In Echoes’ Shadow
| In Echoes’ Shadow | |
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| Studioalbum von ErbtMäderAmBerg? & Lehn | |
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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Veto Records | |
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Format(e) |
LP, Download |
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Titel (Anzahl) |
5 |
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40:44 | |
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Besetzung |
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Studio(s) |
Lausanne, Luzern |
In Echoes’ Shadow ist ein Musikalbum der Formation ErbtMäderAmBerg? & Lehn, bestehend aus Christoph Erb, Elio Amberg, Niklaus Mäder und Thomas Lehn. Die 2023 und 2024 in Lausanne und Luzern entstandenen Aufnahmen erschienen am 1. Mai 2025 auf Veto Records.
Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das schweizerisch-deutsche Quartett ErbtMäderAmBerg? & Lehn wird von den drei Bassklarinettisten Christoph Erb, Elio Amberg und Niklaus Mäder sowie dem Live-Elektroniker Thomas Lehn am analogen Synthesizer gebildet.
Der erste Titel wurde am 26. Februar 2023 von Kevin Juillerat im Rahmen des Konzerts „Live at Fracanaüm“ in der Kirche Saint François in Lausanne aufgenommen. Die weiteren Titel des Albums wurden am 29. Februar 2024 im Neubad in Luzern aufgenommen.
Titelliste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ErbtMäderAmBerg? & Lehn: In Echoes’ Shadow (Veto Records/exchange 022)[1]
- Echoes of the Same 21:08
- When Shadows Don’t Follow 6:19
- When Shadows Walk 5:12
- When Shadows Dance 4:43
- When Shadows Dream 3:21
Die Kompositionen stammen von Christoph Erb, Elio Amberg, Niklaus Mäder und Thomas Lehn.
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach Ansicht von Glenn Astarita, der das Album in All About Jazz rezensierte, würde das Quartett eine eindrucksvolle und vielschichtige Auseinandersetzung mit elektroakustischer Improvisation vorlegen. Das zentrale Konzept sei die „monochrome Fusion“: Drei Bassklarinetten würden zu einer einzigen, dunkel resonanten Einheit verschmelzen, die mit Lehns elektronischen Interventionen kollidiert. Der so entstandene Klang bewege sich in einer seltsamen Zwischenwelt aus freier Improvisation und avantgardistischer Komposition und schaffe Klangfelder, die sich zugleich organisch und beunruhigend fremdartig anfühlen.[2]

Ein Großteil der Musik würde sich in einem schattenhaften Halbdunkel vollziehen, Formen andeuten, ohne sie vollständig preiszugeben, so Astarita. Die Klarinetten spielten in engen mikrotonalen Intervallen, wodurch Reibung und Schwebungen entstünden, die die Grenzen zwischen den einzelnen Instrumenten verwischen. Wenn Lehn mit langgezogenen Tönen einsetze, würde die Grenze zwischen Synthese und Klarinetten-Obertönen verschwimmen – eine kraftvolle, bewusst eingesetzte Mehrdeutigkeit. In Echoes’ Shadow sei ein bedeutendes Werk der Neuen Improvisationsmusik; es sei anspruchsvoll und entziehe sich einer einfachen Kategorisierung, biete aber Hörern, die für die Grenzbereiche der Klangforschung offen sind, tiefgreifende und verstörende Eindrücke.[2]
