Joseph Doppelfeld
Joseph Doppelfeld (auch Josef; * 5. Januar 1900 in Wirtzfeld; † nach 1968) war ein deutscher Berufsschullehrer und Künstler.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Joseph Doppelfeld wurde am 5. Januar 1900 im preußischen Wirtzfeld geboren, das heute Teil der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens ist. Die Familie zog nach wenigen Jahren ins Ruhrgebiet. Zu seinen jüngeren Brüdern gehörten der Prähistorische Archäologe Otto Doppelfeld, der 1907 bereits in Essen-Borbeck geboren wurde, sowie der Verfolgte des NS-Regimes und spätere Pfarrer an St. Elisabeth in Reuschenberg, Franz Wilhelm Doppelfeld.[1] Doppelfeld besuchte das Gymnasium in Borbeck und schloss diese Ausbildung mit der mittleren Reife ab. Anschließend absolvierte er zwischen 1916 und 1920 eine Lehrerausbildung, ehe er an die Kunstgewerbeschule Essen, die sogenannte Folkwangschule, wechselte.[2] Hier entstanden unter anderem erste Drucke, wobei sich der Schüler auf die Illustration von Werken des Dichters Jean Paul konzentrierte.
In Köln schloss sich 1926 noch eine Ausbildung am dortigen Berufspädagogischen Institut an, während der sich Doppelfeld auf das Buchgewerbe spezialisierte. Ab 1931 war Doppelfeld Oberlehrer und Direktor der Gewerbe-Berufsschule Duisburg-Hamborn, dem heutigen Robert-Bosch-Berufskolleg. Er konzentrierte sich hier auf die Kunstgewerbeausbildung.[3] In Hamborn gehörte der galizische Künstler Leo Roth zu seinen Schülern, der später zu den bekanntesten Künstlern Israels zählen sollte. Im Juni 1933 trat Doppelfeld in die NSDAP ein, im Mai war er bereits Mitglied des NS-Lehrerbundes geworden. 1935 wurde er Mitglied der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, des Reichsluftschutzbundes, 1936 des Reichskolonialbundes und 1938 des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland.
Doppelfeld heiratete die Fremdsprachenkorrespondentin Marie-Louise Doppelfeld. Das Ehepaar hatte sechs Kinder. Sein Sohn war der 1943 als Gerhard Robert Doppelfeld geborene Benediktinerpater Basilius Doppelfeld, der im unterfränkischen Benediktinerkloster Münsterschwarzach wirkte. Joseph Doppelfeld starb nach dem Jahr 1968, nachdem er zuvor bereits in den Ruhestand versetzt worden war.
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Arbeiten Doppelfelds umfassen kunsthandwerkliche Objekte genauso wie Farbholzschnitte. Dabei konzentrierte sich der Künstler auf die Darstellung von magisch-realistischen Szenen, die immer wieder auch religiöse Elemente beinhalten.[4] In der katholischen Elisabethkirche im Neusser Stadtteil Reuschenberg hat sich ein Hungertuch erhalten, das von Doppelfeld entworfen wurde. Es zeigt das große göttliche Herz im Dornenkranz, flankiert von Geißel und Rutenbündel und wurde im Jahr 1954 aufgehängt.[5]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rolf Höfer: Auch in der Stadt Montan schaffen bildende Künstler. In: Erich Schwerbel (Hrsg.): Duisburger Heimatkalender 1960. Duisburg 1959. S. 108–111.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Borbecker Bürger- und Verkehrsverein e. V: Doppelfeld, Pfr. Franz Wilhelm, abgerufen am 14. Mai 2026.
- ↑ Wirtschaftsverband Bildender Künstler Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Bildende Künstler im Land Nordrhein-Westfalen Bd. 4: Ruhr. Aurel Bongers Verlag, Recklinghausen 1968. S. 36.
- ↑ Deutsche Digitale Bibliothek: Entnazifizierung Doppelfeld, Joseph, abgerufen am 11. Mai 2026.
- ↑ Rolf Höfer: Auch in der Stadt Montan schaffen bildende Künstler. In: Erich Schwerbel (Hrsg.): Duisburger Heimatkalender 1960. Duisburg 1959. S. 111.
- ↑ Alois Höring: Verhüllungen im sakralen Raum. Fastentücher in Rheinland und Westfalen im 20. und 21. Jahrhundert. Waxmann Verlag, Münster, New York 2022. ISBN 978-3-8309-4505-5. S. 134.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Doppelfeld, Joseph |
| ALTERNATIVNAMEN | Doppelfeld, Josef |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Berufsschullehrer und Künstler |
| GEBURTSDATUM | 5. Januar 1900 |
| GEBURTSORT | Wirtzfeld |
| STERBEDATUM | nach 1968 |