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Julius Scheuerer

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Julius Scheuerer (* 30. Januar 1859 in München; † 11. April 1913 in Planegg) war ein deutscher Tiermaler, der in München tätig war. Er wird aufgrund seiner beliebtesten Motive als „Geflügelmaler“ bezeichnet.

Julius Scheurer entstammte einer Bauernfamilie und war der ältere Bruder des Tiermalers Otto Scheuerer (1862–1934). Auf dem Hof der Eltern im Norden Münchens gab es zahlreiche Haustiere, die den Jungen als anschauliche Modelle für ihre Stuien zur Verfügung standen. Zunächst versuchte Scheuerer diese in Wachs, Ton oder aus Pappmaschee nachzubilden. Seine Jugend war von harter Arbeit geprägt und er versuchte die Tiere, denen er dabei auf dem Hof oder in Feld und Wald begegnete nach Möglichkeit im Modell oder als Bild festzuhalten. Obwohl er ein fleißiger und guter Schüler war, musste er aufgrund der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse die Schule abbrechen. Trotzdem gelang es ihm später am Unterricht an der Münchner Kunstakademie teilzunehmen, ohne dort als Student eingeschrieben zu sein. Dort freundete er sich unter anderem mit Paul Böhm, Gabriel Schachinger, Ludwig und Friedrich Voltz und traf dort auch auf den älteren Carl Spitzweg, der ebenso wie Scheuerer in der Malerei ein Autodidakt war. Sein Professor riet ihm sich weiter nach der Natur zu bilden und in der Pinakothek die Werkte der alten Meister, wie Melchior Hondecoeter oder Jan Weenix, zu studieren. Er nahm eine Tätigkeit als Jäger an, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dies führte ihn zunächst nach Osterreich und über den Bayrischen Wald nach München zurück. Doch schien er für dieses Handwerk ungeeignet, weil er seine Zeit mehr mit der Beobachtung der Natur und der Tiere verbrachte, als mit der Aufgabe des Jägers.

Erpel und Hahn
Hühnervolk und Truthahn

Mehr durch Zufall kam er als Reisebegleiter in den Schwarzwald, nach Italien und schließlich in die Niederlande. Er betätigte sich als Maler und das Publikum, Händler und Kunstvereine gaben bei ihm Bestellungen auf. Er konnte bald in München ein Atelier eröffnen und einen Hausstand gründen. 1876 zeigte er bei der großen Geflügelausstellung Bildnisse der unterschiedlichen Hühnerarten, die er nach der Natur aufgenommen hatte und 1891 war eine seiner Skizzen in der Fächerausstellung in Karlsruhe zu sehen. Scheuerer wurde Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft. Vorbilder seiner Malerei waren die niederländischen Altmeister.

Die Geschäfte liefen gut und er verließ München, um sich auf einem eigenen Grundstück in seiner Villa „Fauna“ bei Planegg nierderzulassen, die von einem parkähnlichen Garten umgeben war. Hier etablierte Scheuerer eine Pflanzschule und hielt zahlreiche gefiederte Hausvögel. Inspiriert durch von Clemens Brentanos Dichtung von der Familie des Raugrafen Gockel und dessen Gattin Frau Hinkel (Gockel, Hinkel und Gackeleia) fertigte er farbige Bildchen. Bei der Arbeit an der Staffelei ließ er sich gern von seiner Frau oder seinen Töchtern Geschichten von zeitgenössischen Schriftstellern wie Berthold Auerbach, Gottfried Keller, Maximilian Schmidt oder Peter Rosegger vorlesen. Zuletzt erkrankte er an einem Herzleiden, dem er schließlich erlag.[1]

Am 6. Oktober 2019 wurde eine Folge der Sendung Lieb & Teuer des NDR ausgestrahlt. Darin wurde mit der Gemälde-Expertin Beate Rhenisch ein Gemälde von Scheuerer besprochen, das eine Auerhenne mit Küken zeigt.[2]

Commons: Julius Scheuerer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Hyacinth Holland: Scheuerer, Julius, Tiermaler. In: Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. Band 18: Deutscher Nekrolog vom 1. Januar bis 31. Dezember 1913. Georg Reimer, Berlin 1913, S. 119–121 (Textarchiv – Internet Archive).
  2. ↑ Video Aquarell "Auerhenne mit Küken" auf ndr.de.