Zum Inhalt springen

ISF München

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung
(ISF München)
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 1965
Sitz München
Zweck Förderung der sozialwissenschaftlichen Forschung
Vorsitz Norbert Huchler, Nick Kratzer, Barbara Langes, Daniela Rebel, Alexander Ziegler[1]
Beschäftigte Ca. 40
Website www.isf-muenchen.de

Das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e. V. – ISF München ist eine 1965 von Burkart Lutz begründete gemeinnützige Forschungseinrichtung in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Das Institut hat derzeit ca. 40 wissenschaftliche Mitarbeiter und forscht vorwiegend auf dem Gebiet der Arbeits- und Industriesoziologie.

Das Räume des ISF in München

Die Räume des Instituts befinden sich in einem denkmalgeschützten Jugendstilmietshaus im nördlichen Stadtbezirk Maxvorstadt von München.

Zu den Auftraggebern des ISF zählen Ministerien (insbesondere das Bundesministerium für Bildung und Forschung) und Stiftungen (etwa die Hans-Böckler-Stiftung oder die Volkswagenstiftung), die Europäische Union, aber auch Unternehmen und Gewerkschaften. Das Institut war an drei Sonderforschungsbereichen beteiligt: am SFB 101 „Theoretische Grundlagen sozialwissenschaftlicher Berufs- und Arbeitskräfteforschung“ (1972–1986),[2] am SFB 333 „Entwicklungsperspektiven von Arbeit“ (1986–1996)[3] und am SFB 536 „Reflexive Modernisierung – Analysen zur Transformation der industriellen Moderne“ (1999–2009), in dem es mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (u. a. Ulrich Beck), der Technischen Universität München, der Universität Augsburg und der Universität der Bundeswehr München zusammenarbeitete.[4]

Das ISF München finanziert sich eigenen Angaben zufolge weitgehend über Projektgelder.[5] 2013 wurde das Institut von einer Strukturkommission des Landes Bayern unter Vorsitz von Ernst Theodor Rietschel evaluiert.[6]

Arbeits- und Forschungsgebiete

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ISF stellt empirische Untersuchungen in Betrieben und Unternehmen an, insbesondere mit den Mitteln der qualitativen Sozialforschung (Intensivinterviews, Fallstudien), die es mit theoretischer Reflexion zur Entwicklung von Arbeit und Gesellschaft verbindet; auch Öffentlichkeitsarbeit und Praxistransfer gehören zu seinen Aufgaben.

Ein Forschungsschwerpunkt des Instituts ist die Humanisierung der Arbeitswelt. Am ISF München ist u. a. der so genannte „Münchner Betriebsansatz“ entwickelt worden („Betrieb als Strategie“, Burkart Lutz, Günter Bechtle, Norbert Altmann, Dieter Sauer), der dem Betrieb eine entscheidende Rolle im Zusammenspiel von Kapitalstrategien und Arbeit zuweist. Am ISF München wurde zudem ein Ansatz zur Arbeitsmarktsegmentation entwickelt, den Werner Sengenberger 1979 darstellte.[7] Eine große Rolle spielten auch Arbeiten zur systemischen Rationalisierung (Norbert Altmann, Dieter Sauer), die in Kooperation und Auseinandersetzung mit dem Soziologischen Forschungsinstitut an der Georg-August-Universität Göttingen (SOFI) und dessen Theorie der "neuen Produktionskonzepte" entstanden.

Heute stehen vor allem folgende Forschungsthemen im Mittelpunkt:

Die Publikationen des Instituts bis zum Jahre 2000 stehen seit April 2010 öffentlich zugänglich als durchsuchbare Volltexte im Internet.[8]

  • ISF München (Hrsg.): 1965-1990 – Vorträge zum 25jährigen Bestehen des ISF und zum 65. Geburtstag von Burkart Lutz. München. Online
  • ISF München (Hrsg.): 50 Jahre. Kurzdokumentation der Festveranstaltung am 16. Oktober 2015 im Literaturhaus München. München. Online
  • Dieter Sauer: Geschichte des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung in München. In: Stephan Moebius, Andrea Ploder (Hrsg.): Handbuch Geschichte der deutschsprachigen Soziologie. Band 1: Geschichte der Soziologie im deutschsprachigen Raum. Springer VS, Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-658-07613-9, S. 1025–1044
  • Sarah Nies, Dieter Sauer: Theoriegeleitete Fallstudienforschung. Forschungsstrategien am ISF München. In: Hans J. Pongratz, Rainer Trinczek: Industriesoziologische Fallstudien. Entwicklungspotenziale einer Forschungsstrategie. Edition Sigma, Wiesbaden 2010, S. 120–163.
Commons: Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung München – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Impressum, abgerufen am 14. Juli 2025.
  2. ↑ Karl Martin Bolte: Vorwort. In: Werner Kudera, G. Günter Voß (Hrsg.): Lebensführung und Gesellschaft: Beiträge zu Konzept und Empirie alltäglicher Lebensführung. Leske + Budrich, Opladen 2000, ISBN 3-8100-2745-6, S. 7.
  3. ↑ Karl Martin Bolte: Vorwort. In: Werner Kudera, G. Günter Voß (Hrsg.): Lebensführung und Gesellschaft. Beiträge zu Konzept und Empirie alltäglicher Lebensführung. Leske + Budrich, Opladen 2000, ISBN 3-8100-2745-6, S. 8.
  4. ↑ SFB 536 Reflexive Modernisierung auf der Seite des ISF München.
  5. ↑ ISF München: Das Institut. In: isf-muenchen.de. Abgerufen am 20. Februar 2019.
  6. ↑ Strukturkommission Bayern 2013: Evaluierungsbericht Strukturkommission Bayern 2013 (StrukBY2013). Ergebnisse der Begutachtungvon 13 durch den Freistaat Bayern finanziertennichtuniversitären Forschungseinrichtungen. Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, München 18. März 2013, S. 26–27, 223–235 (bayern.de [PDF; 1,8 MB]).
  7. ↑ Werner Sengenberger: Zur Dynamik der Arbeitsmarktsegmentierung. Mit Thesen zur Struktur und Entwicklung des Arbeitsmarkts in der Bundesrepublik Deutschland. In: Christian Brinkmann, Jürgen Kühl, Reinhard Schultz-Wild (Hrsg.): Arbeitsmarktsegmentation: Theorie und Therapie im Lichte der empirischen Befunde (= Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung). Band 33, 1979, S. 1–44 (iab.de).
  8. ↑ Pressemitteilung vom 19. April 2010 auf der Seite des Informationsdienstes Wissenschaft, online

Koordinaten: 48° 9′ 36″ N, 11° 34′ 16,4″ O