Josef Cremer
Josef Cremer (* 3. März 1845 in Lüdinghausen; † 1. Januar 1938 in Dortmund) war Besitzer der Brauerei Thier & Co und ein Kunstsammler und Mäzen.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Abitur 1864 in Münster (Paulinum) absolvierte er eine fünfjährige Ausbildung im Eisen- und Stahlhandel (Deutschland, England, Holland und Belgien). Am 15. Juli 1869 gründete er die Eisen- und Stahlhandelsfirma Willems & Cremer in Brüssel, die er zu einer Im- und Exportgesellschaft von europäischem Rang ausbauen konnte. 1888 erwarb er von seinem Onkel Gustav Thier die 1854 gegründete Brauerei Thier & Co. in Dortmund. Von 1894 bis 1911 war er Stadtverordneter und Stadtrat in Dortmund sowie Vorsitzender des Verbandes Dortmunder Brauereien.[1]
Wirken als Kunstmäzen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Josef Cremer baute bis zum Ersten Weltkrieg eine Sammlung von rund 1200 Kunstwerken auf. Die ersten Werke erwarb er ab den 1860er Jahren bei seinen Aufenthalten im Ausland. Seine Galerie umfasste nahezu alle wichtigen „Schulen und Perioden, vom Trecento bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts“, wie Hermann Voss im Auktionskatalog von 1929 schreibt.[2] Die Sammlung umfasste Werke von Lucas Cranach d. J., Jan und Pieter Brueghel, Perugino, Rubens und Tizian. Ein Teil der Sammlung sollte 1929 in Berlin versteigert werden.[2] Bei Ellerbrock ist zu lesen, dass Cremer die Bilder kurzfristig von der Auktion zurückgezogen und in der Familie verteilt haben soll.[3] Weitere Werke gelangten in die Sammlung des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund.
Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Roter Adlerorden (1899)
- Kronenorden (1907)
- Ehrenbürger der Stadt Dortmund (1922)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Albert Mühl: Cremer, Josef Wilhelm Julius. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 3. Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 409–410 (deutsche-biographie.de).
- Karl-Peter Ellerbrock: Die Familie Cremer und die Thier Brauerei, in: Peter Cremer. Lebenserinnerungen, hg. v. Gesellschaft für Westfälische Wirtschaftsgeschichte e.V., Kleine Schriften Heft 38, Dortmund/Münster 2023, S. 9–43
- Udo Krauthausen: Ahnenliste der Familie Cremer aus Dortmund, in: Beiträge zur westfälischen Familienforschung 36/37 1978/1979, S. 102–192[4]
- Vollmerhaus, Hans: Josef Cremer 1845-1938, Dortmund er Brauindustrieller und Kunstsammler, in: Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsbiographien, Bd. 9, Münster 1967, S. 8off.
- Elisabeth M. Hajos: Die Gemäldesammlung Josef Cremer, Dortmund. In: Belvedere, Bd. 8 (1929), S. 154–155
- Sammlung Geheimrat Josef Cremer [Versteigerung: im Antiquitätenhaus Wertheim, Mittwoch, den 29. Mai 1929], Berlin : Wertheim 1929[2]
- Collection Geh. Kommerzienrat (Jos.) Cremer, Dortmund, verfasst von Hermann Voss, Parchim : Freise 1914
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Internet-Portal 'Westfälische Geschichte'. 25. März 2014, abgerufen am 8. Mai 2026.
- 1 2 3 Antiquitätenhaus Wertheim <Berlin> [Hrsg.]: Sammlung Geheimrat Josef Cremer Dortmund: [Ausstellung, Berlin, d. 24.- 28. Mai 1929 ; Versteigerung 29. Mai 1929]. Berlin 1929, doi:10.11588/diglit.17254.
- ↑ Karl-Peter Ellerbrock: Die Familie Cremer und die Thier Brauerei. In: Gesellschaft für Westfälische Wirtschaftsgeschichte e.V. (Hrsg.): Peter Cremer. Lebenserinnerungen (= Kleine Schriften. Band 38). Dortmund/Münster 2023, S. 9–43, hier S. 22.
- ↑ Internet-Portal 'Westfälische Geschichte'. 25. März 2014, abgerufen am 8. Mai 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cremer, Josef |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Brauereibesitzer, Kunstsammler und Mäzen |
| GEBURTSDATUM | 3. März 1845 |
| GEBURTSORT | Lüdinghausen |
| STERBEDATUM | 1. Januar 1938 |
| STERBEORT | Dortmund |