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Joseph Reiter

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Joseph Reiter (* 20. Februar 1850 in Eging am See; † 4. Juli 1924) war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Seminaroberlehrer sowie Mitglied der bayerischen Kammer der Abgeordneten.

Er war der Sohn des Schneiders und Musikers Franz Reiter und der Franziska, geb. Seitz und hätte eigentlich ebenfalls Musiker werden sollen. Dies lehnte er jedoch ab.[1] Und so schlug er eine theologisch-akademische Laufbahn ein. Er war in Passau am Gymnasium 1861-1869 und im Lyzeum 1869-1873. Am 27. Juni 1873 erhielt er die Priesterweihe und war anschließend als Pfarrer tätig (1874 Kurat auf Mariahilf, 1874-1879 Kaplan in Mauth, Waldkirchen, Kirchdorf i.N., Schönberg, Kellberg, 1879-1887 Kooperator Passau-Innstadt, 1887-1890 Dompfarrkooperator in Passau und zugleich Religionslehrer an der dortigen Präparandenschule). Am königlich-bayerischen Lehrerseminar in Straubing war er ab dem 16.12.1890 als Seminaroberlehrer und Präfekt tätig.[2] Mit seinem Wirken als erfahrener Lehrer erwarb er 1906 den Titel Gymnasialprofessor.[3]

1907 erhielt er als Mitglied der Zentrumspartei ein Mandat für die Kammer der Abgeordneten, die neben der Kammer der Reichsräte der Krone Bayerns den Bayerischen Landtag bildete. Er wurde gewählt im Wahlkreis Vilshofen[4] und blieb bis 1911 in dem Parlament, in dem er in verschiedenen Ausschüssen arbeitete.

Reiter unterstützte die Bemühungen, im Pfarrdorf Eging eine eigene Poststation einzurichten. Dabei erwarb er große Verdienste.[5] Am 1. Mai 1895 ist das erste Mal ein Postomnibus zwischen Eging und Vilshofen verkehrt. Als Abgeordneter erreichte er, dass der Brückenzoll in Vilshofen abgeschafft worden ist. Er trat für eine Modernisierung der Lehrerbildung ein. Und bei der Frage, wo die Eisenbahnstrecke im Vorwald verlaufen sollte, kämpfte er als Vilshofener Abgeordneter für eine Strecke von Vilshofen über Eging nach Tittling. Hierbei scheiterte er und es setzte sich die Strecke Deggendorf über Eging nach Kalteneck durch. Hierbei konnte Reiter eine Aufwertung des Eginger Bahnhofs erreichen. Auf ihn geht der Bau des Pfarrhofs in Eging zurück.[3]

1915 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Eging.[3] 1925 wurde ihm in Eging ein Denkmal gesetzt.[1] In seinem Heimatort wurde auch eine Straße als Prof-Reiter-Straße benannt.

  • 1919 Jesus das Heil der Kranken
  • 1920 Der verlorene Gott unter den Menschen
  • 1921 Der katholische Gottesdienst in der hl. Karwoche
  • 1924 Kleiner Beitrag zur Lösung moderner Weltanschauungen
  • 1925 Das katholische Priestertum und seine erhabene Bedeutung in moderner Zeit

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Anton Schuberl: Eging am See. Winzer 2007, ISBN 978-3-937438-56-6, S. 62.
  2. ↑ Schematismus des Bistums Regensburg. 1891 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. 1 2 3 Toni Schuberl: 160. Geburtstag von Prof. Josef Reiter. In: Toni Schuberl (Hrsg.): Eginger Jahrbuch 2010. Winzer 2010, ISBN 978-3-941425-21-7, S. 17–42.
  4. ↑ Adreßbuch für München und Umgebung. 1909 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. ↑ Geschichtskulturverein Eging am See; Brigitte Windorfer: Werdegang der Postagentur in Eging