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Hohenhauser

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Wappen der Hohenhauser von 1562/1567

Ho(c)henhauser von und zu Thierburg war der Name eines landständischen Briefadelsgeschlechts aus der Gefürsteten Grafschaft Tirol. Die Gerichtsherren von Burgstall, Greifenstein und Mölten starben 1720 mit Joseph Anton Gottlieb von Hohenhauser im Mannesstamm aus. Als Besitzer des Ansitzes Tierburg folgten die Freiherren von Manikor. Zu den preußischen Adelsgeschlecht der Hohenhausen bestand keine Verwandtschaft.

Ursprung und Etymologie

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Die ersten Bewohner des unterhalb der Burgruine Ortenstein gelegenen Hohen Hauses in Meran, früher auch als Haus Ortenstein bezeichnet, sollen laut dem Schriftsteller Beda Weber, das Geschlecht der Hohenhauser gewesen sein. Von der einstigen Burg blieb nur ein Pulverturm erhalten. Die Klause Ortenstein bildete den Endpunkt der früheren Befestigung von Meran. Zu den an dem Turm angrenzenden Häusern gehörte das hohe Haus, Ortensteinhaus, das Haus an der Platten, sowie das Turmhaus, oder Haus unter der Kofel. Zeitweise diente der Ort als Sitz des Burggrafen von Tirol. Laut Urkunden des Gerichtes Dornsberg war das Hohe Haus ursprünglich das mit der Burg Ortenstein in Verbindung stehende alte Gerichtshaus von Meran.[1] Erstmals urkundlich erwähnt wurde es am 12. Dezember 1327, als Pinella von Riffian dem Heinrich von Annenberg über dem Schloss Ortenstein, daher im Hochhaus, ein verkauftes Weingut quittierte. Am 12. Dezember 1330 stellte König Heinrich dem Tiroler Burggrafen Volkmar von Burgstall einen Schuldschein aus und verwies ihn auf das Burggrafenamt und die Behausung zu Ortenstein.[2] Laut neues Jahrbuch der Heraldisch-Genealogische Gesellschaft „Adler“ ist der Name somit ausreichend erklärt. Es bestand daher kein Anlass den Namen von dem Ansitz Hohenhaus in Andrian oder Hohenhaus in Eppan abzuleiten.[3]

Namensgebender Stammsitz der Herren von Hohenhauser soll das an die Burgruine Ortenstein angrenzende Hohe Haus oberhalb von Meran gewesen sein
Der prädikatgebende Ansitz Tierburg in Untermais blieb bis zum Aussterben der Hohenhauser 1720 in Familienbesitz

Ulrich Hohenhauser († 1600) stand zunächst in Diensten des Kammersekretärs Georg Geyerspüchler, darauf erhielt er 1559 die Stelle des Kammerkanzleischreiberes. 1565 stieg er zum Hofkammerrat auf.[4] 1572 wurde Ulrich Hohenhauser in den Adelsstand erhoben.[5] 1590 erklärte Erzherzog Ferdinand II. von Tirol seinen Wohnsitz im oberen Tiergarten in Untermais zum adligen Ansitz Tierburg. Das Geschlecht nannte sich danach auch Hohenhauser von und zu Thierburg. Am 18. Dezember 1586 nahm Erzherzog Ferdinand II. Ulrich und seinen Bruder Joseph Hohenhauser in die landständische Adelsbank Tirols auf. Zwei Marmorreliefs des vom flämischen Bildhauers Alexander Colin geschaffenen Grabdenkmales, für den Hofkammerrat Ulrich Hohenhauser und seine Frau Karlin († beide 1600), befinden sich heute im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck. Ursprünglich standen sie auf dem alten Friedhof von Innsbruck[6] und wurden nach dem Aussterben der Familie 1838 bzw. 1845 vom Landesmuseum erworben.[7] Der Sohn von Ulrich, Wilhelm agierte als Pfleger und Pfandinhaber der Gerichte Burgstall und Greifenstein. 1603 heiratete er Katharina von Geizkofler zu Gailenbach, Tochter von Uriel Geizkofler.[8] Wilhelm Hohenhauser stellte eine Summe von 1.500 Gulden zur Verfügung, die bedürftigen Personen in Ober- und Untermais zugutekommen sollte und den Grundstock eines Armenhauses bildete.[9]

