Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Hydroxyethylmethylcellulose (HEMC) ist eine synthetisch modifizierte Cellulose, in der ein Teil der Hydroxygruppen der Cellulose als Ether mit Methyl- und mit Hydroxyethyl-Gruppen verknüpft ist.
HEMC kommt in verschiedenen Polymerisationsgraden und unterschiedlichen Substitutionsgraden auf den Markt. Die Größe des Makromoleküls wird dabei üblicherweise durch dessen Viskosität in 2%iger wässriger Lösung charakterisiert, z.B. 300 (für ca. 300mPas), 1000 (für ca. 1.000mPas) oder 40000 (für ca. 40.000mPas). Sie ist sowohl in Wasser als auch in organischen Lösemitteln löslich. In wässrigen Lösungen wird die Viskosität stark erhöht. Im Gegensatz zu anderen Celluloseethern, wie Hydroxypropylcellulose, bei welcher beim Erwärmen über die Kritische Lösungstemperatur die Löslichkeit stark abnimmt und es zu Ausflockungen kommen kann, liegt die Kritische Lösungstemperatur bei HEMC mit bis zu 110°C deutlich höher.[2]
Hydroxyethylmethylcellulose wird in der Bauchemie zur Wasserrückhaltung in zementösen Wandputzen und in Fliesenklebern und Mörteln verwendet. In der Pharmazie wird es als Bindemittel und Überzug für Tabletten sowie als Verdicker in Suspensionen und Gelen eingesetzt.[4]
Cellulose wird mit Natronlauge bei 35°C in Methylchlorid gequollen und danach bei 40–55°C mit Ethylenoxid unter Druck umgesetzt. Nach Ende der Reaktion wird das Reaktionsgemisch mit einer organischen Säure, wie Ameisensäure, Essigsäure oder Propionsäure neutralisiert. Zur Isolierung werden zuerst alle flüchtigen Stoffe (unter reduziertem Druck) abdestilliert, mit Lösemittel/Wasser-Gemischen gereinigt und dann der Feststoff getrocknet und zum Pulver vermahlen.[2]
1234PatentUS4438264:Process for the production of hydroxyethyl methyl cellulose.Veröffentlichtam20.März 1984,Anmelder:Bayer Aktiengesellschaft,Erfinder:Klaus Balser, Helwig Tuebner, Wilhelm Oppermann.