Initiative Musik
| Initiative Musik | |
|---|---|
| Rechtsform | gemeinnützige GmbH |
| Gründung | 2007 |
| Sitz | Berlin |
| Leitung | Katja Lucker |
| Mitarbeiterzahl | 57[1] |
| Branche | Musikförderung |
| Website | www.initiative-musik.de |
| Stand: 2026 | |
Die gemeinnützige Initiative Musik ist eine Fördereinrichtung der Musikwirtschaft in Deutschland mit Sitz in Berlin. Sie unterstützt im Auftrag der Bundesregierung insbesondere Projekte aus den Bereichen Popmusik, Rockmusik und Jazz. Die Initiative wurde im Oktober 2007 gegründet und wird überwiegend aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert.
Trägerschaft und Finanzierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Initiative Musik ist als gemeinnützige GmbH organisiert. Gesellschafter sind die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) und der Deutsche Musikrat. Der Großteil der Finanzierung erfolgt aus Bundesmitteln, die durch den Deutschen Bundestag bereitgestellt werden. Ergänzend beteiligen sich Verwertungsgesellschaften wie die GEMA.[2]
Ziele und Instrumente
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ziel der Initiative Musik ist die Förderung der Musikkultur und der Musikwirtschaft in Deutschland. Dazu zählen insbesondere die Unterstützung von Künstlern, der Ausbau von Infrastruktur sowie die internationale Verbreitung deutscher Musik. Die Förderung erfolgt im Wesentlichen in den Bereichen Künstler:innenförderung, Strukturförderung, Exportförderung sowie Livemusikförderung.[3]
Förderprogramme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Künstlerförderung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Künstlerförderung richtet sich an Solokünstler und Bands, die sich auf dem nationalen und internationalen Musikmarkt etablieren wollen. Gefördert werden unter anderem Musikproduktionen, Veröffentlichungen, Promotion- und Marketingmaßnahmen sowie Tourneen. Die Auswahl der geförderten Projekte erfolgt durch Fachjurys aus Vertreterinnen und Vertretern der Musikwirtschaft.[4]
Strukturförderung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Strukturförderung dient der Entwicklung nachhaltiger Rahmenbedingungen für die Musikwirtschaft in Deutschland. Unterstützt werden unter anderem Netzwerkveranstaltungen, Weiterbildungs- und Mentoringprogramme sowie Studien und Analysen zur Musikwirtschaft. Ein Schwerpunkt liegt auf der Stärkung regionaler Strukturen sowie der Vernetzung von Akteuren der Pop- und Jazzszene.[5]
Exportförderung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Exportförderung zielt auf die internationale Verbreitung deutscher Musik ab. Gefördert werden sowohl Künstler als auch Unternehmen der Musikwirtschaft, etwa durch die Unterstützung internationaler Auftritte und die Beteiligung an Showcase-Festivals. Zu den internationalen Aktivitäten zählt unter anderem die deutsche Gemeinschaftspräsentation beim Festival South by Southwest (SXSW) in Austin, Texas.[6]
Livemusikförderung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Livemusikförderung richtet sich an Musikclubs, Veranstalter und Festivals und zielt auf die Sicherung und Weiterentwicklung der Aufführungsinfrastruktur in Deutschland.[7]
Zu den Programmen zählen unter anderem:
- Live 500 – Förderung kleiner Konzertformate
- PlugIn – Unterstützung technischer Ausstattung von Livemusikspielstätten
- Festivalförderfonds zur Unterstützung von Musikfestivals
Neustart Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Zuge der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den Kultur- und Veranstaltungssektor wurde 2020 das Förderprogramm Neustart Kultur von der deutschen Bundesregierung aufgelegt. Es handelte sich um ein umfangreiches „Rettungs- und Zukunftsprogramm“, das zunächst ein Volumen von rund einer Milliarde Euro umfasste und später auf insgesamt zwei Milliarden Euro erhöht wurde. Ziel des Programms war der Erhalt der kulturellen Infrastruktur sowie die Unterstützung von Kulturinstitutionen, freien Kulturschaffenden und Einrichtungen, die durch die pandemiebedingten Einschränkungen wirtschaftlich stark betroffen waren. Die Initiative Musik nahm eine zentrale Rolle bei der Umsetzung von Förderprogrammen ein. Dabei sollten unter anderem auch Auswirkungen wie das sogenannte Clubsterben abgefedert werden.[8]
Das Programm wurde in Abstimmung mit verschiedenen Dachverbänden der jeweiligen Kulturbereiche in mehrere Teilprogramme untergliedert und über unterschiedliche Organisationen umgesetzt. Dazu gehörten unter anderem Förderlinien für pandemiebedingte Investitionen, die Stärkung der Kulturinfrastruktur, die Entwicklung alternativer und digitaler Kulturangebote sowie die Kompensation von Einnahmeverlusten bei kulturellen Einrichtungen.[9]
Gefördert wurden unter anderem Musikclubs, Veranstalter, Festivals sowie Künstlerinnen und Künstler. Im Rahmen der Programme wurden mehrere tausend Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 219,5 Millionen Euro von der Initiative Musik unterstützt. Die Programme wurden bis September 2024 abgeschlossen.[10]
Preise und Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Initiative Musik ist an der Vergabe und Umsetzung mehrerer Auszeichnungen im Bereich der Popularmusik und des Jazz beteiligt.
