Charakteristisch für den aus Buntsandstein bestehenden Hohloh sind sein weitläufiges Gipfelplateau unter anderem mit dem Hohlohturm(Kaiser-Wilhelm-Turm) und das unter Naturschutz stehende Hochmoor mit Moorseen auf der Hochebene.
Der Hohloh liegt im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord größtenteils auf der Waldgemarkung des Gernsbacher Weilers Kaltenbronn, der sich 1,2km östlich des Gipfels befindet. Am Westrand der Hochebene haben auch die Gemarkungen der im Tal der Murg gelegenen Ortschaften und Gemeinden Reichental, Weisenbach, Langenbrand und Gausbach Anteil am Berg. Seit den baden-württembergischen Gemeindereformen der 1970er gehören Kaltenbronn und Reichental zum Gebiet der Stadt Gernsbach, Langenbrand und Gausbach zur Gemeinde Forbach (alle Landkreis Rastatt).
Das Waldgebiet Kaltenbronn gehört politisch zum westlichen Murgtal, obgleich es östlich des Hauptkamms liegt. Die Grenze zwischen dem ebersteinischen bzw. altbadischen Murgtal (Amt Gernsbach) und dem altwürttembergischen Enztal (Oberamt Wildbad) verlief im Hohlohgebiet nicht entlang der Wasserscheide, sondern etwa zwei bis drei Kilometer östlich davon. Das gesamte Hohlohgebiet liegt daher im Badischen.
Der Hohloh ist 988,8mü.NHN hoch. Seine flache Gipfelkuppe bildet die höchste Erhebung im östlichen Hauptkamm des Nordschwarzwalds, dem Höhenzug zwischen den Tälern von Murg und Enz. Gegenstück dazu ist die Hornisgrinde mit dem höchstgelegenen Punkt des westlichen Hauptkamms. Auf manchen Karten wird statt der Gipfelhöhe der Wert 984m am benachbarten Standort des Hohlohturms angegeben,[1] der seit 1936 ein trigonometrischer Punkterster Ordnung ist.[4]
Die Gipfelregion des Hohloh wird durch ein weitläufiges Plateau gebildet. Im Westen wird das Plateau zumeist durch die Steilhänge zum voralpinen Charakter aufweisenden Murgtal begrenzt, die wie die Hochfläche im Buntsandstein-Deckgebirge liegen. Unterhalb einer Höhe von etwa 640m wird dieses vom Grundgebirge und fruchtbareren Forbachgranit abgelöst, erkennbar an einer Geländestufe mit Quellhorizont, dem Übergang vom Nadel- zum Buchenmischwald und einsetzenden Wiesentälern.[5] Nach Osten, zum Enztal hin, ist die Reliefenergie deutlich geringer, die Hänge sind sanfter, die Begrenzung der Hochebene undeutlicher. Das Hohlohgebiet entwässert, entsprechend der großräumigen Einfallrichtung des Buntsandsteins, überwiegend in die östlichen Täler (Kegeltal, wo auch die Passstraße des Schwarzmiss verläuft, und Rombachtal), lange Seitentäler der Großen Enz. Nach Norden setzt sich der Hauptkamm in Richtung Langmartskopf (Langmahd), Teufelsmühle und Dobel fort, nach Süden geht er in das Breitlohgebiet über, später folgen Toter Mann, der Schramberg und der Ort Besenfeld.
Das Kaltenbronn-Gebiet mit dem Hohloh gehörte zum Suchraum für die Flächen des 2014 eingerichteten Nationalparks Schwarzwald,[9] wurde letztlich jedoch nicht berücksichtigt.
Beim Nordende des Gipfelplateaus steht auf 984m[1] Höhe der Aussichtsturm Hohlohturm (offiziell Kaiser-Wilhelm-Turm), von dem sich oftmals umfassende Aussichten im Nordschwarzwald und darüber hinaus bieten. Er steht etwa 200m nördlich vom Gipfel und näher an der Kante zum Steilhang, wo ein besserer Blick nach Nordwesten in das Murgtal hinab gegeben ist.
Bereits 1853 beantragte das Forstamt Kaltenbronn den Bau eines Aussichtsturmes, damit neben der Fernsicht ins Murg- und Rheintal sowie nach Württemberg und Hohenzollern bei günstiger Witterung auch die durch den Wald verdeckten und bis etwa 250km entfernten Berner Alpen sichtbar werden. Wenige Jahre danach entstand ein Holzturm mit Orientierungstafel, der 1895 wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste.
