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The Ink Spots

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The Ink Spots
The Ink Spots (1944)

The Ink Spots (1944)

Allgemeine Informationen
Herkunft
Genre(s) Rhythm and Blues, Doo Wop, Jazz
Aktive Jahre 1934[1]–1954
Auflösung
Website
Gründungsmitglieder
Jerry Daniels (bis 1936)
Tenorgesang
Deek Watson (bis 1945)
Charlie Fuqua (bis 1944, 1945–195?)
Hoppy Jones (bis 1944)
Letzte Besetzung
Tenorgesang
Bill Kenny (ab 1936)
Henry Braswell (1954)
Bassgesang
Adriel McDonald (ab 1950)
Ehemalige Mitglieder
Baritongesang
Bernie Mackey (1944–1945)
Bassgesang
Herb Kenny (1945–1950)
Tenorgesang
Bill Bowen (1945–1951)
Bassgesang
Cliff Givens (1945)
Baritongesang
Huey Long (1945)
Tenorgesang
Teddy Williams (1951–195?)
Tenorgesang
Ernie Brown (195?–1954)
Tenorgesang
Essex Scott (1954–1955)
Baritongesang
Everett Barksdale (195?–1954)
Baritongesang
Jimmy Cannady (195?)

The Ink Spots waren eine Vokalgruppe, die vor allem in den 1940er Jahren eine Reihe von Hits hatte und dem Rhythm and Blues, insbesondere dem Doo Wop, den Weg bereitete. Die Gruppe wurde in die Grammy Hall of Fame, die Rock and Roll Hall of Fame und die Vocal Group Hall of Fame aufgenommen. Sie beeinflusste Elvis Presley und die Rock-’n’-Roll-Musik sowie namhafte amerikanische Bands wie beispielsweise The Dominoes, The Temptations oder The Drifters. Die Musik der Ink Spots wurde im Laufe der Jahrzehnte von zahlreichen Künstlern gecovert oder gesampelt.

Die Gruppe wurde Anfang der 1930er Jahre in Indianapolis von Jerry Daniels, Ivory „Deek“ Watson, Charlie Fuqua und Orville „Hoppy“ Jones unter dem Namen The King, Jack and the Jesters gegründet. Nach ihrem Umzug nach New York City nannten sie sich dann The Ink Spots.[2] 1936 verließ Leadsänger Daniels die Gruppe, man fand Ersatz in Bill Kenny. Zu Beginn ihrer musikalischen Karriere wurde die Gruppe von den The Mills Brothers beeinflusst und trat im Jazz-Genre auf.[3]

Nach einigen erfolglosen Aufnahmen bei Victor Records erschien 1939 auf Decca die Ballade If I Didn’t Care, die lange Zeit mit rund 19 Millionen verkauften Exemplaren Rekordhalter bei den Singles blieb und eine Reihe von weiteren Hits einleitete. Bis 1943 erschienen unter anderem We Three (My Echo, My Shadow and Me), When the Swallows Come Back to Capistrano, Whispering Grass, Do I Worry, Java Jive und Shout, Brother, Shout. 1944 brachte eine Zusammenarbeit mit Ella Fitzgerald die Hits Cow-Cow Boogie und I’m Making Believe zustande, ein weiterer Erfolg in diesem Jahr war Into Each Life Some Rain Must Fall.

In diesem und im Folgejahr gab es eine Reihe von Besetzungswechseln. Fuqua musste zum Militär und wurde durch Bernie Mackey ersetzt, Jones starb Ende des Jahres. Auch Watson kehrte den Ink Spots 1945 den Rücken, um seine eigene Band zu gründen; für ihn kam Bill Bowen. Als Ersatz für Jones fand kurzzeitig Cliff Givens zu den Ink Spots, der kurz darauf durch Bill Kennys Bruder Herb ersetzt wurde. Inzwischen ging auch Mackey wieder eigene Wege, neues Mitglied wurde Huey Long. Ende des Jahres war dann Fuquas Dienstzeit beendet, er kehrte zu den Ink Spots zurück, woraufhin Long die Gruppe wieder verließ.

