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Ingo Runde

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Ingo Runde (* 14. März 1970 in Duisburg) ist ein deutscher Historiker und Archivar. Er ist Direktor des Universitätsarchivs Heidelberg und Honorarprofessor am Historischen Seminar der Universität Heidelberg.

Leben und Wirken

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Runde besuchte von 1980 bis 1989 das Landfermann-Gymnasium in Duisburg. Nach dem Ende des Dienstes als Soldat auf Zeit in Borken studierte er von 1991 bis 1996 Geschichte, Germanistik und Spanisch an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg. In dieser Zeit war er von 1994 bis 1996 wie auch in der Promotionsphase 1998 bis 2000 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Nach Abschluss des Ersten Staatsexamens mit dem Absolventenpreis der Universität Duisburg promovierte er dort von 1997 bis 2002 am Mittelalter-Lehrstuhl von Dieter Geuenich, wo er u.a. als wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt „Nomen et gens. Personennamen als Indikatoren für sprachliche, ethnische, soziale und kulturelle Gruppenzugehörigkeit ihrer Träger“[1] tätig war, wofür er 2004 den „Preis der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Förderung der deutschen Namenforschung auf sprachgeschichtlicher Grundlage“[2] erhielt. In Duisburg wirkte er zudem an der Herausgeberschaft des historischen Teils des „Reallexikons der Germanischen Altertumskunde (Hoops-RGA)“[3] und am Aufbau des „Instituts für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung (InKuR)“[4] mit, dem er 2000 bis 2001 und 2007 bis 2010 als Vorstandsmitglied angehörte.[5]

Nach der Promotion über „Xanten im frühen und hohen Mittelalter“, für die er 2003 den Wissenschaftspreis des Landschaftsverbandes Rheinland („Albert-Steeger-Preis“) erhielt, absolvierte Runde von 2002 bis 2004 das Archivreferendariat des Landes Nordrhein-Westfalen am Staatsarchiv Detmold. Anschließend war er von 2004 bis 2006 Wissenschaftlicher Assistent am Mittelalter-Lehrstuhl an der Universität Duisburg-Essen, wo er 2006 als Akademischer Rat mit dem Aufbau eines Universitätsarchivs für die fusionierten Universitätsstandorte beauftragt wurde und zugleich Lehrbeauftragter im Historischen Institut blieb. 2007 bis 2010 war er zudem Mitglied im Kuratorium der Niederrhein-Akademie/Academie Nederrijn (NAAN)[6] und 2010 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Hochschularchive in Nordrhein-Westfalen[7]. Im Oktober 2010 übernahm er die Leitung des Universitätsarchivs Heidelberg und ist in dieser Eigenschaft u.a. Beiratsmitglied des Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland und der Hans-Georg Gadamer Gesellschaft. Er ist zudem Vorstandsmitglied im International Centre for Archival Research (ICARUS) und im Freundeskreis für Archiv und Museum der Universität Heidelberg[8]. Seit 2011 als Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität Heidelberg in den Bereichen Historische Grundwissenschaften, Universitätsgeschichte und Landesgeschichte tätig, wurde er im Mai 2026 zum Honorarprofessor ernannt[9]. Seit 2013 gibt er zudem die von ihm begründete Reihe „Heidelberger Schriften zur Universitätsgeschichte“[10] heraus. Im Universitätsarchiv Heidelberg wurden unter seiner Leitung ein einheitliches Archivprogramm und regelmäßige wissenschaftliche Tagungen zur Universitätsgeschichte eingeführt. Im Rahmen von Drittmittelprojekten begann eine umfangreiche Digitalisierung, Erschließung und Online-Stellung der bedeutenden Altbestände[11].

Ehrenamtlich engagiert sich der aus einer tauchbegeisterten Familie stammende Runde in der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie e.V. (DEGUWA) mit der Einsatzleitung bei dem unterwasserarchäologischen Survey auf der Secca di Ógnina (Syrakus/Sizilien) 1995[12] sowie der Leitung der Regionalabteilung Nordrhein-Westfalen 1996 bis 2002 und seit 2010 als Ansprechpartner für Baden-Württemberg.

Schriften (Auswahl)

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  • Xanten im frühen und hohen Mittelalter. Sagentradition – Stiftsgeschichte – Stadtwerdung (Rheinisches Archiv, Band 147), Köln / Weimar / Wien 2003, ISBN 978-3-412-15402-8.
  • Datenbankkonzept zur Erschließung personenbezogenen Archivguts vom Mittelalter bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts durch Digitalisierung, Datenaustausch und Lemmatisierungsverfahren. Transferarbeit Archivschule, Marburg 2003 (PDF-Version).

