Die Jokey-Gruppe befindet sich vollständig im Besitz der Familie Kemmerich.
Im Jahr 1968 gründete Josef Kemmerich das Unternehmen zur Herstellung von Kunststoffverpackungen. Zu dieser Zeit werden Verpackungen überwiegend aus Weißblech, Aluminium oder Glas hergestellt. Das erste Produkt der neu gegründeten Firma waren Eimer aus Thermoplaste. Ab 1975[3] stiegen nach und nach die vier Söhne ins Unternehmen ein. Im Jahr 1975 starb der Unternehmensgründer.[4]
1974 ging die Firma Sure Plastik im benachbarten Gummersbach in die Insolvenz. Sure war dreimal größer als Jokey zu diesem Zeitpunkt. Sure Plastik wurde von Jokey übernommen. 1981 wurde der in Nordfrankreich beheimatete Wettbewerber Sicopal übernommen. Das Werk im französischen Labourse war die erste Auslandsniederlassung des Unternehmens.[5]
Bei einem Großbrand wurde im Juni 1981 die Etikettendruckerei in Gummersbach zerstört. Die Druckerei und eine neue Werkhalle wurden an einem neuen Standort in Gummersbach-Rebbelroth wieder aufgebaut. Ab 1983 wurde das ehemalige Vorwerk-Werk in Wipperfürth-Niedergaul für Jokey um- und ausgebaut. Das Werk stand teilweise unter Denkmalschutz. Der Werksumbau wurde 1986 vollendet. Der Standort ist bis heute neben Gummersbach einer der beiden Jokey-Stammsitze.
Nach der Wiedervereinigung wurde 1991 die Firma Formaplast in Sohland an der Spree bei Dresden übernommen. Das Werk wurde modernisiert, es werden neben Kunststoffverpackungen aber weiterhin Badmöbel und technische Kunststoffteile hergestellt.
Die Gründung des polnischen Werks im Jahr 1994 war die zweiten Auslandsniederlassung von Jokey. Dafür wurde ein ehemaliges IG-Farben-Gelände in Kedzierzyn-Kozle, im südwestlichen Teil Polens, umgebaut.
1998 gründete Jokey ein drittes Auslandswerk in Gebze, südlich von Istanbul, das im darauffolgenden Jahr von einem Erdbeben schwer beschädigt wurde. 2012 wurde die türkische Produktionsstätte im Nachbarort Dilovasi in erdbebensicherer Bauweise neu aufgebaut.[6] Ebenfalls 1998 nahm Jokey in Mochov, unweit von Prag, sein neu errichtetes Werk in Tschechien in Betrieb.[3]
Im Jahr 2000 wurde ein Joint Venture (51 % Jokey) mit einem algerischen Geschäftspartner, der Familie Taleb, in Nordafrika gegründet. Aus den Namen Jokey und Taleb entstand der neue gemeinsame Firmenname Joktal.[3]
2002 übernahm Jokey die Meik Werkzeugbau GmbH (heute Jokey Werkzeugbau GmbH) in Lindlar. Hier werden die Spritzgusswerkzeuge für alle Werke konstruiert, hergestellt und ggf. umgebaut und repariert.[7]
In den Jahren 2003 und 2004 folgen weitere Gründungen von Auslandswerken: u. a. das Werk im kanadischen Ontario. Im Jahr 2007 wird in Badr in Ägypten ein neugebautes Werk in Betrieb genommen. Beliefert wird von hier aus der gesamte arabische Raum, insbesondere die Farben- und Lackhersteller.[8] 2008 entsteht ein weiteres Jokey-Werk in Nova Pazova, Serbien, heute Jokey Beograd. Acht Jahre später wird dieses Werk durch ein nahe gelegenes 70.000 m² umfassendes Grundstück vergrößert.[3]
2009 übernimmt Jokey die Marken Sieper[9] und Imagolux und erweitert damit sein Spa-Segment. Die neu hinzugekommenen Spiegelschränke, Dampfduschen, Infrarotkabinen, Badmöbel und insbesondere Spiegel werden im Werk in Sohland produziert. Jokey übernahm die Marken Sieper und Imogolux. Die Spiegelschränke, Dampfduschen, Infrarotkabinen, Badmöbel und insbesondere Spiegel werden fortan im Werk in Sohland a.d. Spree produziert. 2016 wird dieses Segment noch einmal ausgeweitet, als Jokey die Kristall-Form Spiegel GmbH übernimmt.[10]
2017 wurde der spanische Hersteller Treplás gekauft.[11] weiter. Das Familienunternehmen produziert neben gespritzten Verpackungen für die Lebensmittelindustrie auch Verschlüsse, Kappen und Sonderlösungen für Beauty und Home Care. Nachfolgend begannen die Planungen, um ein neues Werk zu errichten. Der Neubau wurde 2021 in Murcia, Südspanien eröffnet.[12] Treplás firmiert seitdem unter Jokey Ibérica.
2023 eröffnete das 16. Werk: Jokey UK befindet sich in Corby, Großbritannien. Die Anfang September angelaufene Produktion bedient die Märkte in England, Wales, Irland und Schottland.[13]
Mit Stand 2025 existieren 14 Produktionsbetriebe in 11 Ländern. Produziert wird u. a. in Deutschland, Frankreich (Labourse), Polen (Kedzierzyn Kozle), Tschechien, Serbien (Nova Pazova), Kanada, Türkei (Dilovası), Algerien, Ägypten (Badr) und Spanien (Murcia).[14]