1946 erschien mit dem Titel The Gypsy neben To Each His Own der größte Hit der Gruppe. Bis in die 1950er Jahre blieb diese Besetzung bestehen, dann verließ Herb Kenny die Ink Spots. Bill Kenny begann, auch Soloaufnahmen zu veröffentlichen. In Großbritannien hatten die Ink Spots mit dem Titel You’re Breaking My Heart 1949 ihren größten Erfolg. Der Song erreichte Platz eins der NME-Charts und war 20 Wochen in den Top Ten. Es kam zu einer Reihe weiterer Besetzungswechsel, bis sich die Gruppe 1954 trennte. Mit Melody of Love gelang ihnen 1955 noch ein zweiter Top-Ten-Hit.[4] Das Album The Best of the Ink Spots wurde in Großbritannien mit Gold ausgezeichnet.[5]

Seit dem Ende der 1950er Jahre gab es zahlreiche verschiedene Ink-Spot-Reunions, die jedoch alle keine nennenswerten Erfolge mehr zustande brachten. Die Gruppe wurde 1987 in die Grammy Hall of Fame, 1989 in der Kategorie „Early Influences“ in die Rock and Roll Hall of Fame und 1997 in die Vocal Group Hall of Fame aufgenommen.[6]

Die Ink Spots beeinflussten Elvis Presley und die Rock-’n’-Roll-Musik sowie namhafte amerikanische Bands wie The Dominoes, The Temptations, The Chantels, The Shirelles, Patti LaBelle and The Bluebelles und The Drifters.[7][2][8]