Der Schwarzwaldverein ließ 1897 den Neubau aus Buntsandstein der Umgebung errichten (Baubeginn 10.Mai, Fertigstellung 12.August), der damals 22,2Meter Höhe erreichte. Der Namenspatron Kaiser Wilhelm II. weilte zwischen 1894 und 1899 mehrfach zur Auerhahnjagd in Kaltenbronn und besuchte 1899 auch den Turm.[10]
Wegen des hohen Baumwuchses wurde der Turm 1968 um 6,4m erhöht auf die heutigen 28,6m Turmhöhe.[11] Die Erhöhung lässt sich auch im Turminnern ablesen: im Bereich der früheren Turmspitze wechselt der Treppenstamm von Sandsteinquadern zu Sichtbeton. Insgesamt führen 158 Stufen auf den Turm. Die Aussichtsplattform liegt auf etwa 1012m Höhe.[12] Heute befindet sich der Turm im Besitz der Ortsgruppe Gernsbach des Schwarzwaldvereins, Eigentümer ist das Land Baden-Württemberg. Am 21.Oktober 2010 wurde zwischen dem Schwarzwaldverein und dem Forst Baden-Württemberg ein Gestattungsvertrag abgeschlossen, zuvor war die Nutzung rechtlich nicht geregelt.
Der Blick reicht von den Vogesen im Südwesten über den Pfälzerwald im Nordwesten, den Odenwald im Norden bis hin zu den Juraklippen der Schwäbischen Alb. Bei sehr guter Sicht sind auch der Feldberg im Südschwarzwald und einige Gipfel der Schweizer Alpen am südlichen Horizont zu erkennen, im Norden gelegentlich auch der Große Feldberg im Taunus. Der Ausblick wurde in den 1990er Jahren weiter begünstigt, als die OrkaneVivian, Wiebke und Lothar den hohen Baumbestand des Gipfelplateaus großflächig vernichteten.
Zwischen Turm und Gipfel steht an der Stelle einer ehemals vorhandenen militärischen Richtfunkanlage ein zivil genutzter Sendemast mit Sendeanlage, die den Mobilfunk-Betrieb im abgelegenen Höhengebiet ermöglicht.
Etwa 930m nordöstlich vom Berggipfel des Hohloh und 800m nordöstlich des Hohlohturms liegt am Nordostrand des Gipfelplateaus der Bergsattel Schwarzmiss (933m), über den die Landesstraße76b zwischen Hilpertsau an der Murg und Sprollenhaus an der Großen Enz führt. Sowohl auf dem Schwarzmiss als auch unterhalb davon (beispielsweise beim Weiler Kaltenbronn) liegen mehrere Wanderparkplätze. Sie sind Ausgangspunkte für Wanderungen, Mountainbike-Touren und Loipen. Schwarzmiss und Kaltenbronn sind aus dem Murg- und Enztal mit öffentlichen Buslinien erreichbar.
Die Schwarzwald-Höhenwege Westweg und Mittelweg sowie der Europäische FernwanderwegE1 führen über Kaltenbronn und den Hohloh am Hohlohsee und Hohlohturm vorbei. Das Hohlohseemoor ist durch einen Holzbohlenweg erschlossen. Die Skifernwanderwege auf dem Höhenzug reichen im Norden bis Dobel (15km von Schwarzmiss) und Wildbad-Sommerberg (12,5km), im Süden bis Besenfeld (16km). Bei Kaltenbronn gibt es einen Alpin-Skihang mit Schleppliften.
Die Alte Weinstraße, eine historische Wagenstraße vom vorderen ins hintere Murgtal, führt über den Höhenzug des Hohloh. Sie umging das schluchtartige mittlere Murgtal, das bis ins 18.Jahrhundert nur durch Saumpfade erschlossen war.
Hubert Intlekofer: Geschichte des Kaltenbronn. Von Hochmoor, Wald und Kaiserjagd. Sonderveröffentlichung des Kreisarchivs Rastatt Bd.9. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 2011, ISBN 978-3-938047-53-8
↑Hohlohturm: Trigonometrischer Punkt erster Ordnung. In: Badisches Tagblatt Nr. 290, Ausgabe Der Murgtäler vom 14. Dezember 2016.
↑Hubert Intlekofer: Geschichte des Kaltenbronn. Von Hochmoor, Wald und Kaiserjagd. Sonderveröffentlichung des Kreisarchivs Rastatt Bd.9. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 2011, ISBN 978-3-938047-53-8, S.11.
↑Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Rastatt und Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (Hrsg.): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg– Der Landkreis Rastatt. Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002. Bd.2, ISBN 3-7995-1364-7, S.80
↑vgl. PricewaterhouseCoopers & ö:konzept: Gutachten zum potenziellen Nationalpark im Nordschwarzwald. Gutachten zu Händen des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg. Berlin, April 2013.
↑Friedbert Zapf: 1340–2015 – Reichental – Geschichten eines Dorfs im Wandel. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 2015, S.154.
↑Hubert Intlekofer: Geschichte des Kaltenbronn. Von Hochmoor, Wald und Kaiserjagd. Sonderveröffentlichung des Kreisarchivs Rastatt Bd.9. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 2011, ISBN 978-3-938047-53-8, S.31.
↑Turmdaten– siehe: A) Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden, herausgegeben vom Landkreis Rastatt und der Stadt Baden-Baden. Konrad-Theiss Verlag GmbH, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1599-5, S.225.B) Inschrift über dem Turmeingang. C) Informationsplatte auf der Aussichtsplattform.