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Julia Mihály

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Julia Mihály (* 1984 in Lüdenscheid) ist Komponistin[1]. Ihre Familie stammt aus Transsilvanien und hat deutsche und ungarische Wurzeln. Julia Mihály wuchs in Iserlohn (Sauerland) auf.

Mihály studierte an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Norma Enns (Gesang, Oper) und Joachim Heintz (Elektronische Komposition). Meisterkurse und Workshops (ZKM Karlsruhe, STEIM Amsterdam, Stockhausen Kurse Kürten, Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt) ergänzen ihre Ausbildung. Wichtige Impulse erhielt sie von Jennifer Walshe, David Helbich, Salome Kammer, Karlheinz Stockhausen, Daniel Teruggi und Jamie Griffiths.

Nach Abschluss ihres Studiums 2012 arbeitete sie zunächst hauptsächlich als Interpretin zeitgenössischer Musik sowie als Elektronik-Performerin. Seit 2018 konzentriert sie sich schwerpunktmäßig auf die Arbeit als Komponistin. Ab Oktober 2025 erschien ihr Gesamtwerk im Topus Musikverlag. Ihre Kompositionen wurden u. a. aufgeführt von Ensemble Resonanz Hamburg, Ensemble Mosaik Berlin, hand werk Köln, Meitar Ensemble Tel Aviv, Hashtag Ensemble Warschau, oenm - Österreichisches Ensemble für Neue Musik Salzburg, Ensemble New Babylon Bremen, dem Synthesizer-Trio Lange/Berweck/Lorenz Berlin.

Julia Mihály bewegt sich als Komponistin an den Schnittstellen von Neuer Musik, Musiktheater und elektronischer Musik. Sie entwickelt mehrschichtige Gesamtkompositionen aus Klang, Video und performativen Elementen, häufig in Verbindung mit elektronischen Medien und starkem inhaltlichem Bezug zu Aufführungsorten. Schwerpunkte ihrer Arbeiten liegen auf gesellschaftspolitischen Themen der aktuellen Alltags- und Medienkultur wie beispielsweise Ästhetik von Protest und zivilgesellschaftlichem Widerstand, Auseinandersetzung mit Authentizitätsversprechen in performativen Kontexten und künstlerisch-interventionistisches Mitgestalten von öffentlichem Raum.

Mihály war als Komponistin u. a. zu Gast beim Heroines of Sound Festival Berlin, dem Künstler*innenhaus Mousonturm, Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, SIGNALE Graz, TEMPO REALE Florenz, Akademie der Künste Berlin, SPOR Festival Århus, NTU CCA Centre for Contemporary Arts Singapore, sowie als Interpretin u. a. bei der Biennale Musica di Venezia, der Ruhrtriennale[2] und in der Suntory Hall Tokyo[3].

Zusammen mit der Dramaturgin Maria Huber arbeitet Julia Mihály unter dem Namen Untere Reklamationsbehörde.[4] Die beiden Künstlerinnen entwickeln kollektiv mit projektbezogenen Gast-Künstler:innen aus der Performance- und Neue Musik -Szene interdisziplinäre Arbeiten, die sie als „Empirisches Musiktheater“ bezeichnen.

Julia Mihály unterrichtete von 2016 bis 2025 am Studio für Elektronische Musik und Akustik (SELMA) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main sowie am Studio für elektroakustische Musik (SeaM) an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. 2025 erhielt Julia Mihály zusammen mit der Autorin Sina Ahlers das Ottilie Roederstein Stipendium des Bundeslandes Hessen. Gemeinsam entwickelten die beiden Künstlerinnen das Musiktheater „Der Brand“, das am Staatstheater Kassel 2027 uraufgeführt wird.[5]

2026 wurde Julia Mihály mit dem Deutschen Musikautor*innenpreis der GEMA in der Sparte „Musiktheater/Bühne“ ausgezeichnet.[6]

Julia Mihály lebt mit ihrer Familie in Frankfurt am Main.[5]

Auszeichnungen und Stipendien

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Kompositionsaufträge (Auswahl)
  • Staatstheater Kassel, 2027
  • Deutsche Oper am Rhein, 2025
  • Ensemble Mosaik, 2025
  • wien modern, 2024
  • Taschenopern Festival, 2023
  • Meitar Ensemble, 2021
  • KunstFestSpiele Herrenhausen, 2019
  • Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste, 2019
  • Deutschlandfunk (DLF), 2018[7]
  • Kulturfonds FrankfurtRheinMain[8]
  • Bayerische Akademie der Schönen Künste, 2017
  • NTU CCA Centre for Contemporary Art Singapore[9] (2016)
  • Non Piano / Toy, Piano Weekend Hamburg (2016, 2017)
  • Veranstaltungsreihe Basis Zwei Hannover[10] (2016)
  • 2015 Klangbrücken Festival Hannover[11]
Stipendien
  • Ottilie-Roederstein Stipendium des Bundeslandes Hessen (2025)
  • Progetto Positano Stipendium der Ernst von Siemens Musikstiftung (2019)
  • Artist in Residence mit Club Bleu am Staatstheater Darmstadt[12] (2017)
  • Ausgewählte Teilnehmerin des Composer-Performer Workshops[13] der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (2014)
  • Künstlerresidenz am Atelier Klangforschung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (2012)
Auszeichnungen
  • Deutscher Musikautor*innen Preis der GEMA (2026)
  • Zweiter Preis der Stockhausen Stiftung für Musik (2009)
  • Erster Preis der Stockhausen Stiftung für Musik (2007)
  • Musikstipendium der Kunststiftung NRW (2007, 2009)
  • Erster Preis des Magyar Zene Festivals, Ungarisches Kulturinstitut Bukarest (2008)

Einzelnachweise

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  1. inspire_me – julia mihály – composerperformer – voice & live-electronics. Abgerufen am 12. Oktober 2017 (deutsch).
  2. Ruhrtriennale 2009-2011 - Julia Mihály. Abgerufen am 13. Oktober 2017.
  3. Summer Festival 2015 Suntory Foundation for Arts. Abgerufen am 13. Oktober 2017.
  4. Ideal aus männlicher Sicht, auf faz.net, abgerufen am 9. April 2024
  5. 1 2 http://juliamihaly.net/bio/. Abgerufen am 3. März 2026.
  6. Julia Mihály mit David Helbich. In: musikautorinnenpreis.de. Abgerufen am 29. März 2026 (deutsch).
  7. Deutschlandfunk - Forum Neuer Musik 2018. Abgerufen am 24. November 2018.
  8. Website Kulturfonds FrankfurtRheinMain. Abgerufen am 24. November 2018.
  9. Staging:. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Oktober 2017; abgerufen am 17. Oktober 2017.
  10. Bugs Beats Music. Abgerufen am 17. Oktober 2017.
  11. Worte, Farben, Gesten, Zahlen - ein synästhetisches Konzert. In: ensemble-megaphon.com. Abgerufen am 3. März 2020.
  12. Julia Mihály: The Counting Sisters. In: jukeboxx-newmusic.net. 17. September 2017, abgerufen am 3. März 2020.
  13. Sylvia Freydank: Entschieden: TeilnehmerInnen für die Workshops von Jennifer Walshe/David Helbich und Peter Ablinger. Abgerufen am 17. Oktober 2017.
  14. Irritation regt zum Denken an | Ausgabe: 10/18 | nmz - neue musikzeitung. Abgerufen am 27. November 2018.