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Messeraale

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(Weitergeleitet von Gymnotus)
Messeraale

Gymnotus carapo, die Typusart der Gattung

Systematik
Klasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Kohorte: Otomorpha
Unterkohorte: Ostariophysi
Ordnung: Neuwelt-Messerfische (Gymnotiformes)
Familie: Gymnotidae
Gattung: Messeraale
Wissenschaftlicher Name der Familie
Gymnotidae
Rafinesque, 1810
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Gymnotus
Linnaeus, 1758

Die Messeraale (Gymnotus) sind eine Gattung aus der Ordnung der Neuwelt-Messerfische (Gymnotiformes). Die Gattung hat ein großes Verbreitungsgebiet in Mittel- und Südamerika und kommt vom Río Motagua in Guatemala bis zum Rio Salado in Argentinien vor. Je nach Größe ernähren sich die Fische von kleinen oder größeren Wirbellosen oder von Fischen.[1]

Messeraale erreichen Längen von 15 cm (Gymnotus coropinae) bis einen Meter (Gymnotus inaequilabiatus) und haben einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper mit langer Afterflosse. Die maximale Körperbreite liegt im Schnitt bei 60 % der maximalen Körperhöhe. Der Kopf hat einen Anteil von 7,2 bis 15 % an der Gesamtlänge. Die kleinen Augen liegen unterhalb einer vom Maul ausgehenden horizontalen Linie. Die vorderen Nasenöffnungen sind kleiner als die Augen. Das oberständige Maul ist mittelgroß bis groß und reicht bis zu den hinteren Nasenöffnungen oder weiter. Es kann eine Länge von 24 bis 42 % der Kopflänge und eine Breite von 27 bis 58 % der Kopfbreite erreichen. Der Unterkiefer ist länger als der Oberkiefer. Die Prämaxillare ist mit 5 bis 15 Zähnen besetzt, die in zwei Reihen angeordnet sind. Im Unterkiefer befinden sich 5 bis 16 in einer Reihe angeordneter Zähne. Sie sind konisch, einige können auch die Form einer Pfeilspitze haben. Das fleischige Kinn ist von oben und von der Seite gesehen abgerundet. Der Oberrand des Kiemendeckels ist konvex bis konkav, der Hinterrand des Kiemendeckels ist glatt. Die Basibranchialen (Knochen an der Basis des Kiemenbogens) sind nicht verknöchert.

Das impulsartige elektrische Signal der Messeraale

Die Afterflosse erstreckt sich über 62 bis 92 % der Gesamtlänge. Sie wird von 130 bis 390 Flossenstrahlen gestützt. Die Brustflossen sind unterschiedlich groß und werden von 9 bis 22 Flossenstrahlen gestützt. Die Seitenlinie ist vollständig und hat 2 bis 55 Verzweigungen in Bauchrichtung ausgebildet. Dorsale Seitenlinieverzweigungen fehlen bei adulten Exemplaren. Oberhalb der Seitenlinie liegen 4 bis 13 Schuppenreihen, unterhalb sind es 4 bis 16. Alle Schuppen sind rund oder oval. Messeraale besitzen ein einzelnes elektrisches Organ, das in der Bauchregion liegt, sich über einen großen Abschnitt der Gesamtlänge der Fische erstreckt und der Orientierung dient.[1] Das elektrische Signal der Messeraale ist impulsartig.[2]

Von den bekannten Zitteraalen (Electrophorus), unterscheidet sich Gymnotus unter anderem durch die geringere Größe, die Beschuppung (Zitteraale sind unbeschuppt) und die kürzere Afterflosse. Letztere reicht bei den Zitteraalen bis zur Schwanzspitze, bei den Messeraalen endet sie vorher.[1]

Messeraale sind dämmerungsaktiv und leben meist in strömungsarmen Bereichen großer Flüsse oder in Sümpfen. Alle Arten leben carnivor von kleineren Wirbellosen und Fischen.

Die Gattung Gymnotus ist schon 1758 durch den schwedischen Naturforscher Carl von Linné aufgestellt worden. 1810 führte der Naturkundler Constantine S. Rafinesque-Schmaltz die Familie Gymnotidae ein. Die Schwestergruppe von Gymnotus und damit die nächsten Verwandten, sind die Zitteraale (Electrophorus), die lange Zeit ebenfalls der Familie Gymnotidae zugeordnet wurden. Die Gymnotidae wurden in zwei Unterfamilie unterteilt, die Gymnotinae für Gymnotus und die Electrophorinae für Electrophorus.[3] Mitte 2026 wurden beide Unterfamilien in den Rang eigenständiger Familien erhoben, so dass die Gymnotidae monotypisch sind mit Gymnotus als einziger Gattung.[2]

Untergattungen und Arten

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Innerhalb der Gattung gibt es sieben Untergattungen, 44 valide Arten und zwei bisher unbeschriebene Arten. Die Untergattungen trennten sich vor 5 bis 35 Millionen Jahren voneinander.[1]

Gebänderter Messeraal (Gymnotus carapo)

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Craig, J.M., Kim, L.Y., Tagliacollo, V.A. & Albert, J.S. (2019): Phylogenetic revision of Gymnotidae (Teleostei: Gymnotiformes), with descriptions of six subgenera. PLoS ONE, 14 (11): e0224599. November, 2019, doi: 10.1371/journal.pone.0224599
  2. 1 2 Francesco H. Janzen, Mark H. Sabaj, William G.R. Crampton, Nathan R. Lovejoy: Molecular phylogenetics and a new taxonomy of the neotropical electric fishes (Actinopterygii: Otophysi: Gymnotiformes). Molecular Phylogenetics and Evolution, Juli 2026, doi: 10.1016/j.ympev.2026.108678
  3. ↑ C. David de Santana, William G. R. Crampton, Casey B. Dillman, Renata G. Frederico, Mark H. Sabaj, Raphaël Covain, Jonathan Ready, Jansen Zuanon, Renildo R. de Oliveira, Raimundo N. Mendes-Júnior, Douglas A. Bastos, Tulio F. Teixeira, Jan Mol, Willian Ohara, Natália Castro e Castro, Luiz A. Peixoto, Cleusa Nagamachi, Leandro Sousa, Luciano F. A. Montag, Frank Ribeiro, Joseph C. Waddell, Nivaldo M. Piorsky, Richard P. Vari & Wolmar B. Wosiacki: Unexpected species diversity in electric eels with a description of the strongest living bioelectricity generator. Nature Communicationsvolume 10, Article number: 4000 (2019), doi: 10.1038/s41467-019-11690-z
  4. ↑ Campos-da-Paz, R. & Santana, C.D. (2019): A New Species of the Electric Knifefish Gymnotus Linnaeus (Gymnotiformes: Gymnotidae) from Northeastern Brazil. Copeia, 107 (1): 144-151. doi: 10.1643/CI-18-141