Der Bau der von Theodor Hopfner entworfenen ersten HS 5 begann im Frühjahr 1928. Der Erstflug mit einem tschechischen Walter-NZ-60-Motor fand im Juli statt und die Zulassung als A–50 wurde am 16. des Monats erteilt. Eigentümer wurde die Wiener Motorfliegergruppe51.[1] Nach einigen Monaten erhielt das Flugzeug einen leistungsstärkeren Antrieb NZ-85 sowie ein vergrößertes Seitenleitwerk und wurde als HS5a in die Schweiz verkauft. Dort flog sie ab dem 12.November 1928 bis zu ihrer Außerdienststellung im Frühjahr 1930 als CH–231. Eine weitere HS5a wurde neu aufgelegt und ebenfalls in die Schweiz geliefert, wo sie am 22.März 1929 ihre Eintragung als CH–209 auf den Zürcher Aeroclub erhielt.[2] 1931 wurde sie von Hopfner in Wien auf den Stand der Nachfolgerin HS8 modernisiert und flog solchermaßen noch bis Ende 1934 in Zürich. Dann ging sie 1935 als OE–DOB endgültig nach Österreich. Noch im selben Jahr stürzte sie am 17.Dezember, im Dienst des Bundesheeres mit der taktischen Nummer 430 stehend, ab.
Eine nach dem ersten Prototyp 1928 aufgelegte zweite HS5 erhielt das Kennzeichen A–60 und wurde auf einen privaten Halter zugelassen. Später wurde sie als OE–DLD umregistriert und ging 1936, wie anfangs auch die A–50, an die Motorfliegergruppe51 in Wien.
Eine HS 5 mit beigeklappten Flächen. Gut sichtbar das als Baldachin ausgebildete Mittelstück
Die HS 5 ist ein abgestrebter Hochdecker in Gemischtbauweise. Der Rumpf besteht aus einem geschweißten und mit Draht ausgekreuzten Stahlrohrfachwerk mit Stoffbespannung. Die Tragfläche verläuft durchgehend und ist eine ebenfalls mit Stoff bespannte Holzkonstruktion. Das Mittelstück ist als Baldachin ausgebildet, die beiden Außenflächen sind zur leichteren Unterbringung nach hinten klappbar gestaltet und zum Rumpf hin mit V-Streben abgestützt. Das Leitwerk ist normal ausgeführt, die Höhenflosse mit I-Stielen am Rumpf abgestützt. Das Hauptfahrwerk ist gefedert und besitzt keine durchgehende Achse. Am Heck befindet sich ein Schleifsporn.
Reinhard Keimel: Luftfahrzeugbau in Österreich. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Aviatic, Oberhaching 2003, ISBN 3-925505-78-4, S.208/209 und 363/364.