APPLAUS
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Programmpreis APPLAUS (Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten) wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) vergeben. Er zeichnet Konzertprogramme unabhängiger Musikclubs sowie Veranstaltungsreihen aus verschiedenen Bereichen der Popularmusik und des Jazz aus. Die Initiative Musik setzt den Preis in Zusammenarbeit mit der Bundeskonferenz Jazz (BKJazz) sowie der LiveMusikKommission (LiveKomm) um. Seit 2013 wurden nach Angaben der Initiative Musik mehr als 1.000 Auszeichnungen vergeben und Preisgelder in Höhe von über 19 Millionen Euro ausgeschüttet.[11]
Deutscher Jazzpreis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Deutsche Jazzpreis wird seit 2021 vergeben und verfolgt das Ziel, die Vielfalt und künstlerische Qualität von Jazz und improvisierter Musik zu würdigen. Die Auszeichnung wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgelobt und durch die Initiative Musik umgesetzt. Der Preis wird in mehreren Kategorien vergeben und ist mit Preisgeldern verbunden. Zusätzlich werden auch nominierte Beiträge finanziell berücksichtigt. Ziel ist es, sowohl künstlerische Leistungen zu würdigen als auch die Sichtbarkeit der Jazzszene zu erhöhen.[12]
Polyton
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit Polyton hat die Akademie für Populäre Musik ein Format etabliert, das als Forum und Veranstaltung zur Vernetzung von Musikschaffenden dient. Im Rahmen dieses Formats wird ein von Musikerinnen und Musikern mitbestimmter Musikpreis vergeben, der erstmals 2023 verliehen wurde. Die Preisverleihung ist Teil einer mehrtägigen Veranstaltung, die neben der Auszeichnung auch Workshops und Diskussionsformate umfasst. Ziel ist es, Austausch, Vernetzung und die Sichtbarkeit von Musikschaffenden im Bereich der Popularmusik zu fördern.[13]
Internationale Aktivitäten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben Förderprogrammen betreibt die Initiative Musik Projekte zur internationalen Vernetzung der deutschen Musikwirtschaft. Dazu zählen Präsentationen auf internationalen Festivals sowie Austausch- und Exportinitiativen.[14]
Ab 2027 startet die Initiative Musik eine Filmmusik-Residenz in der Villa Aurora in Los Angeles. Stipendiatinnen und Stipendiaten können in einem dreimonatigen Arbeitsaufenthalt an eigenen Projekten für Film und Medien arbeiten.[15]
Selbstverständnis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach eigenen Angaben versteht sich die Initiative Musik als zentrale Fördereinrichtung des Bundes für Popularmusik und Jazz und betont dabei insbesondere die Förderung von Vielfalt, Chancengleichheit und nachhaltigen Strukturen innerhalb der Musikwirtschaft.[16]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Team. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Über uns. In: Initiative Musik. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Über uns. In: Initiative Musik. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Künstler:innenförderung. In: Initiative Musik. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Strukturförderung. In: Initiative Musik. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Exportförderung. In: Initiative Musik. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Livemusikförderung. In: Initiative Musik. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Initiative Musik stellt Corona-Hilfsprogramm ein. In: MusikWoche. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Programme Neustart Kultur, bei denen eine Bewerbung möglich ist. In: Deutscher Kulturrat. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Initiative Musik stellt Corona-Hilfsprogramm ein. In: MusikWoche. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ APPLAUS Award. In: Initiative Musik. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Über den Deutschen Jazzpreis. In: Deutscher Jazzpreis. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ About Polyton. In: Polyton. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Über uns. In: Initiative Musik. Abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Initiative Musik startet ab 2027 Filmmusik-Residency an der Villa Aurora in Los Angeles – erste Stipendiatin: Freya Arde. Initiative Musik, 25. Februar 2026, abgerufen am 16. März 2026.
- ↑ Über uns. In: Initiative Musik. Abgerufen am 6. April 2026.