Julius Forstmann
Julius Forstmann (* 22. August 1827 in Werden; † 14. Mai 1899 in Aachen) war ein deutscher Kaufmann und Mäzen und Mitinhaber der Tuchfabrik Forstmann und Huffmann in Werden. Er war Ehrenbürger der Stadt Werden und der Stadt Linz am Rhein.
Leben und Wirken
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Julius Forstmann war das zweite von zehn Kindern des Tuchfabrikanten und Kommerzienrats Carl Forstmann und seiner Frau Luise geborene Kampf. Die Tuchmacherei war in Werden, das 1929 zur Stadt Essen eingemeindet wurde, im 18. und 19. Jahrhundert der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Forstmann besuchte die katholische Rektoratsschule in Werden sowie danach das Gymnasium in Elberfeld und machte in Düsseldorf das Abitur.[1] In Elberfeld absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung bei der Textilfirma Böddinghaus, die dort im 19. und frühen 20. Jahrhundert wirtschaftlich einflussreich war. Im Anschluss erwarb sich Forstmann praktische Fähigkeiten im väterlichen Unternehmen in Werden. Anfang der 1850er Jahre ging er nach New York, wo er in der Firma Wesendonk & Co. für den Vertrieb der Fabrikate der dort von ihm gegründeten Geschäftsstelle Forstmann & Co. arbeitete. Ebenfalls dort arbeitete auch sein Vetter Richard Forstmann und zeitweise der Kommerzienrat Ernst Huffmann.[1] Julius Forstmann nahm die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an.
Verheiratet war Forstmann in den Vereinigten Staaten mit der dort lebenden Adele geborene Dörr, die nach kurzer Ehe starb. Seine zweite Frau Johanna geborene Walter starb ebenfalls früh. Seine dritte Ehe ging er mit Käthchen geborene Ankenbrand (1838–1906) aus Linz am Rhein ein. Sie errichteten sich nördlich von Linz die 1873 begonnene und 1875 fertiggestellte Villa am Rhein, damals genannt Dörpel, die noch heute mit anderen Eigentümern existiert.[2] Alle drei Ehen blieben kinderlos.[1] In Linz am Rhein verbrachte Forstmann seinen Ruhestand. Er starb nach längerer Krankheit im Alter von 72 Jahren im Luisenhospital Aachen und wurde am 18. Mai 1899 auf dem Friedhof Werden II in der Gruft beigesetzt, in der bereits sein Bruder Karl lag.[3] Das Ehrengrab steht seit 1994 unter Denkmalschutz.[4]
Seiner Vaterstadt Werden blieb er stets verbunden. Er machte dem dortigen Evangelischen Krankenhaus Zuwendungen und schenkte der Stadt Werden die damalige Flussbadeanstalt an der Ruhr. Zudem spendete er 1890 der Stadt die Sandsteinstatuen Otto von Bismarcks und die des preußischen Generalfeldmarschall Helmuth Karl Bernhard von Moltke auf der Werdener Königsbrücke, nachdem sein Bruder Karl 1884 bereits die Statue Kaiser Wilhelm I. der Stadt vermachte. Alle drei Standbilder schuf der Künstler Wilhelm Albermann. Die feierliche Enthüllung war der Anlass, dass Julius Forstmann am 10. Mai 1891 nach seinem Bruder Karl die zweite Ehrenbürgerwürde der Stadt Werden erhielt. Julius war ebenfalls Ehrenbürger der Stadt Linz am Rhein.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erwin Dickhoff: Essener Köpfe. Hrsg.: Stadt Essen–Historischer Verein für Stadt und Stift Essen. Klartext-Verlag, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1231-1, S. 106.
- Willy Fleischer: Werdener Tuchmacher. Die Familien Forstmann und Huffmann und andere Tuchhersteller. Nobel-Verlag, Essen 2001, ISBN 978-3-922785-75-0.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Die Familie des Kommerzienrats Carl Forstmann. In: Werdener Heimatblätter, Organ des Geschichtsvereins für das Gebiet des ehem. Stiftes Werden vom 19. Juli 1924
- ↑ Stadtarchiv Linz am Rhein
- ↑ Todesanzeige im Aachener Anzeiger vom 17. Mai 1899
- ↑ Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Essen, abgerufen am 6. November 2026
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Forstmann, Julius |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Unternehmer, Mäzen |
| GEBURTSDATUM | 22. August 1827 |
| GEBURTSORT | Werden |
| STERBEDATUM | 14. Mai 1899 |
| STERBEORT | Aachen |