Titus Engel, der Dirigent der Uraufführung, übersetzte den Titel mit den Worten „unendliches Jetzt“, der „Ausweitung von Momenten ins Unendliche“, und verglich die Musik mit einem Mikroskop oder Teleskop, mit dessen Hilfe die versteckten Dimensionen der kleinsten Einzelheiten erkennbar werden.[3]
Obwohl das Werk als „Oper“ angekündigt wurde, kann man an dieser Zuordnung zweifeln. Es enthält weder Arien noch Chorszenen. Nur an einer Stelle aus Homecoming gibt es „intensivere Gesangslineatur“.[4]
Den beiden zugrundeliegenden Texten ist jeweils eine spezielle Besetzung zugeordnet. Homecoming singen eine Sopranistin, eine Altistin und ein Bass als „verschwommene unisono Meta-Stimme“ („blurred unison meta-voice“), zu der noch eine vorab aufgenommene Stimme (Weiwei Xu) kommt. In Percevals Front gibt es ebenfalls drei Sänger, eine Mezzosopranistin, einen Countertenor und einen Bariton, sowie sechs Schauspieler, die insgesamt sieben Rollen spielen. Auch hier sind die Gesangsstimmen zu einer „Meta-Stimme“ verbunden, verändern aber während des langsamen Unisono-Gesangs individuell ihre Klangfarbe. Einzelne Wörter oder Sätze werden stimmlich hervorgehoben.[5]
Die sechs Akte sind jeweils durch zwölf Sekunden lange Pausen in Stille und Dunkelheit voneinander getrennt. Eine längere Pause ist nach dem dritten Akt denkbar. Bei der Uraufführungsproduktion wurde allerdings darauf verzichtet.[2] Ein kaum wahrnehmbarer synthetischer Klang unterbindet häufig die komplette Stille.[6]
Die metallischen Geräusche eines Eisentores leiten jeden Akt ein. Die folgende Musik ist in „Blöcke“ mit jeweils eigener „Balance von Klang und Stille, Energie und Statik“ unterteilt: „eine Phase der Ruhe, Alltagsgeräusche – etwa Stimmengewirr, Fetzen aus dem Radio, das Stampfen eines Zuges –, kantige, manchmal schroffe Einwürfe des Orchesters“ (Titus Engel). Die Klänge entwickeln sich äußerst langsam ohne erkennbare Übergänge. Eine große Bedeutung haben Atemgeräusche.[3] Das klangliche Fundament erzeugen die elektronischen Einspielungen,[6] darunter viele Aufnahmen von Wasser oder Luft, die der Komponistin zufolge „die Tatsache unterstreichen, dass wir das Glück haben, lebendig zu sein“ („underlining the fact that we’re so lucky to be alive“).[7] Weitere Bestandteile sind Vogelgezwitscher, Kuhglocken oder das Zirpen von Grillen sowie der originale chinesische Text von Homecoming.[4]