Gruppe aus beidseitig miteinander verbundenen, tafeligen Iowaitkristallen aus der Palabora Mine, Loolekop, Provinz Limpopo, Südafrika (Größe:1,4cm×0,9cm×0,2cm)
Iowait entwickelt tafelige Kristalle bis etwa 2,5 Zentimeter Größe,[4] die meist zu glimmerartigen Schichten verbunden sind, kommt aber auch in Form massiger Mineral-Aggregate vor. Die Oberflächen der üblicherweise undurchsichtigen und nur an den Kanten durchscheinenden Kristalle weisen einen fettähnlichen Glanz auf. Frische Mineralproben in zersetzten Serpentiniten sind zunächst von bläulichgrüner Farbe, die aber mit der Zeit durch weitere Verwitterung und Umwandlung nach Pyroaurit ins Hellgrüne mit einem Stich ins Rostrote übergehen. Selten finden sich auch gelbliche oder farblose Iowaite.
Mit einer Mohshärte von 1,5 bis 2,5 gehört Iowait zu den weichen Mineralen, die sich ähnlich wie die Referenzminerale Talk (Mohshärte: 1) und Gips (Mohshärte: 2) bereits mit dem Fingernagel ritzen lassen. Bei Hautkontakt vermittelt das weiche Mineral daher auch ein fettiges oder seifiges Gefühl.
Erstmals entdeckt wurde Iowait in Gesteinsproben, die einem Serpentinit-Bohrkern aus präkambrischer Zeit in etwa 1000–1500Fuß Tiefe (ca. 304,8–457,2m) entnommen wurden. Die unbenannte Probebohrung wurde im Sioux County des US-Bundesstaates Iowa durchgeführt. Beschrieben wurde es 1967 durch Donald W. Kohls und John Landon Rodda, die das Mineral nach dem Bundesstaat benannten, in dem dessen Typlokalität liegt.[6]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Iowait die System- und Mineralnummer 06.04.05.01. Das entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Hydroxide und hydroxyhaltige Oxide“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Hydroxide und hydroxyhaltige Oxide mit verschiedenen Kationen“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 06.04.05, in der auch Woodallit eingeordnet ist.
Iowait zählt aufgrund seiner bisher nur wenig mehr als 10 bekannten Fundorte (Stand 2014)[9] zu den sehr seltenen Mineralbildungen. Seine Typlokalität, die unbenannte Probebohrung im Sioux County von Iowa, ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort in den Vereinigten Staaten.
D. W. Kohls, J. L. Rodda:Iowaite, a new hydrous magnesium hydroxide-ferric oxychloride from the Precambrian of Iowa. In: American Mineralogist. Band52, 1967, S.1261–1271 (englisch, rruff.info[PDF; 630kB; abgerufen am 25.Oktober 2024]).
R. S. W. Braithwaite, Pete J. Dunn, R. G. Pritchard, W. H. Paar:Iowaite, a re-investigation. In: Mineralogical Magazine. Band58, 1994, S.79–85 (englisch, rruff.info[PDF; 467kB]).
S. J. Mills, A. G. Christy, J.-M. R. Génin, T. Kameda, F. Colombo:Nomenclature of the hydrotalcite supergroup: natural layered double hydroxides. In: Mineralogical Magazine. Band76, 2012, S.1289–1336, doi:10.1180/minmag.2012.076.5.10 (englisch).
Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.424.
Iowaite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 26.Mai 2026(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.245 (englisch).
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Iowaite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 57kB; abgerufen am 25.Oktober 2024]).
12Iowaite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 25.Oktober 2024(englisch).
↑D. W. Kohls, J. L. Rodda:Iowaite, a new hydrous magnesium hydroxide-ferric oxychloride from the Precambrian of Iowa. In: American Mineralogist. Band52, 1967, S.1261–1271 (englisch, rruff.info[PDF; 630kB; abgerufen am 25.Oktober 2024]).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.