Erstmals entdeckt wurde Haiweeit im Haiwee Reservoir, einer Uran-Vererzungen in Granit in den Coso Mountains im Inyo County des US-Bundesstaates Kalifornien. Die Erstbeschreibung des Minerals erfolgte 1959 durch Thomas Chester McBurney und Joseph Murdoch, die es nach dessen Typlokalität benannten.
Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial von Haiweeit ist nicht bekannt.[7][9]
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/H.37-020. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Schichtsilikate“, wo Haiweeit zusammen mit Coutinhoit, Metahaiweeit und Weeksit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VIII/H.37 bildet.[3]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Haiweeit die System- und Mineralnummer 53.03.02.02. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Inselsilikate: SiO4-Gruppen und andere Anionen komplexer Kationen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Inselsilikate: SiO4-Gruppen und andere Anionen komplexer Kationen mit (UO2)“ in der „Weeksitgruppe“, in der auch Weeksit, Metahaiweeit und Coutinhoit eingeordnet sind.
Das Mineral ist durch seinen Urangehalt von über 52,8% sehr stark radioaktiv. Unter Berücksichtigung der Mengenanteile der radioaktiven Elemente in der idealisierten Summenformel sowie der Folgezerfälle der natürlichen Zerfallsreihen wird für das Mineral eine spezifische Aktivität von etwa 85,16kBq/g[4] angegeben (zum Vergleich: natürliches Kalium 0,0312kBq/g). Der zitierte Wert kann je nach Mineralgehalt und Zusammensetzung der Stufen deutlich abweichen, auch sind selektive An- oder Abreicherungen der radioaktiven Zerfallsprodukte möglich und ändern die Aktivität. Unter UV-Lichtfluoresziert das Mineral schwach grünlich.
Auf Grund der Radioaktivität des Minerals sollten Mineralproben vom Haiweeit nur in staub- und strahlungsdichten Behältern, vor allem aber niemals in Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen aufbewahrt werden. Ebenso sollte wegen der hohen Toxizität und Radioaktivität von Uranylverbindungen eine Aufnahme in den Körper (Inkorporation, Ingestion) auf jeden Fall verhindert und zur Sicherheit direkter Körperkontakt vermieden sowie beim Umgang mit dem Mineral Atemschutzmaske und Handschuhe getragen werden.
T. C. McBurney, J. Murdoch:Haiweeite, a new uranium mineral from California. In: American Mineralogist. Band44, 1959, S.839–843 (englisch, rruff.info[PDF; 268kB; abgerufen am 24.September 2020]).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band45, 1960, S.753–756 (englisch, rruff.info[PDF; 297kB; abgerufen am 24.September 2020]).
William G. R. de Camargo, Darcy P. Svisero:Haiweeite, a new occurrence in Bazil. In: American Mineralogist. Band54, 1969, S.966–969 (englisch, minsocam.org[PDF; 237kB; abgerufen am 14.September 2019]).
Peter C. Burns:A new uranyl silicate sheet in the structure of Haiweeite and comparison to other uranyl silicates. In: The Canadian Mineralogist. Band39, 2001, S.1153–1160 (englisch, rruff.info[PDF; 603kB; abgerufen am 14.September 2019]).
Haiweeite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 14.September 2019(englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345Jakub Plášil, Karla Fejfarová, Jiří Čejka, Michal Dušek, Radek Škoda, Jiří Sejkora:Revision of the crystal structure and chemical formula of haiweeite, Ca(UO2)2(Si5O12)(OH)2·6H2O. In: American Mineralogist. Band98, 2013, S.718–723 (englisch, Abstract verfügbar bei minsocam.org[PDF; 234kB; abgerufen am 14.September 2019]).
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.566 (englisch).
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Haiweeite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 314kB; abgerufen am 14.September 2019]).
12345Haiweeite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 14.September 2019(englisch).