Lehn würde die Architektur seines analogen Synthesizers nutzen, um eine Sammlung von rhythmischen Blubbergeräuschen, schrillen Tönen, maschinellem Grollen und statischen Drones zu erzeugen, die die klanglichen Verbindungen und die Klangfragmentierung der drei Bassklarinettisten nicht begleiteten, sondern sich parallel zu ihnen entwickelten, schrieb Ken Waxman. In einem längeren und drei kürzeren Stücken, etabliere das Quartett ein Paradigma, in dem die programmierten Schläge und Erschütterungen auf konzentrierte und zugleich einzigartige Spielweisen der Klarinetten treffen. Manchmal würden sich kriegerische Maschinengeräusche mit den Klängen der Holzbläser vermischen, wobei jedes Instrument einen einzigartigen Ton erzeuge, der von hellen, schrillen Tönen, harschen Bläsern oder schnaubenden Chalumeau-Lauten geprägt ist. Ein anderes Mal vereinten sich zwei Klarinettenklänge zu aufsteigenden Legato-Passagen, während die dritte den Synthesizer-Sound mit entschlossenen Split-Tönen oder konzentrierten Mundstückgeräuschen herausfordere. Um Übertreibung zu vermeiden, würden sich Sequenzen, die sich aus anhäufenden Tönen oder Texturen zusammensetzen, mit sorgfältig platzierten, stillen Zwischenspielen abwechseln.[3]
Unter Christoph Erbs Lieblingsinstrumenten, die man in seinem Projekt Exchange über viele Jahre hinweg erleben konnte, würde die Bassklarinette seit jeher einen besonderen Platz einnehmen, schrieb Franpi Barriaux (Citizen Jazz). Vor allem auf seinem Soloalbum Erb Alone (2011) und in seinen Chicagoer Trios mit Jim Baker und Frank Rosaly[4] sowie mit Jason Adasiewicz und Jason Roebke[5] eingesetzt, beflügle die Bassklarinette stets die radikalsten Ansätze und düstersten Atmosphären. Auch diese 22. Folge von Exchange bilde da keine Ausnahme. Das Konzept des Albums würde besonders im langen Stück „Echoes of the Same“ deutlich, das eine ganze Seite des für das Vinyl-Format konzipierten Albums einnimmt: Alles verlaufe langsam und entfalte sich am Rande der Stille, im Grollen des Basses, das an die wilden Geräusche eines dämmernden Waldes erinnert: Wenige Rufe würden in einem sehr kompakten Universum dominieren, in dem Thomas Lehns analoger Synthesizer ein brodelndes Amalgam bilde, „dickflüssig wie heißes Öl, das eine schwüle Atmosphäre betäubt“. Christoph Erb und seine Bandkollegen erzeugten keine solistische Absicht; jede Bewegung sei kollektiv und entwickelt sich nur durch eine langsame Entropie, die das gesamte Spektrum durchdringe. Die B-Seite, kürzer und intensiver, spiele wiederum mit dem Begriff des Schattens, der einen Hauch von Licht erfordere. Das Ergebnis sei ein furioses und schrilles Spiel der Bassklarinetten, das in „When Shadows Dance“ seinen Höhepunkt erreiche, wo das Keyboard seine Begleiter im Terrain von Bass und Puls herausfordere und eine pulsierende Atmosphäre erzeuge.[6]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- in echoes' shadow von ErbtMäderAmBerg? & Lehn. In: Bandcamp. (englisch).
- ErbtMäderAmBerg? bei Discogs
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ ErbtMäderAmBerg? & Lehn – In Echoes’ Shadow. In: Discogs. Abgerufen am 10. Juli 2026 (englisch).
- 1 2 Glenn Astarita: ErbtMäderAmBerg? & Lehn: In Echoes’ Shadow. In: All About Jazz. 25. Dezember 2025, abgerufen am 10. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Ken Waxman: ErbMäderAmBerg? + Lehn: In echoes shadow. In: JazzWord. 13. Oktober 2025, abgerufen am 10. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Gemeint sind die Alben Don’t Buy Him a Parrot (2017) und Parrots Paradise (Veto, 2017).
- ↑ Gemeint sind die beiden Alben Yuria's Dream (2014) und More Dreams Less Sleep (2016).
- ↑ Franpi Barriaux: ErbtMäderAmBerg? & Lehn: In Echoes’ Shadow. In: Citizen Jazz. 1. Oktober 2025, abgerufen am 10. Juli 2026 (französisch).