Hörre
| Hörre | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchster Gipfel | Alteburg (445,1 m ü. NHN) | ||||||
| Lage | Lahn-Dill-Kreis, Hessen (Deutschland) | ||||||
| Teil des | Gladenbacher Berglandes | ||||||
| Koordinaten | 50° 40′ N, 8° 23′ O | ||||||
| Name | Mutter- fluss (Seite) |
Länge [km] |
Einzugs- gebiet [km²] |
Ab- fluss [l/s] |
Mündungs- höhe [m. ü. NHN] |
Ortschaften (flussabwärts) |
DGKZ |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| (Lemp) | Dill (l) | 11,7 | 34,97 | 274 | 170 | (Oberlemp, Niederlemp, Kölschhausen, Ehringshausen) | 2584-92 |
| Bach von Bermoll | Lemp (r) | 1,8 | 240 | (Aßlar-Bermoll, Oberlemp) | 258492-118 | ||
| Westerlemp | Lemp (r) | 2,9 | 228 | 258492-192 | |||
| Roßbach | Lemp (r) | 2,6 | 215 | 258492-3262 | |||
| Dreisbach | Lemp (r) | 1,8 | 213 | Dreisbach | 258492-32 | ||
| Kölschhäuser Bach | Lemp (r) | 1,9 | 200 | (Kölschhausen) | 258492-54 | ||
| Stippbach | Dill (l) | 6,2 | 5,50 | 49 | 163 | (Sinn) | 2584-912 |
| Dernbach | Aar (l) | 2,7 | 216 | (Seelbach) | 25846-958 | ||
| Ballersbach | Aar (l) | 3,2 | 228 | Ballersbach | 25846-934 | ||
| Gettenbach | Aar (l) | 3,6 | 5,70 | 234 | (Bicken) | 25846-92 | |
| Bach von Bellersdorf | Gellenbach (l) | 1,4 | 252 | Bellersdorf | 2584672-? | ||
| (Gellenbach) | Aar (l) | 4,2 | 8,92 | 252 | (Hohenahr-Altenkirchen)[4] | 25846-72 | |
| (Aar) | Dill (l) | 20,6 | 148,76 | 1602 | 210 | (Bischoffen, Offenbach, Bicken, Seelbach, Burg) | 2584-6 |
| (Dill) | Lahn (r) | 55,0 | 717,70 | 9514 | 147 | (Burg, Herborn, Sinn, Edingen, Katzenfurt, Ehringshausen) | 258-4 |
Stillgewässer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am Nordostrand der Hörre liegt bei Ahrdt als weithin größtes Gewässer der Aartalsee (Aarsee), ein Stausee an der Aar.
Geologie
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Allgemeines
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Hörre-Zone ist eine geologische Einheit im östlichen Rheinischen Schiefergebirge, die in ihren Grenzen nach Nordosten und Südwesten zwar deutlich den Naturraum Hörre überschreitet – während sie ihn nach Nordwesten und Südosten nicht ganz komplett enthält – jedoch ihren Schwerpunkt unmittelbar im Zentrum der Hörre hat.
