Julius Emmerich studierte von 1853 bis 1856 an der Berliner Bauakademie bei Karl Bötticher und Johann Heinrich Strack. Er erhielt 1861 den Schinkelpreis des Architekten-Vereins zu Berlin für einen Entwurf zum Umbau des Kronprinzenpalais. Emmerich war im preußischen Staatsdienst tätig, bis 1870 arbeitete er in Düsseldorf als Land-Baumeister, danach als Bauinspektor in Berlin und dort seit 1880 als Regierungs- und Baurat in der Ministerial-Baukommission (Dezernent für Hochbau). Von 1883 bis 1904 betreute er die Filialbauten der Reichsbank im gesamten Reichsgebiet. 1904 trat er in den Ruhestand, war aber noch bis 1914 für die Reichsbank tätig.
1881 wurde er Vorstandsmitglied des Architektenvereins und seit 1886 war er Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens. 1891 erhielt er den Titel „Geheimer Baurat“. Außerdem wurde er mit der Ehrendoktorwürde (Dr.-Ing. e. h.) ausgezeichnet.
1874/75: Erweiterung des Herrenhauses, LeipzigerStraße3
1883–1914: Bauten der TH in Charlottenburg; Klinikum und Universitäts-Institute Ziegelstraße; Völkerkundemuseum; Kultusministerium; Bauten im Botanischen Garten; Pergamon- und Kaiser-Friedrich-Museum; Gebäude der Akademie der Künste; Packhof an der Moltkebrücke; KirchenbautenGebäude der Reichsbankfiliale in Trier1892–1894: Erweiterung der Reichsbank (Hauptverwaltung der Reichsbank), Jägerstraße (Bauleitung: Max Hasak)
Uwe Kieling: Berliner Baubeamte und Staatsarchitekten im 19. Jahrhundert. Gesellschaft für Heimatgeschichte und für Denkmalpflege im Kulturbund der DDR, Berlin 1986, S. 21