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Helmut Plechl

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Helmut Plechl (* 6. November 1920 in Berlin; † 13. November 2003[1]) war ein deutscher Historiker und Archivar. Er wirkte unter anderem als ordentlicher Professor für Historische Hilfswissenschaften.

Helmut Plechl wurde 1920 als Sohn von Elfriede Plechl, geborener Buske, und des Betriebsleiters Alfred Plechel in Berlin geboren. Nach dem Schulbesuch leistete er Kriegsdienst bei der Luftwaffe als Bordschütze in einer Ju 87 (Sturzkampfbomber). Er studierte von 1939 bis 1940 und von 1946 bis 1947 Geschichte sowie Klassische Philologie, Rechtsgeschichte, Germanistik und Philosophie. Am 18. Dezember 1947 wurde er in Berlin zum Dr. phil. promoviert. Das Thema seiner Dissertation lautet Die Datum per manus Formel. Zur Frage ihrer Verbreitung und Bedeutung. Nachdem er sich 1949 in Berlin habilitiert hatte, erhielt er im selben Jahr als Nachfolger von Eugen Meyer eine Dozentur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er lehrte gleichzeitig ab 1950 am Institut für Archivwissenschaften in Potsdam. Wegen „nichtmarxistischer Einstellung“ wurde er am Ende des Sommersemesters 1951 aus dem Lehrdienst entlassen. Er verließ daraufhin die Deutsche Demokratische Republik und ließ sich in Freiburg im Breisgau nieder, wo er 1951 Dozent wurde und von 1952 bis 1958 Medizin studierte und dieses Studium 1958 mit dem Medizinischen Staatsexamen abschloss. Am 17. Januar 1952 habilitierte er sich in kürzester Zeit an der Universität Freiburg bei Gerd Tellenbach mit seiner Habilitationsschrift über das Thema Studien zu den italienischen Diplomen Ludwigs II. und Karls III.[2] Beide seiner Hochschulschriften erschienen nicht im Druck.

Als Dozent für Historische Hilfswissenschaften wirkte Plechl seit 1951 an der Universität Freiburg, wo er ab 1964 außerplanmäßiger Professor und Wissenschaftlicher Rat war. Sein Schwerpunkt war die Vermittlung von Mittellatein. Er erhielt einen Ruf an die Universität Bochum.[3] An der Ruhr-Universität Bochum wurde er 1966 Lehrstuhlinhaber für Historische Hilfswissenschaften, dazu auch 1980 Dekan der Fakultät. Seine Arbeitsgebiete waren vor allem Diplomatik, Paläographie, Mittellatein und Quelleneditionen. Als ordentlicher Professor war er Doktorvater zahlreicher Doktoranden. Er wohnte in Laufenburg-Hochsal.

Sein Hauptwerk war die 1972 erschienene dreibändige überarbeitete Großausgabe des Orbis latinus. Lexikon lateinisch geographischer Namen des Mittelalters und der Neuzeit von Graesse und Friedrich Benedict, die er unter Mitarbeit von Sophie-Charlotte Plechl bearbeitete und herausgab.

Ferner wirkte bei den Monumenta Germaniae Historica mit. Unter Mitwirkung von Werner Bergmann konnte er 2002 nach lange zurückliegenden Vorarbeiten die Tegernseer Briefsammlung aus dem 12. Jahrhundert veröffentlichen.

Helmut Plechl war evangelisch und heiratete 1948 die Medizinerin Sophie Charlotte Enick.

Einzelnachweise

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  1. Askanische Blätter. Neue Folge 89, 2013.
  2. Im Schatten des Dritten Reichs. Mittelalterforschung in der Bundesrepublik, 2005, S. 242.
  3. Personalangelegenheiten Dr. Helmut Plechl - Akte im Universitätsarchiv der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg