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Hans Essinger

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Hans Essinger (* 3. Dezember 1900 in Mödling, Niederösterreich; † 24. Mai 1977 ebenda) war ein österreichischer Maler und Kunstpädagoge. Sein ehemaliges Wohn- und Atelierhaus, das sogenannte Essingerhaus, dient der Gemeinde für kulturelle Zwecke und wird derzeit vom essingerartclub als Ausstellungs- und Galeriefläche genutzt.[1][2]

Leben und Wirken

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Hans Essinger, geboren als Johann Vinzenz Essinger in Mödling, war Sohn des Fabriksarbeiters Mathias Essinger, der sich später zum Prokuristen hocharbeitete, und der aus Brünn stammenden Leopoldine, geborene Riesner. Nach der Matura studierte Essinger an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Meisterschule bei Rudolf Jettmar und Karl Sterrer.[3] Essinger begann 1926 ein Studium der Mathematik und Darstellenden Geometrie für das Lehramt in Wien. Bereits während des Studiums, ab 1927, unterrichtete er als Vertragslehrer – zunächst am Knabengymnasium in Mödling, 1928 in Klosterneuburg und ab 1931 erneut in Mödling. Sein Studium schloss er 1929 berufsbegleitend ab. Essinger war Lehrer bis 1965 am Knaben-Gymnasium Keimgasse in Mödling, unterbrochen nur durch kurze Versetzungen nach Wien (1934, 1939) und eine längere kriegsbedingte Pause von 1941 bis 1945.

Im Jahr 1940 sah sich Essinger gezwungen, sich vor den Nationalsozialisten für sein künstlerisches Schaffen zu verantworten, da seine Arbeiten als entartete Kunst eingestuft wurden. Von 1941 bis 1945 war er zum Militärdienst eingezogen.

Von Jugend an war Essingers Leben von Wanderungen und Reisen geprägt. Dabei entstanden zahlreiche Reiseskizzen, oft als Aquarell ausgeführt. Die Skizzen dienten zudem als Vorlage für später ausgeführte Landschaftsgemälde oder Szenen des ländlichen Lebens. Anfangs reiste er vor allem innerhalb Österreichs, später in den Balkan, nach Italien, Frankreich und in die Schweiz. Seine Werke werden dem österreichischen Expressionismus zugeordnet. In den 1960er Jahren entstanden zahlreiche Ansichten der Stadt Mödling und der ländlichen Umgebung.[4]

Nach einer Ausstellung im Wiener Künstlerhaus im Jahr 1927 stellte er vor allem im Mödlinger Kunstverein aus, der ab 1953 Mödlinger Künstlerbund hieß. Dort war er regelmäßig vertreten. Zahlreiche weitere Ausstellungen im In- und Ausland folgten, darunter mehrere Einzelausstellungen in Niederösterreich zwischen 1967 und 1977.

Posthum wurde sein Werk in mehreren Ausstellungen präsentiert, darunter 1980, 1983 und 1986 im Essingerhaus sowie 1981 und 1987 in der Galerie am Doktorberg in Kaltenleutgeben; 1987 fanden außerdem mehrere Gedächtnisausstellungen in Mödling und Kaltenleutgeben statt. Weitere Ausstellungen, etwa 1991 in Wien, 1991 in St. Pölten und 1993 im Museum Mödling folgten.

Essinger gestaltete im öffentlichen Raum Sgraffitos in Mödling[5], Gumpoldskirchen und an der Volksschule Leopoldsdorf im Marchfeld. Zudem malte er für das Mödlinger Rathaus ein Ölporträt des Mödlinger Bürgermeisters Karl Stingl, der von 1965 bis 1972 im Amt war.

Auszeichnungen (Auszug)

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  • 1921: Naturkopfpreis
  • 1922: Lampipreis
  • 1923: Aktpreis und Gundel-Preis
  • 1924: Meisterschulpreis
  • 1925: Köngigswarter-Preis
  • 1933: Silberne Staatsmedaille
  • 1961: Goldene Ehrenmedaille der Niederösterreichischen Kunstvereine
  • 1977: Goldene Ehrennadel der Stadt Mödling
  • Gerlinde Wolfram: Der Maler Hans Essinger. Beiträge zum Verständnis seines Persönlichkeitsbildes und seines künstlerischen Schaffens. Mödling 1992
  • Gerlinde Wolfram (Hrsg.): Hans Essinger. Graphiken aus Mödling und Umgebung. Aphorismen des Künstlers. Mödling 1995
  • Elisabeth Heller: Medilihha: Schriftenreihe des Bezirks-Museum-Vereines Mödling, Hans Essinger - Mödlinger Skizzen, Nr. 22. Mödling 1987
  • Erwin Stein (Hrsg.): Buch der Stadt Mödling, Deutscher Kommunalverlag G.m.b.H, Berlin-Friedenau, 1933, S. 194
  • Hans Essinger. In: Kulturlexikon Österreich. Abgerufen am 17. Mai 2026.
Commons: Hans Essinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Essingerhaus. Abgerufen am 15. Mai 2026.
  2. ESSINGERARTCLUB. Abgerufen am 16. Mai 2026.
  3. Universitätsarchiv - Akademie der bildenden Künste Wien. Abgerufen am 16. Mai 2026.
  4. Elisabeth Heller: Mödling - Landschaft, Kultur und Wirtschaft. Hrsg.: Stadtgemeinde Mödling. Mödling 1975, S. 317.
  5. Kunst im öffentlichen Raum. Abgerufen am 17. Mai 2026.