Die Musik der Ink Spots wurde im Laufe der Jahrzehnte von zahlreichen Künstlern gesampelt, gecovert und neu interpretiert sowie in Filmen, im Fernsehen und in Computerspielen wie zum Beispiel in der Fallout-Reihe verwendet. Einige ihrer Lieder wurden von Interpreten anderer Genres neu aufgenommen, darunter The Platters, Bobby Day and the Satellites, The Sharps, The Isley Brothers sowie James Brown and His Famous Flames.[8][6] Auch die amerikanische Speed- und Thrash-Metal-Band Megadeth verwendete ein Sample ihrer Musik für den Song Set the World Afire vom Studioalbum So Far, So Good… So What! (1988).[9]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[10]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 US
1946 Ink Spots US1
(15 Wo.)US
Best-of-Album
1946 für 13 Wochen in den Charts, Wiedereintritt 1949 für 2 Wochen (Platz 8)
Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[11][12][13]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 UK  US  R&B
1939 Address Unknown
–
— — —
Autoren: Vaughn Horton, Denver Darling, Gene Autry
Bless You
–
— — —
Autoren: Eddie Lane, Don Baker
If I Didn’t Care
–
— — —
Autor: Jack Lawrence
Millionenseller[14]; galt vor Rock Around the Clock (1954) als meistverkaufte Single
My Prayer
–
— — —
Autoren: Georges Boulanger, Jimmy Kennedy
im selben Jahr ein Nummer-2-Hit für Glenn Miller, 1956 ein Nummer-1-Hit für die Platters
You Bring Me Down
–
— — —
Autoren: Al Jacobs, Gene De Paul
1940 When the Swallows Come Back to Capistrano
–
— US4
(11 Wo.)US
—
Autor: Leon René; im selben Jahr ein Nummer-2-Hit für Glenn Miller
Maybe
–
— US2
(14 Wo.)US
—
Autoren: Allan Flynn, Frank Madden
mit Whispering Grass auf einer Single
Whispering Grass (Don’t Tell the Trees)
–
— US10
(1 Wo.)US
—
Autoren: Doris Fisher, Fred Fisher; mit Maybe auf einer Single
eine Parodie von Windsor Davies und Don Estelle war 1975 ein Nummer-eins-Hit in Großbritannien
Stop Pretending (So Hep You See)
–
— US18
(2 Wo.)US
—
We Three (My Echo, My Shadow and Me)
–
— US3
(14 Wo.)US
—
Autoren: Nelson Cogane, Sammy Mysels, Dick Robertson; mit My Greatest Mistake auf einer Single
die Version von Frank Sinatra erreichte im selben Jahr ebenfalls Platz 3
My Greatest Mistake
–
— US17
(1 Wo.)US
—
Autoren: Jack Fulton, Jack O’Brien; mit We Three auf einer Single
1941 Java Jive
–
— US17
(2 Wo.)US
—
Autoren: Ben Oakland, Milton Drake; mit Do I Worry? auf einer Single
Do I Worry?
–
— US14
(4 Wo.)US
—
Autoren: Stanley Cowan, Bobby Worth; mit Java Jive auf einer Single
I Don’t Want to Set the World on Fire
–
— US4
(8 Wo.)US
—
Autoren: Eddie Seiler, Sol Marcus, Bennie Benjamin, Eddie Durham
im selben Jahr ein Nummer-eins-Hit für Horace Heidt
1942 Someone’s Rocking My Dream Boat
–
— US20
(1 Wo.)US
—
Autoren: Leon René, Emerson Scott, Otis René
Don’t Get Around Much Anymore
–
— US2
(16 Wo.)US
R&B1
(28 Wo.)R&B
Original: Duke Ellington (1940) instrumental; Version mit Text von Bob Russell 1942 für die Ink Spots und 1943 für Duke Ellington ein R&B-Nummer-1-Hit
Ev’ry Night About This Time
–
— — R&B6
(4 Wo.)R&B
This Is Worth Fighting For
–
— — R&B9
(1 Wo.)R&B
Autoren: Eddie DeLange, Sam H. Stept; mit Just as Though You Were Here auf einer Single
Just as Though You Were Here
–
— — R&B10
(1 Wo.)R&B
Autoren: John Benson Brooks, Eddie DeLange; mit This Is Worth Fighting For auf einer Single
1943 If I Cared a Little Bit Less (And You Cared a Little Bit More)
–
— — R&B10
(1 Wo.)R&B
Autoren: Berkeley Graham, Carley Mills
I Can’t Stand Losing You
–
— — R&B1
(16 Wo.)R&B
Autoren: Billy Kenny, Josef Myrow, Kim Gannon
das Lied stammt ursprünglich von 1940
1944 Cow-Cow Boogie (Cuma-Ti-Yi-Yi-Ay)
–
— US10
(8 Wo.)US
R&B1
(12 Wo.)R&B
mit Ella Fitzgerald; Fitzgerald sang das Lied 1942 im Abbott-und-Costello-Film Helden im Sattel
im selben Jahr kam die Version von Freddie Slack und Ella Mae Morse in die Charts
Autoren: Don Raye, Gene De Paul, Benny Carter
Don’t Believe Everything You Dream
–
— US14
(9 Wo.)US
R&B6
(3 Wo.)R&B
Film: Around the World mit Kay Kyser; Autoren: Jimmy McHugh, Harold Adamson
A Lovely Way to Spend an Evening
–
— US17
(1 Wo.)US
—
Autoren: Jimmy McHugh, Harold Adamson
B-Seite von Don’t Believe Everything You Dream
I’ll Get By (As Long as I Have You)
–
— US7
(10 Wo.)US
R&B4
(14 Wo.)R&B
Film: Kampf in den Wolken mit Spencer Tracy
1929 ein Hit für Ruth Etting; Autoren: Fred E. Ahlert, Roy Turk
Someday I’ll Meet You Again
–
— US11
(1 Wo.)US
—
Autoren: Max Steiner, Ned Washington
B-Seite von I’ll Get By (As Long as I Have You)
Into Each Life Some Rain Must Fall
–
— US1
(18 Wo.)US
R&B1
(21 Wo.)R&B
mit Ella Fitzgerald; Film: Sweet and Low-Down mit Benny Goodman; Autoren: Doris Fisher, Allan Roberts; Millionenseller[14], 11 Wochen auf Platz 1 der R&B-Charts
I’m Making Believe
–
— US1
(17 Wo.)US
R&B2
(14 Wo.)R&B
mit Ella Fitzgerald; Film: Sweet and Low-Down; Autoren: James V. Monaco, Mack Gordon
B-Seite von Into Each Life Some Rain Must Fall
1945 I’m Beginning to See the Light
–
— US5
(6 Wo.)US
—
mit Ella Fitzgerald; Autoren: Duke Ellington, Don George, Johnny Hodges, Harry James
Harry James und Kitty Kallen hatten im selben Jahr einen Nummer-1-Hit
1946 The Gypsy
–
— US1
(23 Wo.)US
R&B1
(13 Wo.)R&B
13 Wochen auf Platz 1 der Popcharts; Autor: Billy Reid; Millionenseller[14]
Prisoner of Love
–
— US9
(11 Wo.)US
R&B5
(1 Wo.)R&B
Original: Russ Columbo (1932); Autoren: Russ Columbo, Clarence Gaskill, Leo Robin
1945 ein Nummer-1-Hit für Perry Como
To Each His Own
–
— US1
(14 Wo.)US
R&B3
(3 Wo.)R&B
Autoren: Jay Livingston, Ray Evans; ursprünglich als Titelsong des gleichnamigen Films (deutsch Mutterherz) gedacht, aber nicht verwendet; Millionenseller[14]
im selben Jahr kamen auch die Versionen von Eddy Howard und Freddy Martin Platz 1
1947 Ask Anyone Who Knows
–
— — R&B5
(1 Wo.)R&B
Autoren: Eddie Seiler, Sol Marcus, Al Kaufman
1948 The Best Things in Life Are Free
–
— — R&B10
(1 Wo.)R&B
You Were Only Fooling (While I Was Falling in Love)
–
— US8
(8 Wo.)US
R&B15
(1 Wo.)R&B
Autoren: Larry Fotine, Billy Faber, Fred Meadows
Say Something Sweet to Your Sweetheart
–
— US22
(2 Wo.)US
—
Autoren: Roy Bennett, Sid Tepper
B-Seite von You Were Only Fooling
1949 You’re Breaking My Heart
–
— US6
(16 Wo.)US
—
Popversion von Leoncavallos La Mattinata (1904); Autoren: Pat Genaro, Sunny Skylar, Ruggero Leoncavallo
im selben Jahr ein Nummer-1-Hit für Vic Damone
Who Do You Know in Heaven (That Made You the Angel You Are?)
–
— US21
(1 Wo.)US
—
Autoren: Peter DeRose, Al Stillman
1950 Echoes
–
— US24
(1 Wo.)US
—
Sometime
–
— US26
(2 Wo.)US
—
1925 ein Hit für die Green Brothers Novelty Band; Autoren: Ted Fio Rito, Gus Kahn
1951 If
–
— US23
(5 Wo.)US
—
Autoren: Tolchard Evans, Robert Hargreaves, Stanley Damerell; die Version von Perry Como kam im selben Jahr auf Platz 1
1955 Melody of Love
–
UK10
(4 Wo.)UK
— —
Autoren: Hans Engelmann, Tom Glazer; die Instrumentalversion von Billy Vaughn war 1954 ein Hit