Geologisch stellt die Hörre-Zone den südwestlichsten Ausläufer der nur wenige Kilometer breiten Hörre-Gommern-Zone dar, die sich von der Hörre ausgehend nach Nordosten über Kellerwald und Harz etwa 300 km bis in den Raum Magdeburg erstreckt.[5]
Gesteine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Sedimente der zentralen Hörre-Zone des Oberdevon und Unterkarbon weichen deutlich von denen der benachbarten Lahn- (südöstlich) und Dillmulde (nordwestlich) ab. Zentral über den Kamm der Hörre in Richtung Nordosten geht ein Streifen aus Kieselkalkstein, Kieselschiefern und Schwarzschiefer, der nach Südosten, in geringerem Umfange auch nach Nordwesten, von einem Streifen aus Tonschiefer, Sandstein, Grauwacke, Quarzit und Kalkstein flankiert wird.[6][7]
Nicht zur Hörre-Zone gehört innerhalb der Hörre das geologisch zur Lahnmulde gezählte Gebiet an der Lemp und ihren Seitentälern im Südosten sowie der geologisch zur Dillmulde gerechnete Nordwesten der Hörre unmittelbar östlich Herborns.[6]
Flora
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Das Zusammentreffen mehrerer Faktoren macht die Hörre für botanisch Interessierte attraktiv. Zum einen ist es die geologische Vielfalt der zugrunde liegenden Hörre-Zone. Zum anderen liegt es daran, dass diese Region des Mittelgebirges an der Grenze zwischen kontinentalem und maritimen Klima liegt und in den Eiszeiten nie vergletschert war. Auf den Spuren von Catharina Helena Dörrien, Johann Daniel Leers oder Karl Löber kann die zum Teil noch erhaltene Artenvielfalt erkundet werden.[8] Für den Kenner verwirrend ist die Hybridisierung einheimischer Arten, z. B. Lilien, durch den ehemaligen botanischen Garten der Hohen Schule Herborn oder den historistischen Park der Villa Haas.[9] Neben einer Vielzahl von Neophyten wie Mahonie, Riesen-Bärenklau etc. sind an schwer zugängigen Felshängen trotz aller Unkenrufe[10] noch Restbestände endemisch vorhandener Mehlbeeren, Elsbeeren, Holzäpfel etc. erhalten.

Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ersten Besiedlungsnachweise gehen auf etwa 4.500 v. Chr. zurück. Die Datierung geht auf verschiedene historische Funde zurück (Gräberfelder der Schnurkeramiker, Hünengräber). Über den Hörre-Kamm verlief die „Hörre-Heege“, eine mittelalterliche Landwehr. Sie begann in Edingen an der Dill und stieß bei der Gellenbach-Mühle zwischen Offenbach und Bischoffen auf einen Anhang der Außenheege, die als Teil der Mittelhessischen Landheegen 1359 bis 1374 angelegt wurde und 16 km lang ist. Dort befand sich ehemals eine Zollstelle (Drei-Länder-Eck, Grenze: Hessen-Darmstadt/Solms/Nassau). Vorbei an Bellersdorf verlief ehemals ein südlicher Strang des Handelsweges Köln-Leipzig, der von Herborn ab über die die Hörre weiter in Richtung, Königsberg (Biebertal), Krofdorfer Forst, Altes Gronauer Schloss (Schmelzmühle) bis Fronhausen zur Einmündung in die Weinstraße führte.
Einzelnachweise und Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
- ↑ Karte und Beschreibung des Gladenbacher Berglandes (Haupteinheit 320) im Umweltatlas Hessen
- ↑ Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
- ↑ Altenkirchen liegt bereits deutlich im Niederweidbacher Becken!
- ↑ Sedimentologie und Biostratigraphie der unterkarbonischen Quarzitfolge der Hörre-Gommern-Zone im Rhenoherzynikum, TU Darmstadt (PDF; 75,8 kB)
- 1 2 Geologische Karte Hessens (Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie), auf hlnug.de
- ↑ Karte der geologischen Strukturräume im Umweltatlas Hessen
- ↑ Karl Löber: Wanderungen durch die Heimatnatur, 1957, S. 48–52
- ↑ Klaus F. Müller: Park und Villa Haas, 2012, S. 154 ff Hörre und Bezug zur Parklandschaft, ISBN 978-3-86468-160-8
- ↑ Graffmann, Friedrich: Die Zerstörung des Herborner Beilsteins, 1969, Hessische floristische Briefe 18 (208): 22
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bundesamt für Naturschutz (BfN; bfn.de):
- Kartendienste
- Landschaftssteckbrief Lahn-Dill-Bergland
- Luftbild der Hörre mit Grenzen, Flüssen und ein paar Erhebungen / Placemarks (Google Earth erforderlich)
- Wanderbare Hörre – Informationen über die Hörre (z. B. zu Wanderwegen, Geschichte und Allgemeines), auf wanderbare-hörre.de