Den Hohenhausern gehörte von 1615 bis 1665 das landesfürstliches Kunkellehen, die vormalige Behausung der von Schlandersberg in Meran. 1651 belehnte man die Söhne von Wilhelm, Uriel und Ehrenreich von Hohenhauser auch mit Gericht Greifenstein. 1682 urkundete Hans Wilhelm (von) Hohenhauser als Gerichtsherr von Burgstall.[10] 1703 verkauften die Hohenhauser das Gericht Burgstall an die Grafen von Spaur.[11] Der Oberstwachtmeister der Landmiliz im Burggrafenamt Dominik Vigil von Hohenhauser zog nach dem bayerischen Einfall 1703 mit seiner Miliz von Meran nach Passeier. Darauf wurde er von einem Mob aufständischer Bauern in Saltaus ermordet.[12][13] Letzterer war Eigentümer des Ansitzes Kallmünz, den sein Sohn Johann Anton 1706 an Johann Anton Graf von Stachlburg verkaufte. Ansitz Thierburg blieb bis 1720 im Besitz der Hohenhauser, als Joseph Anton Gottlieb Freiherr von Hohenhauser, verheiratet mit Eleonora Beata Gräfin von Sauer[14] als Letzter seines Geschlechts starb.[15] Als Besitzer der Tierburg folgten die Freiherren von Manikor, welche 1790 ebenfalls ausstarben.[16]

Blasonierung des Wappens von 1562/1567: Gespalten. Vorne in Schwarz ein goldener Löwe; hinten von Gold und Schwarz dreimal geteilt. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken ein wachsender goldener Löwe. Das Stammwappen der Hohenhauser ist der dreimal geteilte Schild. Der Löwe der 1425 erloschenen Edlen von Greifenstein kam durch den Erwerb der Pfandschaft Greifenstein hinzu.[17]

Persönlichkeiten

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  • Dominik Vigil von Hohenhauser († 29. Juni 1703 in Saltaus),[18] Oberstwachtmeister der Landmiliz im Burggrafenamt
  • Ulrich (von) Hohenhauser († um 1600), Kanzleischreiber, Kammersekretär und Hofkammerrat Erzherzog Ferdinand II. von Tirol
  • Wilhelm (von) Hohenhauser, Gerichtspfleger von Burgstall, 1634 Pfandinhaber der Herrschaften Greifenstein und Mölten

Einzelnachweise

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  1. Beda Weber: Meran und seine Umgebungen. Oder: Das Burggrafenamt von Tirol. Wagner, 1845, S. 7273.
  2. Programm des K.K. Obergymnasiums in Meran. Selbstverl. des Gymnasiums, 1888, S. 19.
  3. Heraldisch-Genealogische Gesellschaft "Adler": Jahrbuch der K.K. heraldischen Gesellschaft Adler zu Wien. The Gesellschaft, 1891, S. 82.
  4. Carolin Spranger: Der Metall- und Versorgungshandel der Fugger in Schwaz in Tirol 1560-1575 zwischen Krisen und Konflikten. Duncker & Humblot, 2006, ISBN 978-3-89639-542-9, S. 6061.
  5. Jahrbuch der K.K. heraldischen Gesellschaft Adler zu Wien. The Gesellschaft, Wien 1891, S. 81.
  6. Theodor Demmler: Die Bildwerke in Holz, Stein und Ton: Großplastik ; mit den Abbildungen sämtlicher Bildwerke. Walter de Gruyter, 2013, ISBN 978-3-11-170967-3, S. 377.
  7. Heinrich Hammer: Nachträge und Studien über Alexander Colin, Zeitschrift des Museum Ferdinandeum, S. 180
  8. Rudolf von Granichstaedten-Czerva: Meran: Burggrafen und Burgherren. Verlag der Österreichischen Staatsdr., 1949, S. 127.
  9. Phillipp Neeb: Der deutsche Antheil des Bistums Trient. Weger, 1866, S. 585.
  10. Fischnaler Wappenkartei: Hohenhauser Hans Wilhelm. In: wappen.tiroler-landesmuseen.at. 1. Januar 2019, abgerufen am 17. Mai 2026.
  11. Ruine Burgstall - Meran und Umgebung. In: meranerland.org. Abgerufen am 17. Mai 2026 (deutsch).
  12. Ansitz Thierburg - Kaffeehaus Lichtenthurn. In: urlaubimdenkmal.com. Abgerufen am 17. Mai 2026.
  13. Coelestin Stampfer: Schlösser und Burgen in Meran und Umgebung. Wagner, 1894, S. 84.
  14. Constantin von Wurzbach: Sauer von Kosiakh oder Kosiach, die Freiherren und Grafen. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 28. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1874, S. 278 (Digitalisat).
  15. Jahrbuch der K.K. heraldischen Gesellschaft Adler zu Wien. The Gesellschaft, 1891, S. 82.
  16. Coelestin Stampfer: Schlösser und Burgen in Meran und Umgebung. Wagner, 1894, S. 85.
  17. Heraldisch-Genealogische Gesellschaft "Adler": Jahrbuch der K.K. heraldischen Gesellschaft Adler zu Wien. The Gesellschaft, 1891, S. 82.
  18. Rudolf von Granichstaedten-Czerva: Meran: Burggrafen und Burgherren. Verlag der Österreichischen Staatsdr., 1949, S. 127.