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Einzelnachweise

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  1. ↑ The Ink Spots Page. In: Soulwalking.co.uk. Abgerufen am 31. August 2026 (englisch).
  2. 1 2 Britannica Editors: The Ink Spots. In: Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 28. August 2026 (englisch).
  3. ↑ Scott Yanow: The Inkspots. In: The Syncopated Times. 30. Dezember 2023, abgerufen am 30. August 2026 (englisch).
  4. ↑ Ehnert, Günter (Hrsg.): Hit Records. British Chart Singles 1950–1965. Hamburg: Taurus Press, 1988, S. 60
  5. ↑ Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK
  6. 1 2 Jyoti A. Verderame: The Ink Spots. In: Encyclopedia of Indianapolis. 2023, abgerufen am 28. August 2026 (englisch).
  7. ↑ Al Green: The Ink Spots. In: Rhino.com. 21. Januar 2014, abgerufen am 30. August 2026 (englisch).
  8. 1 2 The Ink Spots. In: Vocal Group Hall of Fame. Abgerufen am 10. September 2026 (englisch).
  9. ↑ Neil Johnson: So Far, So Good... So What! by Megadeth: The Complete Story. In: Riffology.co. 2. September 2024, abgerufen am 11. September 2026 (englisch).
  10. ↑ Joel Whitburn: Joel Whitburn's Top R&B Albums 1965–1998. Billboard Books, New York 1999, ISBN 0-89820-134-9.
  11. ↑ The Ink Spots in den britischen Charts
  12. ↑ Billboard Pop Hits Singles & Albums 1940-1954 von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2002, ISBN 978-0-89820-198-7.
  13. ↑ Hot R&B Singles 1942-2010 von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2010, ISBN 978-0-89820-186-4.
  14. 1 2 3 4 vor der Einführung der Goldenen Schallplatte im Jahr 1958 gab es nur geschätzte, inoffizielle Verkaufszahlen von den Musiklabels
  • Warner, Jay: The Billboard Book Of American Singing Groups. A History 1940–1990. New York City / New York: Billboard Books, 1992, S. 37–42.
Commons: The Ink Spots – Sammlung von Bildern