HC (Computer)
HC (für englisch Home Computer) ist eine Serie rumänischer Heimcomputer, die von 1985 bis 1994 bei ICE Felix in Bukarest hergestellt wurde. Die Rechner basierten auf dem Z80-Prozessor bzw. dessen rumänischem Klon MMN80CPU[1] und waren vom Sinclair ZX Spectrum abgeleitet.[2] Die Serie umfasste im Wesentlichen fünf Varianten mit mehreren Untervarianten. Durch den günstigen Preis und die Softwarekompatibilität mit dem großen Spectrum-Programmbestand war der HC im Bildungswesen und unter Hobbyisten weit verbreitet.[3]
HC 85
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Der HC 85 wurde 1985 als Labormodell von Adrian Petrescu und F. Iacob an der Polytechnischen Universität Bukarest (Lehrstuhl Rechentechnik) entwickelt.[4] Bei ICE Felix wurde er anschließend von E. Dobrovie und S. Anghel für die Serienfertigung überarbeitet.[3]
Die Plattform basiert auf dem Z80-Mikroprozessor bei 3,5 MHz Taktfrequenz, verfügt über 16 kB ROM und 64 kB RAM.[4] Die ersten Gehäuse waren aus Metall gefertigt; später wurde auf ein Kunststoffgehäuse (34 × 25 × 4 cm) mit 40 Tasten und Reset-Taste umgestellt.[3]
Der HC 85 arbeitete mit BASIC, das im ROM gespeichert war.[4] Als Anzeigegerät konnten Fernsehgeräte oder Monitore (Kathodenstrahlröhre, LCD oder Plasma) verwendet werden. Im Textmodus waren 32 Spalten bei 24 Zeilen darstellbar, im Grafikmodus 256 × 192 Pixel in 8 Farben (jeweils in normaler und heller Variante, also effektiv 16). Ein eingebauter Lautsprecher ermöglichte Tonausgabe über 10 Oktaven. Anschlüsse standen bereit für TV, Monitor, Kassettenrekorder, Joystick und Erweiterungen.[4]
Der Preis betrug 1987 15.000 Lei.
HC 85+
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Der HC 85+ (auch HC 85 extins, erweitert) ergänzte den HC 85 über eine zusätzliche Platine am Erweiterungsport um drei Schnittstellen:
- Anschluss für ein oder zwei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerke (320 kB Speicherplatz, bis zu 128 Dateien);
- eine serielle RS-232/CCITT-V.24-Schnittstelle für Drucker oder die Verbindung zweier HC-Rechner;
- eine Netzwerkschnittstelle zur Vernetzung von bis zu 63 HC-Rechnern über verdrillte Leitungspaare – vorwiegend für den Einsatz im Bildungswesen.
Für die Nutzung dieser Funktionen wurde der BASIC-Interpreter um entsprechende Befehle erweitert.
HC 88
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der HC 88 wurde 1989 bei ICE Felix von T. Mihu, E. Dobrovie und V. Cososchi entwickelt.[5] Er verfügte über ein eigenständiges Gehäuse mit 86 Tasten in drei Kategorien: normale (weiß), erweiterte (grau) und Funktionstasten (rot).
Die Besonderheit des HC 88 war seine Doppelkompatibilität: Er konnte sowohl als BASIC-Maschine (Spectrum-kompatibel) als auch als CP/M-Rechner betrieben werden und löste damit den CUB-Z als CP/M-Arbeitsplatzrechner ab.[5]
Die Hardware umfasste: Z80-Prozessor, 80 kB RAM (64 + 16) und 2 kB ROM, RGB/PAL-Encoder sowie Anschlüsse für Monochrom- und Farbmonitor (gleichzeitig nutzbar), zwei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerke, Kassettenrekorder und Nadeldrucker. Optional waren Erweiterungsplatinen für I/O, EPROM-Programmierung sowie RAM-Erweiterungen auf 256 kB oder 1 MB erhältlich.[5]
Textdarstellung: 32 Spalten (BASIC) oder 80 Spalten (CP/M) bei 24 Zeilen, in 8 Farben (jeweils normal und hell, ohne helles Schwarz – also 15 Farben).
HC 90 und HC 91
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der HC 90 verwendete einen von Zilog gefertigten Z80A-Klon mit Motorola-Speicherbausteinen.[5]
Der HC 91 (1991) arbeitete mit dem Z80-A bei 3,5 MHz und war in Varianten mit 40 oder 50 Tasten erhältlich.[5] Mit 16 kB ROM und 64 kB RAM entsprach die Ausstattung im Wesentlichen dem HC 85: 256 × 192 Pixel in 16 Farben, Lautsprecher mit 10 Oktaven Tonumfang. Abmessungen: 34 × 25 × 4 cm.
Der Preis: betrug 1991 7.000 Lei.
HC 2000
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Der HC 2000 (1992–1994) war das letzte Modell der Serie, bevor es durch PC-kompatible Systeme abgelöst wurde.[5] Er basierte weiterhin auf dem Z80A bei 3,5 MHz, verfügte aber über 64 kB RAM und einen erweiterten ROM von 48 kB (16 kB BASIC-Interpreter, 8 kB CP/M-BIOS und 8 kB Disk-Interface).[5]
Im Vergleich zu den Vorgängern bot er ein größeres Gehäuse (50 × 20 × 6 cm), eine vollwertige Tastatur mit 51 Tasten, einen eingebauten 3½-Zoll-Diskettenschacht sowie Anschlüsse für RS-232 und ein zweites externes Laufwerk. Der HC 2000 konnte sowohl im Spectrum-BASIC- als auch im CP/M-Modus betrieben werden.[5]
Textdarstellung: 32 × 24 Zeichen (Spectrum) oder 80 × 25 Zeichen (CP/M).
Der Preis betrug 1992 5.500 Lei.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Socialist Romania Computer Chips. In: The CPU Shack Museum. 29. September 2022, abgerufen am 15. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Sinclair Clones – Felix HC 85, HC 90, HC 91. In: Sinclair Nostalgia Products. Abgerufen am 15. Februar 2026 (englisch).
- 1 2 3 Microcalculatorul personal HC-85 (1985). In: Electrokits. Abgerufen am 15. Februar 2026 (rumänisch).
- 1 2 3 4 A. Petrescu, F. Iacob, T. Domocos, T. Mihu, E. Dobrovie: Microcalculatorul personal HC-85. Polytechnische Universität Bukarest (PDF, Archivversion).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 HC 88 – HC 2000: sisteme de tip Home Computer produse la ICE. In: Electrokits. Abgerufen am 15. Februar 2026 (rumänisch).
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- A. Petrescu, N. Țăpuș, T. Moisa, Gh. Rizescu, V. Harabor, M. Marșanu, T. Mihu: abc de calculatoare personale și …nu doar atât. Editura Tehnică, Bukarest 1990.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rumänische Heimcomputer auf homecomputer.de (englisch)