Herausgeberschaften

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  • mit Dieter Geuenich: Name und Gesellschaft im Frühmittelalter. Personennamen als Indikatoren für sprachliche, ethnische, soziale und kulturelle Gruppenzugehörigkeiten ihrer Träger (Deutsche Namenforschung auf sprachgeschichtlicher Grundlage 2), Hildesheim / Zürich / New York 2006, ISBN 978-3-487-13106-1.
  • Lehrerausbildung an Rhein und Ruhr im 20. Jahrhundert: Symposium 40 Jahre Pädagogische Hochschule Ruhr in Duisburg (Schriften aus Archiv und Bibliothek der Universität Duisburg-Essen 1), Duisburg 2011, ISBN 978-3-942158-04-6.
  • Universitätsarchive in Südwestdeutschland. Geschichte - Bestände - Projekte. Tagung anlässlich des 625-jährigen Jubiläums der Ersterwähnung einer Archivkiste der Universität Heidelberg zum 8. Februar 1388 (Heidelberger Schriften zur Universitätsgeschichte 1), Heidelberg 2013, ISBN 978-3-8253-6252-2.
  • mit Heike Hawicks: Die Alte Aula der Universität Heidelberg.] Heidelberg 2016, ISBN 978-3-946054-10-8.
  • mit Heike Hawicks: Päpste – Kurfürsten – Professoren – Reformatoren. Heidelberg und der Heilige Stuhl von den Reformkonzilien des Mittelalters zur Reformation. Katalog zur Ausstellung im Kurpfälzischen Museum vom 21. Mai bis 22. Oktober 2017, hrsg. vom Historischen Verein zur Förderung der internationalen Calvinismusforschung e.V. / Kurpfälzischen Museum Heidelberg / Universitätsarchiv Heidelberg, Heidelberg / Neustadt a.d.W. / Ubstadt-Weiher / Basel 2017, ISBN 978-3-00-056427-7 (PDF-Version).
  • Die Universität Heidelberg und ihre Professoren während des Ersten Weltkriegs (Heidelberger Schriften zur Universitätsgeschichte 6), Heidelberg 2017, ISBN 978-3-8253-6695-7.
  • mit Benjamin Müsegades: Universitäten und ihr Umfeld. Südwesten und Reich in Mittelalter und Früher Neuzeit (Heidelberger Schriften zur Universitätsgeschichte 7), Heidelberg 2019, ISBN 978-3-8253-6846-3.
  • mit Heike Hawicks: Universitätsmatrikeln im deutschen Südwesten. Bestände, Erschließung und digitale Präsentation (Heidelberger Schriften zur Universitätsgeschichte 9), Heidelberg 2020, ISBN 978-3-8253-4726-0.
  • mit Martin Kintzinger und Wolfgang Eric Wagner, Hochschule und Politik – Politisierung der Universitäten vom Mittelalter bis zur Gegenwart (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Universitäts‐ und Wissenschaftsgeschichte 16), Basel 2022, ISBN 978-3-7965-4380-7.
  • mit Matthias Scherer: Emil Julius Gumbel. Mathematiker – Publizist – Pazifist (Heidelberger Schriften zur Universitätsgeschichte 10), Heidelberg 2022, ISBN 978-3-8253-4836-6.
  • mit Heike Hawicks: Max Weber in Heidelberg. Beiträge zur digitalen Vortragsreihe an der Universität Heidelberg im Sommersemester 2020 anlässlich des 100. Todestages am 14. Juni 2020 (Heidelberger Schriften zur Universitätsgeschichte 11), Heidelberg 2022, ISBN 978-3-8253-4933-2.

Einzelnachweise

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  1. DFG: DFG Gepris. DFG, abgerufen am 4. Juni 2026 (deutsch).
  2. Henning-Kaufmann-Stiftung: Henning-Kaufmann-Stiftung. Henning-Kaufmann-Stiftung, abgerufen am 4. Juni 2026 (deutsch).
  3. Akademie der Wissenschaften Göttingen: Hoops - Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Akademie der Wissenschaften Göttingen, abgerufen am 4. Juni 2026 (deutsch).
  4. InKuR: Institut für Kulturgeschichte und Regionalentwicklung. Universität Duisburg-Essen, abgerufen am 4. Juni 2026 (deutsch).
  5. DFG: . Abgerufen am 4. Juni 2026.
  6. Niederrhein-Akademie: Niederrhein-Akademie. Universität Duisburg-Essen, abgerufen am 4. Juni 2026 (deutsch).
  7. AG Hochschularchive NRW: AG Hochschularchive NRW. AG Hochschularchive NRW, abgerufen am 4. Juni 2026 (deutsch).
  8. Freundeskreis für Archiv und Muesuem der Universität Heidelberg: Freundeskreis für Archiv und Muesuem der Universität Heidelberg. Universitätsarchiv Heidelberg, abgerufen am 4. Juni 2026 (deutsch).
  9. Universitätsarchiv Heidelberg: Homepage Prof. Dr. Ingo Runde. In: https://www.uni-heidelberg.de/de. Universität Heidelberg, 2. Juni 2026, abgerufen am 4. Juni 2026 (deutsch).
  10. Universitätsverlag Winter: Heidelberger Schriften zur Universitätsgeschichte. Universitätsverlag Winter, abgerufen am 4. Juni 2026 (deutsch).
  11. Universitätsarchiv Heidelberg: Digitalisate des Universitätsarchivs Heidelberg. Universitätsbibliothek Heidelberg, abgerufen am 4. Juni 2026 (deutsch).
  12. Deguwa: Unterwassergrabungen vor Ognina (Sizilien). Deguwa, abgerufen am 4. Juni 2026 (deutsch).