grasmann: Die deutsche Luftfahrt. Band 2: Flugmotoren und Strahltriebwerke. Bernard & Graefe Verlag, München 1981, ISBN 3-7637-5272-2.